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100 rollstuhlgerechte Einzelzimmer wie dieses sind in dem Neubau entstanden.

In Vaterstetten ist ein Neubau mit 100 rollstuhlgerechten Apartments entstanden

Seniorenwohnpark: Leben wie man will

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Der Ebersberger Aussichtsturm oder Motive aus München. Die großen Foto-Bilder an den weißen Wänden in den Gängen vermitteln Ruhe, Heimatgefühl, Erinnerung und Stabilität.

Vaterstetten –  „Wir pflegen nicht nur den Körper, sondern auch die Seele“, sagt Alexandra Tiefenböck-Kölbl von der Geschäftsführung im Carecon-Seniorenwohnpark in der Fasanenstraße in Vaterstetten. Daran sollen sich die Architektur und das Betreuungskonzept orientieren. Zusätzlich zum Bestand mit betreutem Wohnen und Pflegebereichen wurde jetzt ein Neubau mit 100 rollstuhlgerechten Einzelzimmern eröffnet. Inklusive der zusätzlichen Umbauten in der bisherigen Einrichtung sowie Erweiterungen investiert Inhaber Oskar Conle nach eigenen Angaben rund 40 Millionen Euro in den Standort.

Der Eingangsbereich ist großzügig gestaltet.

Noch ist nicht alles fertig im Neubau, wie sich bei einem Rundgang zeigt. Doch die Struktur ist deutlich. In den lichtdurchfluteten Zimmern mit fast zum Boden reichenden Fenstern und den großzügigen Badezimmern wurde hochwertiges Material verwendet. „Wir sind kein Bauträger“, betont Conle. Immobilien sollen langfristig für den Familienbesitz entwickelt und erhalten werden. Er ist begeistert vom Projekt in Vaterstetten. Das Gebäude war bisher schon im Besitz der Familie. Die war aber mit dem Betreiber der Senioreneinrichtung nicht zufrieden und hat den Betrieb inzwischen selbst übernommen. Geplant wurden umfangreiche Umbauten, Neubauten und ein neues Konzept. „Ich bin kein Pflegefachmann“, räumt Oskar Conle ein. Deshalb habe er sich auch Experten geholt. Für einen zukunftsorientierten Ansatz.

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Viel Licht gibt es in den verschiedenen Räumen.

n der Umsetzung des Konzepts heißt das: „Der Mensch steht im Mittelpunkt. Jeder Hausgast kann nach seinen bisherigen Gewohnheiten leben. “ Alles so individuell wie möglich. Kleines Beispiel: Frühstück ganz früh um fünf Uhr oder erst viel später gegen elf. „Das funktioniert nur, wenn alle Bereiche zusammenarbeiten“, sagt Tiefenböck-Kölbl, unter anderem in Küche und Raumpflege. Das Konzept werde nach den Bedürfnissen der Bewohner ausgerichtet. Rücksicht genommen wird auf die Biografie. Teilweise können eigene Möbel mitgebracht werden. Die Orientierung wird durch klare Farbkontraste an Türen und Wänden erleichtert, in jeder Wohngruppe mit einem eigenen Farbton. Es gibt Gemeinschaftsräume und Küchen für die Gruppen, in denen Gemüse geschnitten oder Plätzchen gebacken werden können. Ein Teil Eigenständigkeit.

Hochwertige Ausstattung in den Bädern.

Das Konzept geht jedoch darüber hinaus. Angeboten werden verschiedene Bausteine rund um die Betreuung in allen Facetten, auch außerhalb des Hauses im ambulanten Bereich. Und: „Bauen kann jeder“, sagt Conle. Wichtig sei aber, auch das Personal für die Einrichtung zu haben. Deshalb wurde auf einem Teil der Bestandsgebäude aufgestockt, um 47 Wohnungen für Mitarbeiter zu errichten. „Das ist aber wohl immer noch zu wenig“, sagt Conle. Schließlich sollen es im geplanten Endausbau der Einrichtung rund 320 Beschäftigte sein. Auch in die Ausbildung des Personals will der Betreiber investieren. Geplant ist eine Pflegefachschule mit rund 20 Plätzen pro Kurs. „Dazu haben wir die Flächen“, sagt Conle. „Das bekommen wir schon hin.“

Die Vaterstettener Einrichtung erfreut sich großer Beliebtheit. Für das betreute Wohnen gibt es eine längere Warteliste. Trotz des Neubaus wird es an der Fasanenstraße zunächst nicht deutlich mehr Plätze geben. Denn wie Eigentümer Oskar Conle ankündigt, können Bewohner aus dem bisherigen Pflegebereich in die neuen Räume umziehen. Anschließend sollen die Räume im Bestand ebenfalls umgebaut und auf den neuesten Stand gebracht werden.

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