+
Alles elektrisch: Unterschiedliche E-Autos konnten vor der Veranstaltung besichtigt werden.

Energiewende Vaterstetten

E-Autobesitzer berichten: So fährt es sich mit Strom

  • schließen

Fahrer von Elektroautos sind überzeugt von der Technologie. Die eigene Fotovoltaiklanlage zum Tanken zu Hause ist von Vorteil. 

Vaterstetten – Es ist dunkel. Die noblen schwarzen Autos rollen an der Vaterstettener Kirche vorbei auf den Platz von dem Pfarrzentrum. Und das absolut lautlos. Gespenstisch? Nein! Elektroantrieb.

Die Energiewende Vater-stetten hatte zum Fachgespräch Elektromobilität geladen. Vor und nach dem Vortrag gab es entsprechende Fahrzeuge zu bestaunen, vom Citroën, Baujahr 1996, den der Hausarzt Peter von Kutschenbach mit Begeisterung fährt, bis zum amerikanischen Tesla, mit dem Ingenieur Ralph Rulle gekommen war, der sein Elektroauto sowohl beruflich als auch privat nutzt. Dazwischen unter anderem das Angebot eines Münchner Autobauers. Bereits vor der Veranstaltung konnten Interessierte die verschiedenen Autos besichtigen und unter die Haube blicken. Da wurde auch gefachsimpelt wie auf einer Autoschau.

„Die Stars stehen unten“, meinte Willi Frisch von der Energiewende zu Beginn des Vortrages im kleinen Saal im Obergeschoss des Pfarrzentrums und witzelte: „Hier in Vaterstetten gibt es 40 Prozent E-Mobilität.“ Zumindest auf „einem Parkplatz“, räumte er schmunzelnd ein.

Vier Fahrer von Elektroautos berichten bei dem Treffen über ihre Erfahrungen. Von Kutschenbach ist ein Pionier, der bereits seit 27 Jahren ein „überzeugter E-Mobilist“ ist. Er kann dabei zum Tanken auf eine eigene Fotovoltaikanlage zurückgreifen. Vor allem auf Kurzstrecken seien E-Autos den Verbrennern weit überlegen, sagt er. Und dann sind da noch die Schadstoffe aus dem Auspuff.

Beim Einsatz von E-Mobilen auf der Landstrecke ist der Mediziner jedoch skeptisch. Ganz im Gegensatz zu Ralph Rulle. Der Ingenieur und Firmeninhaber hätte sich vor vier Jahren noch nicht vorstellen können, ein Elektroauto zu fahren. Dann war er aber mit einem Freund in einem derartigen Fahrzeug unterwegs. Da hat es ihn offenbar gepackt. „Es macht einfach Spaß.“ Bevor man nicht mit einem solchen Auto gefahren sei, könne man sich das gar nicht vorstellen. Er berichtet, auf längeren Strecken, beispielsweise nach Berlin, lege man eben die entsprechenden Kaffee- oder Essenspausen ein, um die Batterien wieder aufzuladen. Sehr viel länger als mit einem Verbrenner-Auto brauche man auf den langen Strecken dennoch nicht. Auch Joachim Grimmer ist von den Vorteilen der E-Autos überzeugt. Er hatte seinen BMW vor drei Jahren zum „Selbstversuch“ erworben. Zum Laden der Batterien setzt er seine eigene Fotovoltaikanlage ein, mit der entsprechenden Zusatztechnik. „Der eigene Strom ist wesentlich günstiger als aus dem Netz.“ Der Betrieb des Autos sei problemlos, es gebe eigentlich keinen Verschleiß. Diese Kosten fielen weg. Grimmer räumte jedoch ein: „Die Reichweite ist eingeschränkt.“

Karl-Ludwig Judt hatte länger gesucht, zunächst ohne Erfolg. Dann kaufte er sich einen Elektro-Kleinwagen, aus Überzeugung. Er könne nichts Negatives berichten. „Das Auto läuft immer.“ Im Winter vermeide man schon mal die Heizung, um nicht zu viel an Reichweite zu verlieren, erzählte er. Längere Strecken fahre er auch elektrisch, aber mit der Bahn. Oder er nutze die Angebote der Autoteiler.

Zuvor hatte bereits Nico Friedmann von E.ON über die Entwicklung der Ladetechnik und der Infrastruktur der Ladestationen berichtet. Im Gegensatz zu anderen Ländern in Europa besteht in Deutschland noch erheblicher Nachholbedarf. Doch es gibt weitreichende Planungen.

Diskutiert wurde anschließend darüber, wie beispielsweise Autofahrer, die in Wohnanlage leben und deren Auto in der gemeinsamen Tiefgarage steht, ihr Fahrzeug während der Nacht laden können. Klar wurde dabei, dass es dazu noch viele offene Fragen gibt, nicht nur technische und praktische, sondern auch juristische. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bundestagswahl: Seehofer hat Lenz geschadet
Redaktionsleiter Michael Acker kommentiert den Ausgang der Wahl im Landkreis Ebersberg. 
Bundestagswahl: Seehofer hat Lenz geschadet
Klares „Ja“ zum erweiterten Gewerbegebiet
Eine klare Wähleraussage gab es in Anzing. 1803 Bürger sind für eine Erweiterung des Gewerbegebiets, 785 dagegen.
Klares „Ja“ zum erweiterten Gewerbegebiet
Live-Ticker: AfD bleibt im Landkreis Ebersberg unter dem Bundesdurchschnitt
Wann gibt‘s die ersten Ergebnisse in den Gemeinden aus dem Landkreis Ebersberg? Wie haben unsere Wähler abgestimmt? Was sagen die Kandidaten und Parteien? Alle Infos, …
Live-Ticker: AfD bleibt im Landkreis Ebersberg unter dem Bundesdurchschnitt
Bürgerentscheid: Anzing stimmt für Gewerbegebiet
Bei einem Ratsbegehren heute zur Bundestagswahl dazu mussten die Bürger in Anzing abstimmen. Es ging um die Frage, ob ein landwirtschaftliches Grundstück mit einem neuen …
Bürgerentscheid: Anzing stimmt für Gewerbegebiet

Kommentare