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Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Vaterstetten räumen nach dem Sturm einen Ast von der Straße.

Vaterstettener geben Tipps

Feuerwehr: So verhalten Sie sich nach einem Unwetter

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Bei einem Unwetter wie vom vergangenen Wochenende ist sich jeder selbst der Nächste. Dafür hat wahrscheinlich keiner mehr Verständnis, als die Feuerwehr selbst.

Vaterstetten – Um möglichst effektiv helfen zu können, müssen die Einsatzkräfte eine Priorisierung vornehmen, die es erlaubt, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie gerade am notwendigsten ist. Dafür hat die Vaterstettener Feuerwehr jetzt in einer Information auf ihrer Internetseite hingewiesen. Sie wirbt um Verständnis für ihr methodisches Vorgehen.

Den Überblick zu behalten bei einem Chaos, das durch ein Unwetter ausgelöst wird, erfordert zusätzlichen Aufwand. „Unkritische Einsätze werden zunächst zurückgestellt, da es beispielsweise nur wenig Sinn macht, eine überflutete Straße abzupumpen – die Kanalisation oder auch die Sickerschächte können die Wassermassen ohnehin nicht abführen“, erläutert die Vaterstettener Feuerwehr. Innerhalb einer Stunde habe sich das Problem – zumindest im Gemeindebereich – erfahrungsgemäß meist von selbst gelöst. Um die notwendigen Einsätze von den nachrangigen zu unterscheiden, fahre ein „Sichterteam“ möglichst jeden Einsatzort ab. Dieses Team erkunde die Lage und entscheide über das weitere Vorgehen. „Da muss man gute Überzeugungsarbeit leisten“, sagt Kreisbrandrat Andreas Heiß aus eigener, langjähriger Erfahrung. „Es ist etwas anderes, wenn in einem überfluteten Keller ein Heizöltank auszulaufen droht, als wenn etwa nur ein Kühlschrank betroffen ist“, wirbt er um Verständnis.

Die Vaterstettener Feuerwehr hat in diesem Zusammenhang eine konkrete Bitte an die Bevölkerung: „Schätzen Sie bei unkritischen Schadenslagen zuerst ab, ob Sie hierfür wirklich den Notruf 112 belasten müssen. Sie blockieren mit Ihrem Anruf eine Notrufleitung und Mitbürger, die sich in einer tatsächlichen Schadenslage befinden, bleiben so länger in der Warteschleife der Leitstelle.“ Aber können die Bürger die Lage überhaupt selbst sicher einschätzen, sind sie damit nicht überfordert? Heiß nennt ein Beispiel: „Wir bekommen die Mitteilung, dass ein Baum über die Fahrbahn gestürzt ist. Wenn wir dann vor Ort eintreffen, stellen wir fest, dass das ein großer Ast war, den der Autofahrer, der uns über Handy verständigt hat, selbst hätte von der Fahrbahn ziehen können.“ Oftmals habe die Feuerwehr sogar einen guten Grund, bei einem vollgelaufenen Keller vorerst nicht einzugreifen und das Wasser abzupumpen. „Wenn zuviel nachläuft, kann das Mauerwerk ausgespült werden. Die Folge wären Schäden am Gebäude.“

Abgerissene Äste werden von den Einsatzkräften nur entfernt, wenn die öffentliche Sicherheit gefährdet ist. Bis zum Eintreffen der Helfer sollte mit einem Warndreieck auf die Gefahrenstelle aufmerksam gemacht werden. Keller werden nur ab einer Wassertiefe von mehreren Zentimetern abgepumpt. Wichtig: Rechtzeitig den Strom im Keller abschalten. Bäume werden dann entfernt, wenn sie auf Straßen oder Gebäude zu fallen drohen. Wer Unwetterschäden auf seinem Privatgrundstück entfernen lässt, für den fallen Kosten an, die eventuell von der Versicherung übernommen werden. Am wichtigsten sei aber: „Bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr.“

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