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Mit Zirkel und Schwamm werden Geräusche gemacht (v.l.): Viktoria, Stella, Kira und Valerie. 

Gymnasium Vaterstetten

Reise in die Zukunft: Hundopus und Klackno

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Vaterstettener Gymnasiasten sind für den bundesweiten Klang-Forscher-Wettbewerb nominiert. Dazu erstellen sie derzeit ein Hörspiel, bei dem es unter anderem um einen ganz speziellen Chip geht.  

Vaterstetten – Es ist eine Reise in die Zukunft. Ein Chip, der sprechen kann, Geräusche oder Musik ein und ausblendet, Duftbotschaften übermittelt, ein Wecker und ein Terminkalender ist: Den trägt das 15-jährige Mädchen Sky unter der Haut eingepflanzt mit sich rum. Alles eigentlich ganz „cool“. Wenn da nicht diese blöde Funktion wäre, das Skys Mama, wenn sie mag, über den Chip alles mithören kann, was ihre Tochter so macht. Und den Chip kann man nicht ausschalten.

Die Geschichte spielt in 50 Jahren. Ausgedacht haben sie sich Mitglieder eines Kurses am Humboldt-Gymnasium Vaterstetten. Damit haben sich die Schüler beworben und wurden für den diesjährigen Klang-Forscher-Wettbewerb unter dem Motto „Listen to the Future – Der Sound unserer Welt von morgen“ nominiert. Aus der Vielzahl von Vorschlägen wurde bundesweit nur zehn Schulen ausgewählt. Unter Anleitung eines professionellen Mediencoaches, dem Radio-Journalisten Mischa Drautz, haben die Jugendlichen im Studio ein Hörspiel konzipiert, das für den Wettbewerb eingereicht wird. „Klang.Forscher!“ ist ein kulturelles Bildungsprojekt der Stiftung Zuhören sowie der PwC-Stiftung und will das bewusste Zuhören und die Entdeckung der akustischen Lebenswelt bei Kindern und Jugendlichen fördern.

Die zwölf Schülerinnen und Schülern aus der 7., 8. und 9. Jahrgangsstufe, die sich zusammen mit der Lehrerin Amelie Cocron einmal pro Woche zum zweistündigen Kurs treffen, erzählen einen Tag im Leben des jungen Mädchens etwa im Jahr 2067. Da gibt es seltsame Erscheinungen. Beispielsweise das Haustier Flutchy, ein echter Hundopus, einer Mischung aus Hund und Oktopus. Um dafür die richtigen Geräusche für das Hörspiel zu haben, wurden die Saugnäpfe benutzt, die normalerweise den Schulzirkel im Mathematikunterricht an der Tafel halten. Dazu wurde das Bellen von Hund Frodo gemischt, einem Lagotto Romagnolo, der in der Familie von Kira (13) lebt. Kira ist Mitglied der Klang-Forscher-Gruppe.

Auch andere Geräusche wurden für die Produktion gebraucht. Und so waren die Schüler mit Mikrofon und Aufnahmegerät im Schulhof unterwegs.

Zuvor haben sie gemeinsam den Text überlegt. Immer wieder wurde umgeschrieben und ausprobiert, um im Hörspiel dann auch die richtige Zeitspanne zu haben.

Die Idee für die Geschichte kam den Jugendlichen durch einen Zeitungsartikel. Dort wurde ein Zusatzgerät zum Smartphone beschrieben, das man in Ohr steckt. Konsequent weitergedacht entstand für das Zukunfts-Hörspiel der Chip ALA, Acoustical Life Assistant. „Er wird über Sprache gesteuert“, erklärt Kira. „Er weiß auch ziemlich viel“, ergänzt Stella (12). Und er kommt ganz ohne Batterien aus. „Das wäre doch praktisch“ meint Valerie (13).

Doch die Schülerinnen können sich auch Schattenseiten der neuen Technik vorstellen. Unter anderem die ständige Überwachungsmöglichkeit durch die Eltern. Und das ALA meldet sich auch deutlich, wenn es Sky bei einer Lüge ertappt.

In 50 Jahren hat sich nicht nur die Technik, sondern auch die Sprache verändert. Sky spricht eine Mischung aus Deutsch und Englisch. Es gibt Sätze wie: „I dont wanna aufstehen. Es ist doch Weekend.“ Aber das ALA bleibt unerbittlich: „Deine optimale Schlafdauer ist erreicht.“

Skys Oma, die ganz normal spricht, wie Viktoria (12) erklärt, also wie eben die Menschen heute im Jahr 2017, gefällt das ebenso wenig wie die aktuelle Musik der Zukunft in 50 Jahren. Die Vaterstettener Gymnasiasten haben dazu Klackno erfunden, eine Mischung aus Techno und Klassik. Auf die Ablehnung der Oma reagiert Sky mit: „JaJa, früher war alles besser. Wie immer.“ Das sei vor 50 Jahren auch nicht anderes gewesen, meint Valerie. Und Viktoria ergänzt nachdenklich: „In 50 Jahren sind wir die Omas.“

Sky und ihre Großmutter besuchen übrigens gemeinsam das Deutsche Museum. Dort ist ein Handy ausgestellt, ein „IPhone 14 Plus“. Die Nummer des aktuellen „IPhone“ ist deutlich niedriger. „Da hatte man noch was in der Hand und man konnte es ausschalten, im Gegensatz zu diesem Alla im Ohr“, meint die Oma.

Am 20. Juni sind alle Klang-Forscher-Klassen zur gemeinsamen Preisverleihung nach Frankfurt am Main eingeladen, wo die Jury das beste Hörstück mit dem Deutschen „Klang.Forscher!-Preis“ auszeichnet. Da fahren auch die Vaterstettener hin. Erst ab diesem Zeitpunkt sind die Produktionen auf der Internetseite der Klang-Forscher zu finden. Da kann man dann auch die Geschichte von Sky und ihrer Oma anhören.

Internet

www.klang-forscher.de

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