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Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Claudia und Martin Kopp aus Parsdorf mit ihrem Oskar bei einem Winterspaziergang. Bei einer Krankenhausbehandlung erlitt sie einen allergischen Schock und leidet seitdem an einem Hirnschaden.

Viele Spenden aus dem Landkreis Ebersberg

Hilfsbereitschaft für junge Parsdorfer Familie ebbt nicht ab

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Die Welle der Hilfsbereitschaft war überwältigend und sie ist noch nicht abgeebbt. Obwohl die Spendenaktion für die vom Schicksal hart getroffene Familie Claudia und Martin Kopp aus Parsdorf, die von dem jungen Familienvater im Internet gestartet wurde, inzwischen abgeschlossen ist, ist die Anteilnahme der Bevölkerung im Landkreis Ebersberg damit nicht zu Ende.

Parsdorf – Immer wieder wollen Bürger helfen. Jüngstes Beispiel sind dabei die Mitglieder der Frauengruppe Frauenneuharting. Sie möchten die Familie ebenfalls unterstützen und ihr mit einer Spende von 1000 Euro beistehen. Das war aber gar nicht so leicht, wie sich herausstellen sollte.

„Wir hatten keine Adresse und keine Telefonnummer“ berichtet Susanne Bachmeier für die Frauengruppe. Sie wandte sich hilfesuchend an die Ebersberger Zeitung. Die konnte den Kontakt herstellen, die Spende wird damit sicher ankommen. „Wir sind durch einen Zeitungsartikel aufmerksam geworden“, sagt Bachmeier.

Wie berichtet, muss die Parsdorfer Familie mit zwei schweren Schicksalsschlägen fertig werden. Zuerst schien das Glück perfekt, als Claudia Kopp (35) ein Kind erwartete. Dann jedoch gab es Komplikationen. Die junge Frau erlitt eine Schwangerschaftsvergiftung. Sohn Oskar musste vor der Zeit geholt werden und war bei der Geburt nur 380 Gramm schwer. Die Ärzte waren sich nicht sicher, ob das Frühchen überhaupt überleben würde. Zunächst jedoch lief alles gut – bis Oskar plötzlich zu atmen aufhörte. Seine Mutter begann sofort, ihr Kind zu reanimieren, der Notarzt wurde gerufen, nach bangen 20 Minuten setzte endlich der Herzschlag des Babys wieder ein. Dann der Schock für die Eltern: Die Ärzte mussten ihnen mitteilen, dass der Bub aufgrund des erlittenen Sauerstoffmangels fortan behindert sein wird. Die Familie kümmert sich liebevoll um ihren Sohn, der künstlich ernährt werden muss und sehr pflegebedürftig ist.

Im April 2018 schließlich traf das Schicksal die Familie ein zweites Mal hart. Denn ein Routineeingriff bei der jungen Mutter, die wegen einer Gallenblasenentzündung ins Krankenhaus musste, hatte schlimme Folgen. Die Frau vertrug ein Medikament nicht und erlitt nach einem allergischen Schock ebenfalls einen Herzstillstand. Sie fiel nach einer Reanimierung in ein Wachkoma und war erst Wochen später wieder ansprechbar. Die Folge dieses Geschehens, so schilderte Martin Kopp, ist ebenfalls ein Hirnschaden bei seiner Frau. Alle Hoffnung der Familie ruhen jetzt auf der Behandlung in einer speziellen Einrichtung, deren Kosten jedoch die Krankenkasse nicht übernehmen wollte.

Kopp startete eine Spendenaktion im Internet, die insgesamt 58 530 Euro erbrachte. Damit ist die Behandlung vorerst gesichert. Anteil an diesem Ergebnis hatten auch viele Bürger aus dem Landkreis Ebersberg, die sich bereitwillig zu helfen zeigten und kleinere aber auch größere Beträge überwiesen. Und die gute Nachricht: „So weit geht es Claudia ganz gut. Sie macht Fortschritte“, freut sich ihr Ehemann. „Aber das dauert lang.“

Immer wieder finden sich Bürger, die der Familie helfen wollen. Die Vaterstettener Brettlbühne übergab im Dezember einen Betrag von über 3200 Euro an Martin Kopp. Das Geld stammt aus einer Benefizvorstellung des Theatervereins. Der Wirt der Alten Post hatte dazu auf Saalmiete verzichtet, die Eintrittskarten wurden von der Druckerei kostenlos hergestellt und ein Verlag verzichtete für den guten Zweck auf seine Tantiemen. Außerdem wurde eine Spendenbox für die Besucher aufgestellt.

Die 1000 Euro, die die Frauenneuhartinger der Familie Kopp jetzt übergeben werden, stammen aus dem Weihnachtsbasar. „Wir haben die Spende bereits im Kirchenblatt angekündigt“, so Susanne Bachmeier. Sie und die anderen Mitglieder „wollen nur das Geld übergeben. Dann sind wir gleich wieder weg.“

Martin Kopp freut sich, dass er diese Spende bekommt. Denn die Schwierigkeiten dauern an. Sein behinderter Sohn Oskar musste ins Krankenhaus. „Er hatte eine Lungenentzündung. Mich hat es auch ein bisschen erwischt“, berichtet Kopp und ist trotzdem voller Zuversicht

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