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Hoch schlugen die Flammen Ende Mai östlich von Hergolding. Der linke Teil der Halle kann beim Wiederaufbau nicht verwendet werden.

Schnelle Hilfe für Landwirt

Hergolding: Nach Großbrand wird wieder aufgebaut 

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Es war eine schnelle Entscheidung des Vaterstettener Bauausschusses,  damit der Betreiber einer Karbonisierungsanlage weiter machen kann. Dazu  genehmigten Gemeinderäte eine Ausnahme beim Wiederaufbau einer abgebrannten Halle bei Hergolding.

Hergolding/Vaterstetten – „Ich bin wirklich dankbar, dass es so schnell ging. Da wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um uns zu helfen.“ Landwirt Thomas Unkelbach ist zuversichtlich. Am 30. Mai, also vor rund drei Wochen, brannte seine landwirtschaftliche Halle östlichen von Hergolding ab. Sie war Lagerplatz für biologisches Material, aus dem in seiner Karbonisierungs-Anlage Wärme und Pflanzenkohle gewonnen wird. Derzeit ist die Anlage, die ein wichtiges Standbein des Familienbetriebes darstellt, abgeschaltet, weil das Brennmaterial fehlt. Bedeutet auch erhebliche finanzielle Einbußen. Jetzt machte der Vaterstettener Bauausschuss den Weg frei für den Wiederaufbau.

Dort, wo das Feuer am heftigsten wütete, im nördlichen Bereich der Halle an der Straße, können die Seitenwände nicht mehr verwendet werden, um ein Dach zu tragen. Das hätte die statische Untersuchung ergeben, so Unkelbach. Abbruch und Neubau dieses Teils würden viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Lösung, um eine schnelle Wiederaufnahme des Betriebes zu ermöglichen: Den nutzbare südliche Teil der Halle weiterverwenden und im Anschluss einen Teilneubau errichten. Das Problem: Die 30 Meter des Neubaus lägen außerhalb des im Flächennutzungsplan festgelegten Areals. Im Ausschuss machte Bauamtschefin Brigitte Littke jedoch deutlich, dass eine Ausnahme möglich sei.

Thomas Unkelbach an seiner Anlage.

„Alle haben mitgekriegt, was da für ein großes Unglück passiert ist. Wir müssen dem Betrieb jetzt helfen“, warb Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) um Zustimmung. „Der Landwirt muss schauen, dass er schnell wieder in die Produktion kommt.“ Zudem sei die Karbonisierungs-Anlage ein Vorzeigebetrieb, von denen es sehr wenige in Bayern gebe.

Das sah auch die Mehrheit im Ausschuss so. Bedenken äußerte hingegen Manfred Schmidt (AfD/FBU). Er wollte ausschließen, dass der Betreiber die Ausnahmeregelung nutzt, um den Betrieb zu erweitern. Reaktion von Maria Wirnitzer (SPD): „Sie wollen die Erweiterungsmöglichkeit nehmen. Das wollen wir nicht.“ Die Mehrheit für die Zustimmung war deutlich.

Um eine Erweiterung ging es im Ausschuss auch bei einem Projekt in Neufarn am Hochfeldweg, nämlich ein Reifenlager mit einer Fläche von rund 110 Quadratmetern, das an die Ausstellungshalle eines Autohauses angebaut werden soll. Bürgermeister Reitsberger betonte, die Halle sei notwendig. „Aber wir können das so nicht genehmigen“, so der Rathauschef mit Hinweis auf den Bebauungsplan. Das war auch die Position des Bauamts.

Die Mehrheit der Ausschussmitglieder sah das jedoch anders. Benedikt Weber stellte für die CSU den Antrag, dem Vorhaben zuzustimmen. Die Abweichung vom Bebauungsplan sei gering und könne genehmigt werden. Die Abstandsfläche zu den Nachbarn würde eingehalten. Der Antragsteller sei zudem Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler in der Gemeinde. Stefan Ruoff (Grüne) meinte: „Wenn wir das nicht machen, gehen sie vielleicht woanders hin.“

Eindeutig war die Zustimmung für eine neue Halle mit Büro an der Heimstettener Straße. Abgerissen werden soll eine Halle aus dem Jahr 1936, ein ehemaliges Sägewerk. In das neue Gebäude einziehen soll die Firma, die jetzt schon die alte Halle nutzt. „Die wollen erweitern“, so Bauamtschefin Littke. Das sei positiv im Sinne der Wirtschaftsförderung.

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