Firmenschild der Greensill Bank in Bremen.
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Firmenschild der Greensill Bank in Bremen.

Gemeinde hofft auf Kooperation mit anderen Kommunen

Geldanlage bei Pleite-Bank Greensill: Vaterstetten kämpft um seine Millionen

  • Michael Acker
    vonMichael Acker
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Die Gemeinde Vaterstetten versucht, zusammen mit 25 weiteren Kommunen an ihr Geld bei der Greensill Bank zu kommen. Die Bank hat inzwischen Insolvenz angemeldet. Für Vaterstetten geht es um satte 5,5 Millionen Euro.

Vaterstetten - Die Gemeinde Vaterstetten kooperiert nach Mitteilung des Rathauses mit den anderen Kommunen, die ebenfalls ein Opfer der Greensill-Insolvenz werden könnten. Die Kommunen haben insgesamt 255 Millionen Euro bei dem Bremer Institut angelegt. Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) hofft mit dem Verbund auf mehr Durchsetzungskraft, sei es beim Insolvenzverwalter, sei es bei der Prüfung von Ansprüchen. Im Visier haben die Kommunen etwa den Greensill-Aufsichtsrat und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, ebenso die Makler und die Rating-Agenturen – es könnte ein ganz großes Fass aufgemacht werden.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hatte am 3. März gegen die Greensill Bank wegen einer drohenden Überschuldung ein Zahlungsmoratorium verhängt. Damit darf die Bank seit zwei Wochen keine Ein- und Auszahlungen mehr vornehmen.

Leonhard Spitzauer, Vaterstettener Bürgermeister, hofft, dass die Gemeinde zumindest Teile ihrer Einlagen zurückbekommt.

Der Insolvenzverwalter der Greensill Bank AG rechnet mit einem komplexen, umfangreichen und langwierigen Verfahren. „Ich
gehe davon aus, dass dieses Verfahren zwischen fünf und zehn Jahren andauern wird“, sagte Insolvenzverwalter Michael Frege der
„Wirtschaftswoche“. Zunächst stünden dabei die Vermögens- und Datensicherung sowie die Kontaktaufnahme zu allen Beteiligten im Vordergrund.

Bereits am Mittwoch wollte Frege mit dem Vorstand und den Mitarbeitern der Bank sprechen und „erste
Rundschreiben an die geschädigten Gläubiger versenden“. Zudem seien Gespräche mit den Mitgliedern des Gläubigerausschusses geplant. „Ferner werden wir alle gebotenen Maßnahmen ergreifen, um das
Vermögen des Unternehmens im In- und Ausland so schnell wie möglich
zu sichern“, kündigte Frege an.

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