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Ein Abbruchobjekt: Die Alte Post in Parsdorf.

Gemeinderat will Traditionsgaststätte retten

Alte Post: Bürgermeister verhandelt über Kauf

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Vaterstetten - Die Richtung ist klar: Der Gemeinderat Vaterstetten will die „Alte Post“ in Parsdorf erwerben, um die Traditionsgaststätte zu erhalten. Das Gremium ermächtigte Bürgermeister Georg Reitsberger, die Kaufverhandlungen zu führen.

Die Immobilie ist im Eigentum der katholischen Kirche beziehungsweise der Kuratiekirchenstiftung „St. Peter und Paul Neufarn bei Anzing“. In nichtöffentlicher Sitzung wurde im Gemeinderat der Finanzrahmen für die Verhandlungen festgelegt.

Gleichzeitig wurde aber auch klar, dass die Bausubstanz des Gebäudes wohl sehr schlecht ist. Laut einem Gutachten bestehen gravierende Brandschutzmängel und Bauschäden, die das normale Maß der altersbedingten Abnutzung überschreiten. „Das Bestandsgebäude wurde deshalb wie ein Abbruchobjekt beurteilt“, steht in der Sitzungsvorlage des Gemeinderats. Nach einem Gutachten der Zeckser Ingenieure GmbH vom 19. April müssten im besten Fall zur kurzfristigen Nutzungsaufnahme 300 000 Euro investiert werden. Mittelfristig wären nochmals 151 000 Euro notwendig, langfristig innerhalb von sechs bis zehn Jahren weitere 197 000 Euro. Macht zusammen 648 000 Euro. Im schlechtesten Fall könnte die Gesamtsumme rund 2,4 Millionen Euro betragen. 

Angedacht war im Vorfeld ein Tauschgeschäft. Die Gemeinde sollte die „Post“ samt dem Grundstück erhalten, die Kirche im Gegenzug das Grundstück des Kindergartens neben der Feuerwehr in Parsdorf. Es stellte sich heraus, dass das Kindergartengrundstück einen deutlich höheren Wert als die Post hat. Laut Rathaus war die Kirchenverwaltung jedoch lediglich an einem wertneutralen und flächengleichen Tausch interessiert und nicht bereit, eine Tauschaufzahlung zu leisten.

Die Kirche hatte eine Lösung auf Basis des Erbbaurechtes angeboten. Die Laufzeit hätte bis zu 60 Jahren betragen können. Die Gemeinde hätte je nach Laufzeit eine Einmalzahlung von bis zu rund 400 000 Euro leisten sollen. Der Erbbauzins hätte pro Jahr rund 30 000 Euro betragen sollen. Diese Lösung lehnte der Gemeinderat jedoch ab-.

Nun soll also über den Verkauf verhandelt werden. Das Ordinariat und die Kirchenstiftung werden von der Gemeinde gebeten, ihre Gremiumszustimmung möglichst zeitnah einzuholen, „um dem weiteren Verfall des Gebäudes vorzubeugen“. 

Bürgermeister Reitsberger ist für einen Kauf. Schließlich jährt sich 2018 zum 200. Mal die Gründung der Gemeinde Parsdorf. Ort des Ereignisses war die Post. Das soll im Saal der Post gefeiert werden.

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