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Wie kann sich Vaterstetten entwickeln und vor allem wo? Hier ein Blick auf das Gewerbegebiet in Parsdorf.

Bürgermeister drückt Unverständnis in Brief aus

Vaterstetten fühlt sich von Regionalplan gegängelt

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Vaterstetten - Vaterstetten wehrt sich gegen den aktuellen Regionalplan. Die Gemeinde glaubt, ihrer Entwicklungspotenziale beraubt zu werden. Diese Sorge äußert Bürgermeister Georg Reitsberger  jetzt in einem Schreiben an Christian Breu, Chef des Regionalen Planungsverbands München (RPV).

Er, Reitsberger, könne verstehen, dass der Planungsverband bestrebt sei, dörfliche Strukturen zu schützen. Er solle aber auch den Anforderungen der Umlandgemeinden von München und dem hohen Wachstumsdruck gerecht werden, heißt es in dem Brief. Reitsberger wörtlich: „Ohne Reduzierung des regionalen Grünzugs wird es für die Gemeinde Vaterstetten mit ihren rund 23 000 Einwohnern keine Entwicklungsmöglichkeiten und Wachstumspotenziale mehr geben.“

Der Rathauschef erinnert daran, dass das Bayerische Kabinett erst vor kurzem den „Wohnungspakt Bayern“ mit einem Maßnahmenpaket beschlossen habe. Aber wo sollen die Wohnungen angesichts des bestehenden Regionalplans entstehen?, fragt er. Das Regelwerk weise im Landkreis Ebersberg lediglich kleine Entwicklungsmöglichkeiten in Orten mit dörflichen Strukturen, wie beispielsweise Pliening, auf. Dies könne nicht gewollt sein. Wenn sie dem Regionalplan folgt, könne die Gemeinde Vaterstetten kein Wohnbauland mehr entwickeln, ist sich Reitsberger sicher.

Die einzigen vom regionalen Grünzug freigehaltenen Flächen seien für den Hauptort Vaterstetten/Baldham Waldgebiete oder landwirtschaftliche Flächen, die erheblichen Lärmbelastungen durch die Autobahn ausgesetzt seien. Kleinere Entwicklungspotenziale entstünden lediglich zwischen den Ortsteilen Parsdorf (1146 Einwohner) und Neufarn (1019 Einwohner) mit dörflichen Strukturen. Die Schaffung von neuem Wohnraum sei dort nur in „einem äußerst begrenzten“ Umfang möglich. Reitsberger: „Auch wird im Westen von Parsdorf künftig die Ortsumgehung Parsdorf verlaufen, so dass auch dort angesichts der Schutzabstände nicht an eine (qualitätvolle) Wohnbebauung zu denken ist.“ Angesichts der statistischen Einwohnerprognosen sei dies höchst bedauerlich und für die Gemeinde nicht hinnehmbar.

Im Hinblick auf die demographische Entwicklung zeigt die Statistik laut Reitsberger eine deutliche Überalterung der Vaterstettener Bevölkerung: Im Vergleich zwischen 2009 und 2029 werde prognostiziert, dass sich der Anteil der über 65-Jährigen auf rund 20 Prozent und der Anteil der 40-Jährigen auf rund 5,3 Prozent erhöhen werde, wohingegen der Anteil der unter 40-Jährigen lediglich ein Delta von 1,2 Prozent betragen werde. Der Anteil von Kindern unter 18 Jahren sinke um rund 5,7 Prozent. Dies macht es in den Augen des Rathauschefs „erforderlich, neuen Wohnraum insbesondere für junge Familien mit Kindern auszuweisen“.

Die Gemeinde Vaterstetten vertritt die Meinung, dass im Regionalplan nicht ausreichend berücksichtigt sei, dass sie als Siedlungsschwerpunkt und aufgrund ihrer Nähe zum Stadtgebiet München wichtige Aufgaben übernimmt. Hierzu zählt für die Kommune unter anderem ein Gymnasium, eine Realschule, eine Mittelschule sowie die Präsenz verschiedener „raumbedeutender“ Einzelhandelsbetriebe wie Segmüller von überörtlicher Tragweite. Auch aufgrund der vorhandenen S-Bahn-Haltepunkte in Vaterstetten und Baldham „sollten der Gemeinde weitere adäquate Erweiterungsmöglichkeiten eingeräumt werden.

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