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Noch bestehen unterschiedliche Auffassungen darüber, wer ab dem 1. Januar 2017 die Einrichtung betreiben wird.

GSD-Seniorenwohnpark Vaterstetten

Streit um 1,8 Millionen Euro

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Vaterstetten - Wie geht es im Seniorenwohnpark Vaterstetten weiter? Noch bestehen unterschiedliche Auffassungen darüber, wer ab dem 1. Januar 2017 die Einrichtung betreiben wird. Und es gibt Streit ums liebe Geld.

Bekanntlich will die neu gegründete Carecon Vaterstetten GmbH das Ruder übernehmen, das der bisherige Pächter, die Gesellschaft für Soziale Dienstleistungen mbH aber nicht so schnell auslassen will. Dort herrscht die Rechtsauffassung, dass der Pachtvertrag trotz fristloser und turnusgemäßer Kündigung noch ein Jahr weiterläuft. Aber: „Die Gesellschaft befindet sich seit Jahren in der Liquidation“, informiert die Carecon über den Pächter. Diese Umstände machen die Sache nicht einfacher. Jedenfalls droht jetzt ein Rechtsstreit (wir berichteten).

Obwohl viele Fragen noch nicht geklärt sind, hat die Careon schon große Pläne und kommunizierte diese am Freitag in einer öffentlichen Mitteilung, der auch eine konkrete Zahl zu entnehmen ist. „Der bisher aufgelaufene Pachtrückstand beträgt über 1,8 Millionen Euro“, informiert Carecon-Unternehmenssprecher Thorsten Fricke. Die dazu ins Feld geführten „Mietmängel“ hält er für fingiert. „Das sind Dinge, die der Mieter eigentlich übernehmen müsste.“ Der Geschäftsführer des bisherigen Trägers, der GSD Seniorenwohnpark Vaterstetten GmbH, Jochen Adam bestätigte auf Anfage der Ebersberger Zeitung lediglich „Verhandlungen“.

Für die Carecon spricht auch Stefan Mayer, der am Chiemsee mehrere Senioren- und Pflegeheime betreibt. Ungeachtet der aktuellen Entwicklung will er Bewohnern, deren Familien und den Mitarbeitern des Hauses bei einer Informationsveranstaltung mit Vertretern des Landratsamtes am Dienstag, 18. Oktober, gute Nachrichten überbringen. „Mit Unterstützung der Eigentümerfamilie, der die Immobilie seit 26 Jahren gehört, werden wir den Seniorenwohnpark in Vaterstetten zu Oberbayerns bestem Seniorenwohn- und Pflegezentrum entwickeln, gründlich renovieren und massiv in die Gebäude investieren.“ Auch die „eventuell berechtigten Beschwerden über das Essen nehmen wir sehr ernst und werden umgehend handeln“. Deshalb soll zukünftig nicht mehr durch einen externen Dienstleister gekocht werden.

Die Verunsicherung bei Mitarbeitern und Bewohnern ist angesichts der aktuellen Auseinandersetzung um die Führung und den Betrieb des Hauses groß. Angeblich gab es bereits eine Mitarbeiterbesprechung. Der potentielle neue Betreiber, die Carecon ist bemüht, die Zukunft der Einrichtung in einem positiven Licht erscheinen zu lassen. „Neben den Bewohnern und deren Familien werden auch die Mitarbeiter von dem Betreiberwechsel profitieren“, erklärt deshalb Stefan Mayer: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seniorenwohnparks hätten sich mit großem Engagement um die rund 250 Bewohnerinnen und Bewohner gekümmert. „Wir werden deshalb allen Kollegen anbieten, zur Carecon zu wechseln, um mit uns die Pflege- und Rahmenbedingungen weiter zu verbessern.“ Weiterhin sei geplant, dass ab dem Frühjahr 2017 auf einem unmittelbar anschließenden Grundstück ein anspruchsvoller Erweiterungsbau entstehe, der mit einem innovativen Wohngruppenkonzept in sechs Wohngruppen Platz für 100 weitere Bewohner bieten werde.

Auch der weitere, künftige Fahrplan stehe schon fest: „Nach Fertigstellung des Neubaus werden die bestehenden Gebäude nach und nach saniert und modernisiert. Dabei wird auch großer Wert auf die Umsetzung innovativer Betreuungskonzepte und Wohnformen mit kleinen Wohngruppen gelegt werden.“ Stefan Mayer: „Dadurch wird das Seniorenwohnheim in Vaterstetten langfristig zu einem der innovativsten und wichtigsten Pflegestandorte in der Region werden. Für uns steht immer der Mensch im Mittelpunkt.

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