Gemeinde mischt sich ein

Gartenzaun in Vaterstetten: Das ist erlaubt und das nicht

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Regeln, wie viele Bäume künftig auf Grundstücken mindestens stehen müssen oder wie die Einfriedungen aussehen sollen, gibt es künftig in Vaterstetten. 

Vaterstetten – Der Ort soll grün bleiben. Es geht  darum, hohe Gabionenmauern und Metallwände zu verhindern. Deshalb beschloss der Gemeinderat jetzt mit großer Mehrheit eine Freiflächengestaltungssatzung. Damit will man vor allem auf die Nachverdichtungen und ihre Folgen reagieren. Doch es gibt auch Kritik an den Regelungen.

„Mir persönlich geht das viel zu weit“, sagte Renate Will (FDP). Sie befürchtet Denunzianten und fragt sich, wie das alles kontrolliert werden soll. „Dennoch sehe sie die Notwendigkeit“, so Will. Sie werde zustimmen, auch weil die Umsetzung und die Wirkung der Satzung in einem Jahr geprüft werden soll. Die Initiative zu dieser Satzung kam von der SPD.

„Ich glaube, dass wir mit dieser Fassung nicht glücklich werden“, betonte Stefan Huber (CSU). „Bei der Kontrolle wünsche ich viel Spaß.“ Er frage sich, ob man diese „Regelungswut und Bürokratie“ brauche. Kritisch sieht er unter anderem, dass in den Dörfern künftig keine Flachdächer mehr zugelassen werden sollen. Er wollte wissen, ob man für den geplanten Anbau am Neufarner Feuerwehrhaus nun eine Befreiung brauche. Schließlich sieht das im Bauausschuss gelobte Vorhaben eben ein Flachdach vor.

Huber betonte, das sei seine „persönliche Meinung“, nicht die seiner Fraktion. CSU-Fraktionssprecher Michael Niebler erklärte aber ebenfalls. „Ich hatte auch Probleme mit dem Satzungstext.“ Das sei zu viel „erhobener Zeigefinger“.

„Ich bin überrascht über die Diskussion“, so die Reaktion von SPD-Gemeinderätin Cordula Koch. Schließlich habe man einstimmig beschlossen, eine Satzung zu erlassen. Man hätte auch bei der Gestaltungung mitarbeiten können, „wie es viele getan haben“.

Zustimmung kam von Wolfgang Schermann (Freie Wähler): „Man kann sich um das eine oder andere streiten. Man muss aber das Große und Ganze sehen.“ Stefan Ruoff (Grüne) betonte: „Es ist traurig, dass wir diese Satzung brauchen.“ Und mit Blick auf hohe Mauern zur Einfriedung von Grundstücken meinte er: „Manche Gärten kommen mir wie Gefängnisse vor.“

„Wir werden sehr viel Arbeit damit haben“, betonte Bauamtsleiterin Brigitte Littke. „Trotzdem sind wir ein Befürworter der Satzung.“ Es gebe zahlreiche Kommunen in Bayern, die solche Regelungen hätten. „Wir bleiben in allen Punkten hinter der Landeshauptstadt München zurück.“

Am Ende der Debatte versprach Bürgermeister Georg Reitsberger: „Wir werden das bürgerfreundlich auslegen.“

Das sind die wichtigsten Regeln:

Die Satzung gilt nur für künftige Vorhaben. 

Einfriedungen für Grundstücke sind offen, licht und luftdurchlässig, herzustellen.

Als Einfriedung sind Zäune aus Holzlatten oder Staketen, Metallzäune und Maschendrahtzäune zulässig. Heißt: Andere Materialien sind verboten.

Eine Höhe von 1,80 Metern darf nicht überschritten werden.

Zur Durchlässigkeit für Kleintiere sind bei Einfriedungen zehn Zentimeter Bodenfreiheit einzuhalten.

Mauern sind bis zu einer Höhe von 120 Zentimetern zulässig.

Flachdächer sind zu begrünen. Dazu gibt es genaue Vorgaben.

In der Ortsteilen Baldham-Dorf, Hergolding, Neufarn, Parsdorf, Purfing und Weißenfeld sind für die Hauptbaukörper nur Satteldächer erlaubt.

Wenn bei Gewerbe- oder Industriebauten die Außenwand länger als zehn Metern ist, muss sie mit Kletterpflanzen begrünt werden. Garagen- und Carportwände, die an öffentliche Verkehrsflächen grenzen, müssen ebenfalls begrünt werden.

Zuwege und Zufahrten sind auf ein Mindestmaß zu beschränken und soweit es die Nutzung zulässt, mit wasserdurchlässigem Belag zu versehen.

Rubriklistenbild: © Claus Schunk

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