Bürgermeister Leonhard Spitzauer in neuem Format auf Youtube.
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Bürgermeister Leonhard Spitzauer in neuem Format auf Youtube.

Video-Übertragung

Es geht auch online: Die Bürgerversammlung aus dem Homeoffice im Test

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Die Gemeinde Vaterstetten traut sich, ihre Bürgerversammlung live ins Internet zu übertragen. Der Test gelingt - auch wenn manches auf der Strecke bleibt

Vaterstetten – Das Bild war da, der Ton fehlte zunächst noch. Doch das Problem war schnell gelöst. Live im Internet konnte die Bürgerversammlung für Parsdorf und die anderen Orte der Gemeinde Vaterstetten im Netz verfolgt werden, wenn gewollt vom heimischen Sessel aus. Ein Klick auf den Link auf der Homepage der Gemeinden reichte aus, gut vororganisiert.

Coronabedingt war die Veranstaltung schon in die Sporthalle der Grund- und Mittelschule verlegt worden. Rund 60 Personen waren mit Abstand dort, etwa 150 hatten sich über das Internet in die Übertragung eingewählt: Bürgerversammlung vom Heimbüro aus, der Weg zum Kühlschrank nicht weit. Die Zahl der Zuschauer schwankte im Laufe des abends.

Merkur-Redakteur Robert Langer testete die Übertragung im Homeoffice.

Die Kamera war meist gerade auf das Podium ausgerichtet. Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) begrüßte die Teilnehmer in der Halle und auch die Zuschauer an den heimischen Bildschirmen. Dann der übliche Verlauf, Berichte von Bauamtschefin Brigitte Littke zu aktuellen Entwicklungen beispielsweise oder von Umweltsamtsleiter Wolfgang Kuhn zu den Wertstoffinseln und zu wilden Müllablagerungen. Dazwischen auch ein Schwenk der Kamera mit einem leicht dunklen und unscharfen Seitenblick auf das Podium.

Für eine Bürgerversammlung für Parsdorf gab es erstaunlich wenige Wortmeldungen aus dem Publikum. Interessant war, dass vorab per E-Mail Fragen eingereicht werden konnten, was durchaus genutzt wurde. Eine derartige Anfrage wäre in einer üblichen Bürgerversammlung wohl nicht gestellt worden. So erkundigte sich der zehnjährige Timm, ob die Gemeinde nicht ein spezielles Gelände für Radsportler oder Scooter-Fahrer bauen könnte, einen so genannten Pumptrack. Es geht nicht nur um eine Sportstätte, sondern auch um einen Jugend-Treffpunkt. Antwort des Bürgermeisters: Aktuell plane die Gemeinde einen Dirtpark im Gemeindegebiet, also eine Fahrrad-Geländestrecke und suche hierzu ein geeignetes Grundstück. Neben der Skateanlage in Vaterstetten wäre das eine weitere Freizeiteinrichtung für die Jugendlichen. Ein Pumptrack wäre natürlich wieder eine ganz neue Idee. „Wir werden aber nicht jede mögliche Freizeiteinrichtung im Gemeindegebiet darstellen können“, schränkte Spitzauer ein.

Es gab mehrere Kameraperspektiven; technisch ging die Bürgerversammlung für Parsdorf quasi reibungslos über die Bühne.

Auch andere Fragen lasen Bürgermeister oder Mitarbeiter der Verwaltung vor und beantworteten sie – eine vierseitige Anfrage, die zwei Stunden vor Beginn der Veranstaltung eingegangen sei, verwies Spitzauer an sein Büro. Sie werde schriftlich beantwortet. Nach der Live-Übertragung flimmerte übrigens im Anschluss ein Werbevideo der Gemeinde über den Home-Office-Bildschirm.

Fazit: Auch so kann eine Bürgerversammlung funktionieren. Aber es fehlt einfach die sonst übliche Atmosphäre, die Möglichkeit, andere Gemeindebürger zu treffen. Aber besser so als gar nicht. Rein technisch hat es zumindest gut funktioniert.

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Bürgerversammlung live: Der Stream aus Vaterstetten am 8. Oktober

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