Noch ist das Areal Ackerland, bald werden hier im Nordwesten Vaterstettens Häuser stehen. Foto: sro

Neubaugebiet kurz vor der Umsetzung

Ein Dorf für 1500 Menschen entsteht

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Vaterstetten - Die Pläne für ein neues Baugebiet im Nordwesten Vaterstettens sind auf der Zielgeraden.

Das neue Baugebiet im Nordwesten von Vaterstetten steht kurz vor der Umsetzung. Der zuständige Ausschuss gab grünes Licht für den Bebauungsplan. Dieser wird nun für Stellungnahmen erneut ausgelegt. Dann folgt der Satzungsbeschluss. Erste Häuser könnten im dritten Quartal dieses Jahres entstehen.

1400, möglicherweise auch 1500 Menschen könnten einmal im neuen Ortsteil wohnen. Das sind in etwa so viele Einwohner wie in der Gemeinde Frauenneuharting. Die Fläche des neuen Viertels beträgt 15,3 Hektar. Das entspricht etwa 20 Fußballplätzen. Vorgesehen ist auf dem Areal neben Wohnbebauung ein kleineres Gewerbegebiet im Norden am Kreisel. Angesiedelt werden soll dort „nicht störendes Gewerbe“.

Pflegeheim wird wohl erweitert

Zudem wird es wohl eine Erweiterung des Pflegeheimes am Südrand des Areals mit zusätzlich rund 100 Zimmern geben. Entgegen früherer Planung wird der vorgesehene Kindergarten nicht mit der Pflegeeinrichtung gekoppelt, sondern soll im Erdgeschoss eines Wohnhauses entstehen. Im nördlichen Bereich wird es parallel zur Dorfstraße sozialen Wohnungsbau geben. Dahinter, in Richtung Westen, Bauland für Einheimische. Wie Bauamtleiterin Brigitte Littke betonte, soll die Bebauung dort dichter werden, als ursprünglich angedacht. Heißt: Die Häuser stehen enger zusammen, die Grundstücke werden kleiner. Ein Großteil der dort benötigten Stellplätze soll in einer Tiefgarage untergebracht werden. Vorgesehen ist ein verkehrsberuhigter Bereich. Zum Birkenweg soll es eine Durchfahrtsperre geben. Benutzt werden darf die Verbindung unter anderem nur von Ver- und Entsorgungsfahrzeugen sowie von Feuerwehr und Rettungsdienst. Noch ist nicht klar, wie das Einheimischenprojekt umgesetzt wird. Es geht unter anderem um eine mögliche Einbindung oder Gründung von Genossenschaften. Eine Vergabe könnte laut Littke Ende 2016/Anfang 2017 anstehen.

Umgeben wird das gesamte Baugebiet an der Ortsrandseite von einem 20 Meter breiten Grünstreifen. Auch innerhalb des Areals sind Grünachsen geplant, die sich wie die Finger einer Hand nach Außen erstrecken. Vizebürgermeister Martin Wagner (CSU) lobte die Planung: „Es ist ein großer Wurf gelungen, wir haben ein schönes Gebiet entwickelt.“ Wagner betonte auch, der Erlös aus dem Verkauf der gemeindeeigenen Grundstücke im Planungsgebiet sei dringend notwendig, um damit die neue Schule zu finanzieren. Die kostet „40 Millionen Euro plus x“.

Maria Wirnitzer (SPD) sieht die Einbeziehung des sozialen Wohnungsbaus in das Gesamtkonzept als Erfolg. Ein entsprechender Antrag der Genossen sei 2013 noch von der Mehrheit abgelehnt worden. Renate Will (FDP) betonte, im Einzugsbereich von München haben man die Pflicht, auch günstigen Wohnraum zu schaffen und nicht nur Angebote für Menschen, die sich große Grundstücke mit Einzelhäusern leisten könnten.

Gegen das Projekt votierten die Grünen. „Uns ist das Baugebiet zu groß und zu dicht bebaut. Wir hätten das lieber kleiner gemacht und in mehren Schritten“, so Gemeinderat Stefan Ruoff. Er erklärte jedoch auch, die Planung sei im Grundsatz gut. Die Grünen hätten konstruktiv mitgearbeitet und viele Verbesserungsvorschläge gemacht.

Manfred Schmidt (FBU/AfD) sprach von einem „Hochamt für den Flächenfraß“, einem „schwarzen Tag“, von einer „Siedlungsexplosion“ und der „Vernichtung landwirtschaftlicher Flächen“. Dem Bauernverband warf Schmidt „Scheinheiligkeit“ vor, weil die Organisation diese Zerstörung „klaglos hinnimmt“.

Von Robert Langer

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