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Nächster Halt: August 2017. Dann läuft die Finanzierung der Buslinie 452 durch Parsdorfer Firmen aus.

Linie ins Parsdorfer Gewerbegebiet

Vaterstettener Bus 452 soll weiter fahren

Vaterstetten – Die Buslinie 452 führt von Vaterstetten ins Parsdorfer Gewerbegebiet. Die dortigen Firmen und Geschäfte hatten sich verpflichtet, zwei Jahre lang einen Finanzierungsbeitrag für die Buslinie zu leisten. Diese Verpflichtung endet zum 31. August 2017.

Zu weiteren Zahlungen sind die Gewerbetreibenden nicht bereit. Um die Buslinie danach weiter erhalten zu können, will die Gemeinde diese in eine gemeinwirtschaftliche Linie überführen, wie es im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) die Regel ist. Der bisherige Betreiber der Buslinie, die Firma Larcher Touristik, hatte für deren Betrieb rund 358.000 Euro pro Jahr kalkuliert. Der gemeinwirtschaftliche Betrieb würde nach einer Schätzung des MVV rund 420.000 Euro kosten.

Die Gemeindeverwaltung geht aber davon aus, dass bei einer europaweiten Ausschreibung, wie sie in diesem Falle vorgeschrieben ist, ein deutlich günstigeres Angebot erzielt werden kann. Für solch eine Ausschreibung gibt es aber Fristen, die eingehalten werden müssen. Damit die Überführung in eine gemeinwirtschaftliche Linie wenigstens zum 15. Dezember 2017 erfolgen kann, muss nun schleunigst der Gemeinderat die Verwaltung mit der Ausschreibung beauftragen.

70.000 Euro "Überbrückungskosten"

Da die Finanzierung durch die Parsdorfer Gewerbebetriebe schon zum 31. August 2017 endet, bliebe eine Zeit von dreieinhalb Monaten, die überbrückt werden müsste. Die Verwaltung hofft darauf, dass die Gewerbetreibenden bereit sind, ihre Finanzierung noch um diese Zeit zu verlängern. Ist dies nicht der Fall, entstünden der Gemeinde Vaterstetten für diesen Zeitraum Kosten von rund 70.000 Euro.

„Ich bin dagegen, weil die Linie defizitär ist. Man sollte sie ganz einstellen“, forderte Wolfgang Schermann (Freie Wähler). Dem entgegnete Josef Mittermeier (SPD): „ÖPNV ist grundsätzlich defizitär. Aber gerade die Linie 452 entwickelt sich positiv. Und bei der Bauleitplanung für das Gewerbegebiet in Parsdorf war die öffentliche Verkehrsanbindung ein wichtiger Bestandteil.“

„Wir reden seit Jahren von Einsparungen, aber an die richtig dicken Brocken trauen wir uns nicht ran“, kritisierte Wolfgang Schermann (Freie Wähler). „Wir dürfen nicht immer nur an die Wählerstimmen denken.“ Renate Will (FDP) machte der Debatte schließlich ein Ende: „Die ganze Diskussion ist doch überflüssig. Die europaweite Ausschreibung ist vorgeschrieben, die schlussendliche Vergabe ist dann ein anderes Thema.“

Dieser Auffassung schlossen sich die meisten Gemeinderäte an und beauftragten die Verwaltung mit vier Gegenstimmen von Uhl, Schermann, Manfred Schmidt und Karl Köstler (FBU/AfD), die Ausschreibung in die Wege zu leiten.

Susanne Edelmann

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