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Historische Pläne zum Bau des Wohnhauses, das später Rathaus wurde. 

Gemeinde Vaterstetten will Wohnungen aus dem betagten Gemäuer machen

Neue Ideen fürs alte Rathaus

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„Ein zehn Millionen-Wohnblock ist einfacher als hier vier Wohnungen. Unterschätzen Sie das nicht“, warnte Ralf Schloemilch vom Bauamt der Gemeinde Vaterstetten. Es geht um das ehemalige Parsdorfer Rathaus.

Parsdorf – In dem historischen, markanten Gebäude sollen vier bis sechs Wohnungen entstehen. „So einfach, wie es auf den ersten Blick schient, ist die Bauaufgabe gar nicht“, so Schloemilch.

Deshalb ist nun ein spezielles Verfahren geplant. Über eine Recherche soll eine Auswahl von rund 15 Planungsbüros ermittelt werden, deren Schwerpunkt in den Bereichen Wohnungsbau und Baudenkmalpflege liegt, heißt es aus dem Rathaus. Diese werden angeschrieben. Aus den Antworten sollen dann drei Architekten ausgesucht werden, die Vorschläge erarbeiten. Die Kosten für dieses Verfahren belaufen sich auf über 100 000 Euro. An Zuschüssen sind rund 60 000 Euro zu erwarten, so dass die Kommune rund 40 000 Euro selbst aufbringen muss. Das Vorgehen sei mit der Regierung von Oberbayern abgesprochen.

Deutliche Kritik kam von Herbert Uhl (Freie Wähler): „Ich sehe nicht ein, dass man für ein einzelnes Gebäude 100 000 Euro für einen Wettbewerb  ausgeben muss.“ Die eigentlichen Planungskosten kämen da noch drauf. Und Uhl setzte noch einen drauf: „Wir geben 100 000 Euro aus, damit wir 60 000 Euro Förderung bekommen. Das ist auch Steuergeld.“ Kritische Worte auch von CSU-Gemeinderat Benedikt Weber. Es gebe doch schon eine mehrseitige Studie. Warum nicht darauf aufbauen? „Nochmals 100 000 Euro finde ich bedenklich.“

Die Gemeinde könne hier nicht einfach nach Gutdünken handeln, so die Reaktion von Schloemilch mit Blick auf die Förderbehörde. „Dass es schon ein Brocken ist, das sehe ich schon auch ein.“ Kämmerer Markus Porombka ergänzte. „Wir geben 100 000 Euro aus, um später 600 000 Euro Förderung zu bekommen. Plus eine günstige Finanzierung.“ Gemeint ist der geplante Umbau zu Wohnungen. „Die Kröte muss ich aber zunächst einmal schlucken.“

Für eine intensive Vorplanung sprach sich CSU-Fraktionssprecher Michael Niebler aus. „Wir sollten jetzt nicht einfach anfangen und hinterher kommt das große Wehklagen.“ Die Horrorvorstellung wäre, „dass wir uns jetzt entschieden haben, und dann bauen wir einen Flughafen Berlin“, weil alles während der Bauphase teurer wird. „Dann wird uns Dilettantismus vorgeworfen.“ Die Ziele des Projektes sind für Niebler klar: „Wir wollen gemeindeeigene Wohnungen. Wir denken vor allem an Erzieher.“ Diesen Weg sei man schon einmal in Baldham Dorf gegangen.

Bürgermeister Georg Reitsberger (FW) setzte sich ebenfalls für den Wettbewerb ein und betonte zudem: „Das alte Bauernhaus, das solide gebaut wurde, sollten wir erhalten. Es ist ein altes Gebäude, das den Parsdorfern ans Herz gewachsen ist. So wie die alte Post. Auch der Garten drumherum soll nicht für Parkplätze geopfert werden.“

Schließlich gab es im Rat eine deutliche Mehrheit für den Wettbewerbs-Vorschlag aus dem Rathaus.

Das Wohnhaus wurde 1926 errichtet und ist bis auf wenige Umbauten bis heute weitgehend im Originalzustand erhalten. Die Gemeinde Parsdorf übernahm das Gebäude. Der Stadel wurde aufgestockt und später für Wohnungen ausgebaut. Das Wohnhaus wurde unter anderem als Polizeiposten genutzt. In den 1950er-Jahren wurde aus den Wohnungen über dem Stall ein Klassenzimmer für die Parsdorfer Schule. Buben und Mächen tobten sehr viel später im Kinderpark der Nachbarschaftshilfe. Und natürlich war das Gebäude Rathaus der Gemeinde Parsdorf

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