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Autorin Juliane Breinl (links) und Jugen dpsychiaterin Claudia Michael bei der Lesung in Vaterstetten. 

Buch über Jugendliche mit Depressionen in Vaterstetten vorgestellt

Graue Wolken im Kopf

Wenn Jugendliche in der Pubertät launisch werden, kann auch eine ernst zu nehmende Depression dahinter stecken. Laut einer Studie sind zwischen drei und zehn Prozent aller Zwölf- bis 17-Jährigen davon betroffen.

Vaterstetten–  Depressionen sind – nicht nur bei Jugendlichen – meist noch ein Tabuthema. Die Autorin Juliane Breinl hat diesem Thema ein Jugendbuch gewidmet: „Graue Wolken im Kopf“. Ganz glücklich ist sie mit dem vom Verlag gewählten Buchtitel aber nicht, wie sie bei der Premierenlesung im Buchladen Vaterstetten verrät: „Eine Depression ist nicht nur im Kopf verankert, sondern betrifft den ganzen Körper.“ Breinl muss es wissen, denn vor einigen Jahren ist ihre eigene Tochter an einer Depression erkrankt. Dadurch hat die Familie Breinl auch die Kinder- und Jugendpsychiaterin Claudia Michael aus Vaterstetten kennengelernt, die bei der Lesung ebenfalls zugegen ist. Heute geht es Breinls Tochter wieder gut und sie hat ihre Mutter beim Buchprojekt unterstützt und ihr Tagebuchaufzeichnungen zur Verfügung gestellt.

Der Jugendroman erzählt auf einfühlsame Weise die Geschichte von Tiziana, einer ehrgeizigen Realschülerin, sportlich, vielfältig engagiert. Ausgerechnet die Party zu ihrem 16. Geburtstag stürzt das Mädchen in eine tiefe Krise: Sie zieht sich immer mehr von ihren Freunden zurück, verliert jeden Antrieb. Der Hausarzt diagnostiziert einen Infekt, eine Depression vermutet zunächst niemand. Aus wechselnden Perspektiven beschreibt der Roman, welche äußeren Einflüsse zu Tizianas Erkrankung beigetragen haben und wie sie selbst, ihre Familie und ihre Freunde mit der Veränderung umgehen.

„Es war nicht einfach, dieses Buch zu schreiben“, gesteht Breinl, die sich selbst intensiv mit ihrer Protagonistin auseinandergesetzt hat. Bislang hat die Autorin, die viele Jahre im Landkreis Ebersberg gelebt hat, eher dem Genre Thriller zuzuordnende Jugendbücher geschrieben. Sie ist Siegerin des zweiten Jugendbuch-Wettbewerbs von Münchner Merkur und Arena-Verlag und arbeitet neben der Schriftstellerei auch als Journalistin, Dozentin und Sprechtrainerin.

„Graue Wolken im Kopf“ wird für Leser ab zwölf Jahren empfohlen und eignet sich auch als Schullektüre.

Die gute Nachricht zum Schluss kommt von Claudia Michael, die in ihrer Praxis viele Kinder, Jugendliche und deren Familien betreut: „Es gibt einen Weg raus aus der Depression.“ Da aber gerade bei Jugendlichen eine Depression nicht unbedingt so „klassisch“ verläuft wie im höheren Alter, lohnt es sich in jedem Fall, frühzeitig genau hinzuschauen.

Susanne Edelmann

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