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Einzigartig im Landkreis ist laut den Organisatoren das Konzept der integrativen Spielgruppe.

Soziales

Wo Jung und Alt gemeinsam spielen

„Wollen Sie auch mitmalen?“, fragt Christine Steinmetzger eine alte Dame im Rollstuhl. Die Seniorin schüttelt den Kopf: „Ich schaue lieber nur zu.“ Kein Problem: In der integrativen Spielgruppe im Vaterstettener Seniorenheim geht es zwanglos zu. Seit fast zwei Jahrzehnten leitet Steinmetzger die Spielgruppe unter der Trägerschaft des AWO-Kreisverbandes.

Vaterstetten – „Wollen Sie auch mitmalen?“, fragt Christine Steinmetzger eine alte Dame im Rollstuhl. Die Seniorin schüttelt den Kopf: „Ich schaue lieber nur zu.“ Kein Problem: In der integrativen Spielgruppe im Vater-stettener Seniorenheim geht es zwanglos zu. Seit fast zwei Jahrzehnten leitet Steinmetzger die Spielgruppe unter der Trägerschaft des AWO-Kreisverbandes.

Dreimal pro Woche treffen sich hier Kinder ohne Beeinträchtigung und solche mit Entwicklungsstörungen, geistigen oder körperlichen Behinderungen. Gemeinsam wird gespielt, gebastelt, vorgelesen oder gesungen.

Das Besondere: Hier treffen sich nicht nur Kinder ab zwei Jahren, sondern auch Jung und Alt, denn auch die Bewohner des Seniorenheimes sind regelmäßig zu Gast. „Immer dienstags kommt eine Gruppe von Senioren zu uns, aber auch an den anderen Tagen steht unsere Tür für die Bewohner offen“, so Steinmetzger. Manche Hausbewohner schauen nur mal kurz vorbei, schauen zu und freuen sich an dem Kinderlachen. Andere machen aktiv mit beim Malen, Basteln und Singen und werden von den Kindern fröhlich mit Namen begrüßt.

Außerdem gibt es rund ums Jahr viele gemeinsame Aktionen wie Plätzchenbacken, Gottesdienstbesuche, Muttertagsfeiern oder Faschingsfeste. Wenn die Ersatz-Omas und -Opas mal krank sind, dann kommen die Kinder auch auf die Station, bringen Blumen oder selbst gemalte Bilder vorbei.

„Das Konzept ist bis heute einzigartig im Landkreis“, betont Steinmetzger, die die Gruppe zusammen mit der Erzieherin Barbara Kraus leitet. Meist werden sie auch noch von einem Jugendlichen aus dem Bundesfreiwilligendienst unterstützt, momentan sind sie auf der Suche nach einem neuen „Bufti“. Stattdessen ist Leon Rumpf dabei, der im Seniorenheim sein freiwilliges soziales Jahr absolviert. Er bringt die Senioren zur Spielgruppe und ist während ihres Aufenthalts dort ihr Ansprechpartner. Auch die Kinder haben ihn schon ins Herz geschlossen, krabbeln auf seinen Schoß und lassen sich von ihm beim Basteln helfen.

Hatte der Betreiberwechsel im Seniorenheim von GSD zu Carecon Auswirkungen auf die Spielgruppe? „Überhaupt nicht“, versichert Steinmetzger. „Der neue Betreiber war schon zweimal da und hat sich sehr positiv geäußert. Schließlich sind wir eine Bereicherung für das Heim.“

Ein weiterer gern gesehener Gast ist Vaterstettens Bürgermeister: Ob früher Peter Dingler und Robert Niedergesäß oder aktuell Georg Reitsberger, sie alle haben die Spielgruppe, die von der Gemeinde Vaterstetten finanziell unterstützt wird, schon häufig besucht. Es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre in dem hellen, freundlich eingerichteten Raum im Untergeschoss. „Die Kinder und die Senioren sind hier in einem geschützten Raum, ganz ohne Druck und Hektik“, erklärt Steinmetzger. Es gilt das Motto: „Wer gar nicht erst ausgrenzt, für den ist Integration keine Schwierigkeit.“ Kein Wunder also, dass die Gruppe stets ausgebucht ist.

Informationen

gibt es bei Christine Steinmetzger unter Telefon (0 81 06) 10 79.

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