Markus Schipper, Franz Wallner, Kunigunde Bromberger und Michi Beslmüller (v.l.) bei der Übergabe der Modeln. Foto: jro

Spende für das Betreuungszentrum Steinhöring von Vaterstettener Seniorin

„Irgendwann werde ich blind“

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Weil sie ihr Augenlicht verliert, trennt sich Vaterstettener Seniorin von ihren Schätzen. Kundigunde Bromberger spendet Betreungszentrum Steinhöring Wachsmodeln.

Vaterstetten – „Ich bin froh, wenn das jetzt alles in gute Hände kommt.“ Kunigunde Bromberger lacht fröhlich, während junge Männer Kisten aus dem Haus in Vaterstetten tragen. In den Behältern sind Modeln, Formen zum Wachsgießen. Auch mit Salzteig könnte man die Vorlagen füllen. Wie viele Einzelstücke es sind, weiß die quirlige 93-Jährige nicht. „Aber mindestens 500“, schätzt sie. Abgeholt wurden die Modeln jetzt von Franz Wallner und seinen Helfern vom Betreuungszentrum Steinhöring. Der Einrichtung für Menschen mit Handicap hat Bromberg die Modeln samt einigen Schachteln mit Wachsstücken nämlich geschenkt.

Die Vorlagen sind etwas ganz Besonderes. Über viele Jahre hatte sich Kunigunde Bromberger um ihre Familie gekümmert. „Aber als dann die Kinder aus dem Haus waren, hatte ich Zeit“, erzählt sie. Gemeinsam mit ihrem Mann Arno Bromberger, Professor an der Akademie der bildenden Künste München und Leiter der dortigen Werkstatt für Glasmalerei, entwickelte sie ein besonderes Verfahren. Die Modeln bestehen aus Silikon. „Und ein paar Zusätze“, erklärt Kunigunde Bromberger. „Wir haben sehr viel experimentiert, bis wir die richtige Mischung hatten.“

Damit konnten sie von Vorlagen Abdrücke machen, ohne diese zu beschädigen. „Ganz egal ob aus Holz, Stein oder Metall.“ Das Ehepaar sammelte die unterschiedlichsten Motive, in Bayern, in Österreich und der Schweiz. „Es waren auch viele religiöse Vorlagen darunter.“ Daraus entwickelte sich bei der Vaterstettenerin nicht nur eine Leidenschaft, sondern vor rund 30 Jahren auch eine Einnahmequelle. „Es war ein gutes Geschäft.“ Aus dem Eingangsbereich des Hauses wurde eine Art Verkaufsraum. „Auch in einem Laden für Kunstgewerbe wurden meine Wachsbilder angeboten.“ Zudem waren die Ergebnisse ihrer Arbeit auch auf Märkten der Kirche Maria Königin erhältlich. „Den Erlös habe ich für den Kirchenbau gespendet.“ Oft habe sie ihre Werke auch verschenkt. Und jetzt spendete sie eben ihren gesamten Fundus der Steinhöringer Einrichtung.

Auch einige Glasarbeiten ihres vor zehn Jahren verstorbenen Mannes will sie abgeben. Die sind im Keller in der ehemaligen Werkstatt gelagert oder schmücken das ganze Haus. „Es kann sein, dass sich bald in ein Seniorenheim umziehen muss“, erklärt Kunigunde Bromberger. „Angemeldet bin ich schon.“ Bestimmte Sachen wolle sie noch vorher regeln. Derzeit versorgt sich die Senioren noch selbst. „Aber meine Augen werden immer schlechter.“ Sie habe nur noch 20 Prozent der normalen Sehleistung. „Irgendwann werde ich blind.“

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