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Hier entsteht wieder der Biergarten: Noch ist auf dem Gelände in Parsdorf Baustelle. Ein spezieller Holzzaun an der Straßenseite ist bereits fertig. Der Geschäftsführer der „Alten Post“, Rainer Glück, zeigt schon mal das neue Logo. 

Ein Wirtshaus für Parsdorf

„Alte Post“ ist auf der Zielgeraden

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Am 11. Juni eröffnet die Traditionsgaststätte „Alte Post“ in Parsdorf. Bis dahin ist noch Einiges zu tun. Ein Baustellenbesuch.

Von Robert langer

Parsdorf – Geschäftsführer tragen Anzug und Krawatte, oder, in der bayerischen Gastronomie, gehobene Tracht. Nicht so Rainer Glück (56), zumindest derzeit nicht. Er trägt eine blaue Arbeitshose und packt richtig mit an auf der Baustelle. Die Zeit drängt. Eigentlich sollte die Traditionsgaststätte „Alte Post“ in Parsdorf nach umfangreicher Renovierung schon an Christi Himmelfahrt, also am Vatertag, wieder aufmachen. Doch die Arbeiten verzögerten sich. Immer wieder tauchten neue Probleme auf. Teile des Gebäudes stammen aus dem Jahr 1443. „Wir haben bis jetzt ungefähr 5000 Arbeitsstunden mehr investiert als geplant“, erklärt Glück.

Nun scheint die Eröffnung in greifbarer Nähe zu sein. Festgesetzt wurde als Termin Montag, 11. Juni. Bis dahin ist noch Einiges zu tun. Aber inzwischen lässt sich erahnen, wie es einmal werden könnte. Und wenn Glück begeistert erzählt, kann man sich alles auch sehr gut vorstellen: die Stube, die ehemalige Metzgerei als Gastraum, der Biergarten, der leicht umgestaltete Saal für Veranstaltungen, Kleinkunst und Theater, so wie früher.

Im Herbst 2017 hat der Parsdorfer Karl „Charly“ Müller mit seiner Familie die Immobilie gekauft. Zuvor war die Gaststätte im Eigentum der katholischen Kirche. Müller kannte das Haus schon aus seiner Zeit als Kirchenpfleger. Die „Post“ mit dem Saal war zusammen mit der Kirche Zentrum des Ortes und soll es auch wieder werden. Zwei Partner kamen hinzu. Rainer Glück bringt 35 Jahre Gastronomieerfahrung mit. Er wohnt in Angelbrechting. Mit dabei ist zudem der Parsdorfer Hubert Hackl. Seine Firma ist Spezialist für Großküchen-Systeme, auch in ihrer mobilen Form, unter anderem für das Oktoberfest. „Wir waren von Anfang an von den Möglichkeiten des Traditionshauses begeistert“, erzählt Glück. Die „Alte Post“ soll als bodenständige bayerische Gaststätte betrieben werden. Daran orientiert sich die Ausstattung. Unter anderem werden die alten Wirtshausstühle, entsprechend aufbereitet, weiter verwendet. Es wird einen Stammtisch geben, gleich daneben in der Wand eingelassen ein verschließbarer Schrank mit Glastüren für die Krüge der Stammgäste. Hinten in der Stube ist ein Stück Mauerwerk durch eine beleuchtete Scheibe zu sehen. Das ist ein Blick in die Vergangenheit, nämlich auf Ziegel mit einer charakteristischen Einkerbung, wie sie im Mittelalter auch zum Bau der Frauenkirche in München verwendet wurden.

Sichtbar ist derzeit noch vieles von der Technik, was die Gäste künftig nicht mehr sehen werden, etwa eine im Boden versenkte gekühlte Bierleitung vom Gewölbekeller hinüber in das Schankhäuschen im großen Biergarten. Erhalten bleibt der spezielle Charme der ehemaligen Metzgerei, die künftig ein separater Gastraum werden wird, mit einer Theke und einem Loungebereich. An den Wänden helle Fliesen mit abgerundete Kanten, wie sie auch schon beim Bau der U-Bahn in New York verwendet wurden. Dazwischen die Metalltüren mit der geriffelten Optik.

Glück freut sich über das Interesse der Bevölkerung am Umbau. „Viele Leute haben schon auf der Baustelle vorbeigeschaut und wollten wissen, was wir hier machen.“ Bald sollen sich die Gäste selbst ein Bild vom Ergebnis machen können.

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