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Vaterstetten braucht ein Drehleiterfahrzeug, da die so genannten Hilfsfristen aus den Nachbargemeinden Haar und Zorneding nicht eingehalten werden können. 

Gemeinderat stimmt dem Kauf zu

Endlich: Drehleiter für die Vaterstettener Feuerwehr

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Die Feuerwehr Vaterstetten bekommt ein Drehleiter-Fahrzeug. Kosten samt Aufbau und Ausrüstung: rund 650 000 Euro.

Vaterstetten – Bei der Anschaffung des neuen Fahrzeuges werden werden staatliche Zuschüsse in Höhe von 225 000 Euro, so dass die Gemeinde 425 000 Euro aufbringen muss.

Der Gemeinderat Vaterstetten regelte nun die Details. Den Zuschlag für das Fahrgestell und den Aufbau erhielt die Firma Rosenbauer aus Karlsruhe. Der Auftrag für die Beladung ging an die Firma BAS Vertriebs GmbH in Planegg. In Dienst gestellt werden soll das neue Fahrzeug im Herbst kommenden Jahres.

Der Beschluss hat eine lange Vorgeschichte. Denn schon seit mehr als zehn Jahren drängt die Vaterstettener Wehr auf die Anschaffung eines Drehleiterfahrzeuges, das unter anderem bei Brandfällen in höheren Häusern zum Einsatz kommt. Bisher wurden in solchen Fällen die Wehren aus Haar, Poing oder Zorneding alarmiert, die entsprechend ausgerüstet sind.

Vaterstetten verfügt übrigens über einen Feuerwehr-Bedarfsplan, in dem unter anderem aufgelistet wird, welche Ausrüstung für die Wehren im Gemeindegebiet notwendig ist. Als der Plan im Jahr 2013 vorgestellt wurde, sprach sich der Gutachter für die Anschaffung einer Drehleiter aus, da die Hilfsfristen der Drehleitern aus den Nachbargemeinden Haar oder Zorneding, also die vorgeben zweit von der Alarmierung bis zum Eintreffen am Einsatzort, nicht eingehalten werden könnten.

Ende Februar 2016 lud die Feuerwehr Vaterstetten Gemeinderäte ein und informierte in einer gut vorbereiteten Demonstration über den Ausrüstungsbedarf. Dabei wurde auch klargelegt, warum Vaterstetten aus Sicht der Wehr eine Drehleiter brauche. Bürgermeister Georg Reitsberger sicherte der Feuerwehr seine Unterstützung zu. Anfang März begründete er seine Position im Finanzausschuss. Allein schon aufgrund der Größe der Kommune und auch, weil man drei große Seniorenheime habe, sei eine eigene Dreileiter für die Rettung „lebensnotwendig“, so der Rathauschef.

Doch es setzte Kritik von mehreren Seiten. Dem Bürgermeister wurden Alleingänge und mangelnde Kommunikation vorgeworfen. Er hätte sich zumindest Rückendeckung bei den Fraktionen holen sollen, wenn er draußen der Bevölkerung etwas verspreche. Kritisiert wurde zudem, dass Reitsberger sich zwar für die Drehleiter ausgesprochen habe, das Projekt aber nicht im von der Verwaltung vorgeschlagenen Investitionsprogramm stehe. Dazu hätte der Bürgermeister den Kämmerer einfach anweisen müssen, das reinzuschreiben. Reitsberger räumte ein, er habe „vielleicht zu wenig kommuniziert“. Schließlich wurden 650 000 Euro in die Finanzplanung 2018 eingestellt.

Im Vorfeld hatten das Rathaus und vor allem die Feuerwehr selbst versucht, die Kosten zu verringern. Wenn nämlich zwei Gemeinden zusammen zwei gleiche Fahrzeuge bestellen, gibt es höhere staatliche Zuschüsse. „Interkommunale Beschaffung“ nennt man das. Geklappt hat es in der Großgemeinde schon einmal, als die Feuerwehr Parsdorf und die Feuerwehr Forstinning als Partner 2012 zwei weitgehend identische Fahrzeuge beschafften. Im aktuellen Fall funktionierte es jedoch nicht. Es sei weder im Landkreis Ebersberg, noch im Raum Oberbayern ein entsprechender Partner zu finden gewesen, so das Rathaus. Bei einer komplexen Beschaffung wie der eines Drehleiterfahrzeugs seit das wohl schwieriger als bei anderen Feuerwehr- oder Kommunalfahrzeug.

Lob gab es von der Gemeinde für die Feuerwehr. Die Floriansjünger hatten das detaillierte Leistungsverzeichnis für die Beschaffung mit 144 Seiten Umfang selbstständig und ehrenamtlich erstellt. Hierfür wurden weit mehr als 100 Stunden aufgewendet. Durch diese Eigenleistung der Feuerwehrler konnte die Gemeinde Planungskosten in Höhe von rund 20 000 Euro einsparen, die durch einen externen Berater angefallen wären.

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