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Herzlich willkommen: Marion Reger, Ressortleiterin der Tagespflege, am einladenden Platz im Eingangsbereich.

Von der Nachbarschaftshilfe eröffnet

In Baldham gibt es jetzt eine Tagespflege

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Die Nachbarschaftshilfe Vaterstetten hat in Baldham eine Tagespflege eröffnet. Sie umfasst 20 Plätze und wurde jetzt offiziell eröffnet.

Baldham – „Biergarten“ steht auf dem kleinen Schild an der grünen Holzwand. Daneben der Hinweis: „Draußen nur Kännchen.“ Stühle und Tische passen zur Freiluftgastronomie am „Marienplatz“. Ein Ort der Entspannung. Auch ein Baum fehlt nicht. Auf einer Litfasssäule historische Plakate von Marlene Dietrich, Karl Valentin und vom Oktoberfest. Das ist der Eingangsbereich der Tagespflege in Baldham, direkt neben dem Seniorenheim St. Korbinian.

Die Gäste der offiziellen Eröffnung haben sich im nur wenige Schritte entfernten „Wohnzimmer“ eingefunden, ausgestattet mit Postergarnitur, Regalen an der Wand und geblümter Tapete. Die bequemen Sessel finden schnell Nutzer. Der Raum erinnert an die gediegene Lobby eines Hotels. „Hier wären wir näher an fünf als an vier Sternen“, meint Franz Pfluger, Vorsitzender der Nachbarschaftshilfe für Vaterstetten, Zorneding und Grasbrunn, dem Träger der Einrichtung. Landrat Robert Niedergesäß spricht von „Wohlfühlatmosphäre“ und einer „Sternstunde“. Der ganze Landkreis könne sich über so eine Einrichtung freuen.

Vor etwa zwei Jahren war hier noch eine Pflegeschule der Caritas untergebracht, die aber nach München verlegt wurde. Die NBH bewarb sich um die Räume und erhielt den Zuschlag. Bereits länger wurde in den Reihen der häuslichen NBH-Krankenpflege über den Aufbau einer Tagespflege nachgedacht. Der Bedarf war da, nach einem speziellen Angebot für Senioren aber auch zur Entlastung von pflegenden Angehörigen.

Nach einer Umbauzeit von nur rund einem halben Jahr geht die Einrichtung am 1. März offiziell in Betrieb. Sie umfasst 20 Plätze. Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr.

Ursprünglich waren Umbaukosten von rund 350 000 Euro angesetzt gewesen. Jetzt ist von rund 500 000 Euro die Rede. Möglich war das Projekt nur durch eine ganze Reihe von Sponsoren, wie die Clarissa-und-Michael-Käfer-Stiftung, die Truma-Stiftung und die Grasbrunner Simader-Stiftung. „Betriebe, die vor Ort tätig sind, haben soziale Verantwortung übernommen“, lobt Landrat Niedergesäß. Noch im Rahmen der Eröffnung wird regelmäßige finanzielle Unterstützung zugesagt. „Wir haben nicht gedacht, dass so ein Projekt von einer Nachbarschaftshilfe umgesetzt werden kann“, so Oliver Westphalen, Geschäftsführer der NBH. „Was die Spender geleistet haben ist unübertrefflich.“ „Für mich geht ein beruflicher Traum in Erfüllung“, freut sich Ressortleiterin Marion Reger. Sie verweist auf ihr „hervorragende Team“. Jeder habe besondere Fähigkeiten. „Unsere Gäste werden sich bei uns sehr wohl fühlen.“ Zur Eröffnung ist die Einrichtung zu 75 Prozent belegt. „Wir hätten auch mit 100 Prozent starten können“, so Reger. „Aber wir wollten uns langsam kennen lernen.“ Ab April werde die Tagespflege voll sein. „Es gibt jetzt schon eine lange Warteliste.“ Dies ist laut Landrat Niedergesäß ein Indiz dafür, „dass wir noch mehr Einrichtungen dieser Art brauchen“.

Nachdenkliche Worte kommen vom evangelischen Pfarrer Stephan Opitz. Pflege sei nicht nur ein Thema für die Alten. Es könne jeden treffen. Wenn in der Pflege etwas schief läuft, dann „kann es nicht sein, dass wir dazu schweigen“. Es sei unendlich kostbar, wenn sich ein Partner um den erkrankten Partner kümmert. Das sei die Botschaft einer Gesellschaft, die sich der Nächstenliebe verpflichtet fühlt. Es komme jedoch vor, dass sich die Pflegenden selbst überfordern. „Es geht nicht ohne die Pflege der Pflegenden“, mahnt Opitz. Auch dafür ist die neue Tagespflege da.

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