+
Für den S-Bahn-Verkehr wird sich mit dem Bau der zweiten Stammstrecke einiges ändern.

Verschlechterung mit zweiter Stammstrecke

Express-S-Bahn fährt an Vaterstetten vorbei

  • schließen

Wenn im Jahr 2026 die zweite Stammstrecke der S-Bahn fertig ist, soll vieles besser werden. Das gilt allerdings nicht für Baldham und Vaterstetten. Ganz im Gegenteil.

Vaterstetten – Für Vaterstetten und Baldham soll es ab 2026 mit der Fertigstellung der zweiten Stammstrecke den 15-Minuten-Takt geben, auch am Wochenende. In den Hauptverkehrszeiten bedeutet das allerdings zum heutigen Angebot eine Verschlechterung. 

„Da bauchen wir nicht drum herum reden“, erklärt Bernhard Fink, beim MVV zuständig für regionale Verkehrskonzepte. Vaterstetten und Baldham werden nach derzeitiger Planung auch nicht Haltepunkte der schnellen Express-S-Bahn werden. Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Möglicherweise gebe es doch zusätzliche Angebote, so Fink. Was 2026 tatsächlich im Fahrplan stehe, stehe noch nicht fest. „Alles andere ist Glaskugelschauen.“ Die Züge die künftig von Baldham bzw. Vaterstetten nach München fahren, starten in Grafing-Bahnhof. Könnte auch heißen: Wer in Vaterstetten zusteigt, hat dann größere Chancen auf einen Sitzplatz.

Die Vaterstettener FDP schlägt Alarm. Die Bürger in der Gemeinde erhofften sich „endlich eine deutlich bessere Anbindung an die Landeshauptstadt“, so der Vorsitzende der Liberalen, Klaus Willenberg. „Genau das Gegenteil soll nun eintreten.“ Das vorgestellte Betriebskonzept des MVV sehe vor, dass zu den Hauptverkehrszeiten die Züge nicht mehr alle zehn Minuten, sondern nur noch alle 15 Minuten von den Bahnhöfen Baldham und Vaterstetten verkehren sollen. Die Begründung, dass die betroffenen Haltestellen vergleichsweise wenig Passagieraufkommen hätten, „ist Hohn für alle Pendler, die bereits heute in übervollen Zügen zu ihrer Arbeitsstelle fahren“, so Willenberg. Wenn nun „Milliarden von Steuergeldern“ in das Projekt „zweite Stammstrecke“ investiert werden, fordert die FDP Vaterstetten, dass auch alle Bürger der Gemeinde einen spürbaren Nutzen davon haben.

„Es ist geplant, das Konzept noch weiter zu überarbeiten“, so Landratsamts-Sprecherin Evelyn Schwaiger. Erst dann könne man konkrete Aussagen treffen. Und Landrat Robert Niedergesäß hatte gefordert, dass „sowohl mit Fertigstellung der zweiten Stammstrecke als auch im Nachgang dazu keine Verschlechterungen im Leistungsangebot auf der S-Bahn im Vergleich zum Status quo eintreten dürfen“.

Vaterstettens Bürgermeister Georg Reitsberger will „jetzt frühzeitig tätig werden“, um noch auf die Planungen einwirken zu können. „Wir müssen das jetzt zunächst in der Verwaltung besprechen.“ Unmut in der Bevölkerung solle vermieden werden. Untätigkeit will sich der Bürgermeister auch nicht vorwerfen lassen.

„Wir sind davon überrascht worden“, so Jo Neunert, ehemaliger Gemeinderat und Mitglied im Arbeitskreis Verkehr der Lokalen Agenda. So wie es derzeit aussehe, sei es eine Verschlechterung. Der AK habe sich allerdings noch nicht im Detail mit dem Thema beschäftigt. Das soll aber in absehbarer Zeit getan werden. „Wir müssen überlegen, wie wir Druck aufbauen können, um an dieser Planung noch etwas zu ändern.“ Zunächst werde es aber im Verkehrsausschuss des Gemeinderats am heutigen Dienstag um Fahrradstellplätze an den Bahnhöfen gehen. „Das ist ein Dauerthema. Da müssen wir endlich einmal weiter kommen“, so Neunert.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kein Interesse an Millionenprojekt
Poings neue Bahnunterführung steht auf der Kippe. Auf die erste europaweite Ausschreibung hin haben sich keine Firmen gemeldet, weshalb der für 2018 geplante Bau nicht …
Kein Interesse an Millionenprojekt
Unternehmer legen sich ins Zeug
Die Chefs müssen ran, bei diesem Weihnachtsmarkt in Markt Schwaben. Und sie müssen das sogar ehrenamtlich.
Unternehmer legen sich ins Zeug
Fabian aus Glonn
Seine Augen sprechen Bände. Fabians Papa platzt fast vor Stolz. Kein Wunder. Der niedliche Bub ist nach Moritz das zweite Kind von Soja und Markus Lindermeyr aus Glonn. …
Fabian aus Glonn
Sanierung in Sicht
Seit über zwei Jahrzehnten befasst sich die Schwabener Kommunalpolitik immer wieder mal mit der Sanierung der Bonschap-Gruft auf dem Friedhof. Eine Lösung des Problems …
Sanierung in Sicht

Kommentare