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„Ich schneide aus gekauften oder gesponserten Schnittmustern Stoffe zurecht und vernähe diese“: Daniela Pechtold an ihrer rot-weißen Pfaff-Nähmaschine. 

Nähbloggerin aus Vaterstetten

Eine Naht fürs Leben

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Ein Tag in Paris! Was ziehen Sie an? Die Nähbloggerin Daniela Pechtold weiß es. 

Vaterstetten – Stellen Sie sich vor, Sie sind auf der Champs-Élysées, also der Prachtstraße Paris’, unterwegs, Edith Piaf im Ohr, Milchkaffee in der Hand: Was ziehen Sie an? Elegant sollten die Klamotten sein, in der Weltstadt der Mode. Am besten einzigartig. Markant.

Vielleicht ein graues Etuikleid mit schwarzer Schleife, schwarzer Kurzjacke im Retrostil und großen Knöpfen. Und verspielte dunkle Lederhandschuhe. So stellt sich Daniela Pechtold aus Vaterstetten ihren modischen Moment in Paris vor.

Die 32-Jährige ist „Nähbloggerin“. Heißt, sie präsentiert und kommentiert ihre genähten Kleider und Accessoires im Internet; in Bild und Text. Nicht, um Geld zu verdienen, sondern einfach weil es Spaß macht, sagt sie. Lebensgefährte Jan und ihre zwei kleinen Kinder sind ebenfalls voll im Nähfieber; denn Daniela Pechtold nimmt am 3. Burda Style-Talentwettbewerb teil; Näherinnen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz wollen gewinnen. Burda, für alle Nicht-Näh-Experten, ist eines der in Deutschland bekanntesten Näh-Unternehmen.

Chancen auf das Finale

Die erste Abstimm-Zeit im Internet ist vorbei und die Vaterstettenerin darf sich freuen. Von 130 Bewerberinnen hat sie es mit ihrem französischen Kleid, der Jacke und den Handschuhen unter die besten Fünf geschafft. Damit hat sie Chancen auf das Finale. Die Vorgabe, die alle Näherinnen hatten: Das, was du an einem Tag ein Paris anziehen würdest. Die Schnittmuster hat sich Pechtold frei ausgesucht und zusammengestellt, und die Stoffe dann auf ihrer rot-weißen Pfaff-Nähmaschine verarbeitet; drei Wochen hat es gedauert. Die Mühe habe sich rentiert, sagt sie.

Bei einem Live-Näh-Wettbewerb im Juni in München, dem Finale, haben drei Näherinnen die Möglichkeit, eine Nähreise nach Paris zu gewinnen – ob Daniela Pechtold dabei ist, wird noch eine Jury von Burda entscheiden.

Ihr Nähblog ist jung, erst im August letzten Jahres bastelte sich die 32-Jährige ihre Internetseite:rosaDIY. Rosa, weil rosa toll ist, sagt Pechtold. Und DIY als Abkürzung für „Do it yourself“, also: Mach es selbst. Was genau sie macht und in ihrem Blog zeigt, erklärt sie so: „Ich schneide aus gekauften oder gesponserten Schnittmustern Stoffe zurecht und vernähe diese.“ Auf ihrer Internetseite kommentiert sie alles oder gibt den Firmen ein Fazit. Die Vielfalt ist groß, ein graues Etuikleid findet sich in der Kollektion der Vaterstettenerin genauso wie ein Tigershirt für die Kleinen oder ein grüner lustiger Ofenhandschuh namens Frederick.

Fazit zu Frederick

Das Fazit der 32-Jährigen zu Frederick? „Schnelles Nähprojekt, das wunderbar an die Liebsten verschenkt werden kann. Einen Grillhandschuh für meine bessere Hälfte werde ich sicherlich auch noch nähen. Da muss ich mich materialtechnisch aber noch informieren. Beim Grillen herrschen ja doch deutlich höhere Temperaturen als beim Kochen und Backen.“

Mit Nadel und Faden kann Daniela Pechtold schon seit ihrer Kindheit umgehen. Von der Oma und der Mama habe sie vieles abgeschaut. An ihr erstes selbst genähtes Objekt kann sie sich heute noch erinnern, in der Grundschule sei sie gewesen: Es war ein mit Sand oder Reis gefülltes Tierchen. Ihr Kindheitshobby blieb bis ins Erwachsenenalter.

Weil Freunde und Bekannte die Nähstücke immer bestaunten, entstand die Idee des Nähblogs, sagt Pechtold. Aber eben rein als Hobby. Beruflich ist die Vaterstettenerin im Finanzdienstleistungssektor tätig. Mit ihrer Familie habe sich die Leidenschaft noch verstärkt, ihre Kinder haben zum großen Teil von der Mama genähte Klamotten, zum Beispiel das erwähnte Tigershirt. Und die Shirts tragen die Kleinen stolz und voller Freude durch Vaterstetten. Eben markant und einzigartig – fast wie auf der Champs-Élysées.

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