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Packen ein: Evelyn Krieger-Donat, Johannes Donat sowie die Söhne Jonas und Adam.

Ungewollter Abschied

Kein Betreuungsplatz für Kinder: Familie zieht aus Vaterstetten weg

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Die Umzugskartons stehen schon im Wohnzimmer. Im Juli wird die Familie Krieger-Donat mit den beiden kleinen Söhnen die Gemeinde Vaterstetten verlassen. Der Grund: Probleme mit den Betreuungsplätzen für die Kinder.

Vaterstetten – Die Eltern sind beide Ärzte, sie Gynäkologin in München, er Anästhesist in Erding. Oft müssen sie bereits sehr früh ihren Dienst antreten. Studiert und ihre ersten Arbeitsjahre verbracht haben beide in Berlin. Vor vier Jahre zog es sie nach Bayern. „Wir haben Freunde in München“, erzählt Evelyn Krieger-Donat. Sie machten sich auf die Suche nach einem neuen Zuhause. „Durch Zufall sind wir in Vaterstetten gelandet.“ Inzwischen ist Sohn Jonas fünf Jahre alt, Adam zweieinhalb. Im nächsten Jahr sollten beide in den gleichen Kindergarten gehen. Bisher war der jüngere Bub in der Krippe der gleichen Einrichtung in Vaterstetten. „Und wir brauchten eine Einrichtung, die schon um 7 Uhr geöffnet hat“, erklärt die Mutter. Im Dezember hieß es, es würden im Kindergarten drei Plätze frei. Die sollten aber an die ältesten Kinder vergeben werden. „Das verstehe ich schon. Die Kindergartenleitung muss ja auf irgendeiner Grundlage entscheiden.“ In eine andere Betreuungseinrichtung zu wechseln, war laut Krieger-Donat nicht möglich. Zum einen gebe es in Vaterstetten viel zu wenige Häuser, die früh öffneten. Und in denen, die diesen Service anböten, habe es geheißen: „Schwierig, sehr schwierig.“ Eine endgültige Entscheidung sollte bis Mai fallen. „Das war uns zu spät. Wenn wir keine Betreuung haben, dann kann das Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber geben bis hin zum Jobverlust.“ Ihr mache ihre Arbeit Spaß, erklärt die Ärztin. „Ich habe sechs Jahre studiert. Dazu kommen fünf Jahre für die Facharztausbildung. Da setze ich mich nicht hin und bleibe zuhause.“ Sich deshalb ein „Rabenelterngefühl“ einreden zu lassen, will Krieger-Donat nicht zulassen. „Ich glaube, ich bin eine bessere Mutter, wenn ich beides habe, Kindererziehung und Beruf.“

Das Ehepaar entschloss sich zu einem einschneidenden Schritt. Es wird Vaterstetten verlassen und zieht nach Schwäbisch-Gmünd um. „Dort bin ich aufgewachsen, dort lebt auch meine Mutter. Aber eigentlich wollte ich nicht mehr zurück“, erzählt Krieger-Donat. Dort einen Arbeitsplatz zu finden, sei kein Problem gewesen. Und auch mit den Betreuungsplätzen für die Kinder mit entsprechenden Öffnungszeiten hat es schnell geklappt. „Ich glaube, Baden-Württemberg hat da früher geschaltet. Man bekommt vielleicht nicht immer einen Platz in der Wunscheinrichtung, aber man bekommt einen passenden Platz.“ Wenn die Kinder in die Schule gehen, gebe es ebenso entsprechende zusätzliche Betreuungszeiten, auch ab 7 Uhr früh. Das sei auch ein Grund für den Umzug gewesen, so die Ärztin. In Vaterstetten seien hingegen Probleme mit Hortplätzen zu erwarten.

Den Einrichtungen selbst macht die Ärztin keinen Vorwurf. Wenn diese genügend Personal hätten, dann könnte sie auch Angebote machen. „Es geht mir nicht um Luxus. Die Kinder sollen nur liebevoll betreut werden.“ Kritik äußert die Mutter jedoch an der Gemeinde. Die müsse mehr tun, als die Gebäude für die Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Falls das nicht geschehe, könne sich Vatersteten auch nicht als familienfreundliche Gemeinde darstellen.

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