Eimer-Lösung im Lichthof: Das Rathaus Vaterstetten ist schon seit Jahren ein Problemfall, nicht nur weil es durchs Dach tropft. Auch Brandschutz und Klimatisierung der Büros machen Probleme.
+
Eimer-Lösung im Lichthof: Das Rathaus Vaterstetten ist schon seit Jahren ein Problemfall, nicht nur weil es durchs Dach tropft. Auch Brandschutz und Klimatisierung der Büros machen Probleme.

Durchs Dach des Vaterstettener Rathauses dringt einmal mehr Wasser ein – das befeuert Pläne

Es tropft schon wieder: Vaterstettener Rathaus geht‘s nass rein

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
    schließen

Bringen diese Tropfen jetzt das Fass zum Überlaufen und die Planung wieder in Schwung? Die Eimer sind im Rathaus Vaterstetten wieder aufgestellt. Sie fangen Wasser auf, das durch das Dach des Lichthofes eindringt.

Vaterstetten - Der Hausmeister fand diesmal offensichtlich nicht genügend Kübel, um die Tropfen von oben aufzunehmen. Wasser landete auf dem Boden, wie Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) erzählt. Er veröffentlichte die Bilder jetzt im Internet und schreibt: „Leider brauchen wir immer mehr Eimer in unserem Rathaus. Das kann kein Dauerzustand sein!“ Damit ist die Debatte um das Rathaus Vaterstetten erneut eröffnet.

Schon seit Jahren wird über einen möglichen Neubau des Verwaltungsgebäudes diskutiert, auch im Zusammenhang mit der Gestaltung des gesamten Zentrums. Spitzauer schlägt nun auf EZ–Nachfrage vor, das Projekt inklusive des Umfeldes noch in diesem Jahr „einzuordnen“. „Das würde ich mir wünschen.“ Schulen und Einrichtung zur Kinderbetreuung hätten Vorrang, so der Bürgermeister. Aber das Rathaus sollte bald danach kommen. Möglicherweise könnte es in den Jahren 2024/2025 um konkrete Planungen gehen. Diese sollten im Konsens aller Fraktionen im Gemeinderat ablaufen. Das künftige Verwaltungsgebäude sollte „einfach und solide aber auch schön sein“, schlägt Spitzauer vor. Es gebe dabei aber keine Denkverbote. Zu überlegen sei, ob eine Neugestaltung des Zentrums in einzelnen Schritten umgesetzt werden könne.

Dem Rathaus Vaterstetten geht es schon länger nass rein. Doch das ist nicht das einige Problem. Im Gebäude wurde wegen Brandschutzmängel bereits umgebaut. Im Winter zieht es, im Sommer ist es in den Räumen heiß. Aktuell geht es zudem unter anderem um den Zugang zu schnellen Internetverbindungen.

Im August 2009 hatten die Vaterstettener Grünen mit Überlegungen überrascht, das damals schon marode Rathaus (Baujahr 1970) abzureißen und neu zu bauen. Angedacht wurde dann ein Gesamtkonzept. Es hatte schon mehrere Ansätze gegeben, unter anderem im Jahr 2003 einen Architektenwettbewerb, schließlich einen „Wettbewerblichen Dialog“ für das Rathausumfeld, der jedoch scheiterte. Gesprochen wurde von einem neuen Rathaus, Bürgersaal, Bücherei, Geschäften und Wohnungen. Schließlich blieben drei Entwürfe übrig. Favorisiert wurden die Pläne der Alpine Bau Deutschland, die 2013 Insolvenz anmeldete.

Danach lagen die Zentrumsplanungen auf Eis. Ex-Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) meinte, man solle überprüfen, ob es wirtschaftlich sinnvoll sei, das Rathaus zu sanieren. „Aber das ist meine persönliche Meinung“, sagte er damals.

Zuletzt wurden noch unter Reitsberger im November 2019 Pläne für die Umgestaltung des gesamten Rathausumfeldes vorgestellt. Das war kurz vor der Kommunalwahl.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare