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Grüner Grenzfall

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Marion Nosbüsch hofft auf eine Lösung nach den Ferien. sro

Vaterstetten - Die Hecke zwischen dem Friedhof in Neukirchen und dem Grundstück des ehemaligen Mesner-Häusls ist über Jahre gewachsen. Gepflanzt wurde sie vor mehreren Jahrzehnten direkt auf der Grundstücksgrenze. Und nun wuchern die Äste natürlich auch in einen Weg hinein, der auf der Friedhofsseite an der Grundstücksgrenze entlang führt.

Dass diese Situation problematisch sein könnte, das sieht auch Marion Nosbüsch ein, deren Familie das Haus gehört. Dass die Familie nun aber einen Brief der Gemeinde bekommen hat, in dem sie aufgefordert wird, die Hecke bis an die Grundstücksgrenze zurückzuschneiden, hat sie doch etwas erstaunt. Und geärgert hat sie sich, dass ihr eine Frist bis Mitte Oktober gesetzt wurde. Falls bis dahin nicht geschnitten werde, würde die Gemeinde das selbst übernehmen und der Familie die Kosten in Rechnung stellen, geht aus dem Schreiben hervor. „Wenn ich die Hecke aber bis zum Drahtzaun zurückschneide, dann geht sie ein“, so das Argument von Nosbüsch. „Das wäre doch schade.“ Die Alternative wäre aus ihrer Sicht, als Ersatz einen Bretterzaun aufzustellen.

Die Gemeinde hat in den 60er Jahren die Pflege des Friedhofs von der katholischen Kirche übernommen. Stefan Neu, Geschäftsführender Beamter im Rathaus, betonte gegenüber der Ebersberger Zeitung, die Forderung der Gemeinde entspräche dem geltenden Recht. Schließlich ragten die Büsche deutlich über die Grundstücksgrenze. Doch auf Nachfrage der EZ erklärte Neu auch, man werde versuchen, einen Kompromiss zu finden. Der Gemeinde sei nicht daran gelegen, die Hecke zu zerstören. Und auch die Schnitt-Aufforderung samt der gesetzten Frist sei erst einmal auf Eis gelegt. Nach der Sommerpause werde man gemeinsam mit allen Beteiligten nach einer Lösung suchen, so Neu. Das gelte auch für einen zweiten Streitfall, nämlich eine Reihe von Fichten, die auf dem Mesner-Häusl-Grundstück entlang der Friedhofsmauer stehen und deren Äste ebenfalls über die Grenze ragen. Der zuständige Rathaus-Mitarbeiter befürchtet eine Verschmutzung der Dachreiter auf der Mauer. „Wir würden das auch selbst sauber machen“, bietet Nosbüsch an. Für Marion Nosbüsch und ihre Familie ist der Friedhof ein ganz besonderer Ort. Nosbüschs Vater hat das Anwesen vor rund 40 Jahren gekauft. Inzwischen ist er auf dem Friedhof beerdigt. Auch andere Familienmitglieder wurden hierher umgebettet. Bald soll hier auch die Asche eines Onkels beigesetzt werden, der in Australien gestorben ist. „Ich komme auch oft her, um in Ruhe zu lesen“, so Nosbüsch.

Robert Langer

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