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Die Kandidaten im vollbesetzten Saal (v.l.): Roland Meier (Freie Wähler), Klaus Willenberg (FDP), Maria Wirnitzer (SPD), Leonhard Spitzauer (CSU) und David Göhler (Grüne).

Kommunalwahl 2020

So lief die Podiumsdiskussion in Vaterstetten

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Erstmals im Wahlkampf 2020 sind in Vaterstetten die fünf Bewerber um das Bürgermeisteramt bei einer Podiumsdiskussion direkt aufeinander getroffen. So lief‘s.

Vaterstetten – Moderator Gerhard Wolf freute sich am Ende einer rund dreistündigen Podiumsdiskussion, dass es „nur ein paar kleine parteipolitische Querelen“ gegeben habe. In der Kommunalpolitik, so wie er sie verstehe, gehe es ja auch vor allem um die Sache, so Wolf, der wie von den Veranstaltern gewünscht, als Zornedinger (Förderverein „Sport und Kultur“) eine neutrale Position einnahm. Er solle nicht seine eigene Meinung „durchpeitschen“, hatte Hans-Günter Kempf für die Organisatoren erklärt.

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Seniorenbeirat hatte eingeladen

Eingeladen hatte im Vorfeld der Kommunalwahl der Seniorenbeirat Vaterstetten, unterstützt durch die Volkshochschule. Motto: „Senioren fragen Bürgermeisterkandidaten“. Der Andrang war groß. Im Hauptraum reichten die Stühle nicht aus. Viele Besucher, zwischen den Senioren auch jüngere Interessierte, standen, einige saßen auf dem Boden. Die Veranstaltung wurde per Kamera in weitere Räume im Vhs-Haus übertragen. Und auch im Internet konnte die Debatte live verfolgt werden. „Dezenter Hinweis“ von Vhs-Geschäftsführer Helmut Ertel an „unsere Kandidaten“, dass ein großer Veranstaltungsraum für die Gemeinde doch sinnvoll wäre, sprich ein Bürgersaal.

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Meist harmonische Diskussion

Die Diskussion war harmonisch, was sich auch an den Schlussstatements zeigte. „Mit ist wichtig für die Themen der Senioren zu sensibilisieren.“ Falls sie als Bürgermeisterin gewählt werde, wäre für Maria Wirnitzer (SPD) einer ihrer ersten „Handlungsakte“, einen runden Tisch mit allen Akteuren zum Thema Senioren einzuberufen, um gemeinsam die Brennpunkte darzustellen und Schritt für Schritt Abhilfe zu schaffen.

Klaus Willenberg (FDP) spannte einen größeren Bogen: „Unsere Gesellschaft wird langfristig nur funktionieren“, wenn es wieder mehr Zusammenhalt gebe. Wichtig sei ein „Wir-Gefühl“. Es gehe um Ehrenamt und Nachbarschaftshilfe. Nur so können man langfristig noch gut leben „in unserer Gemeinde, in unserem Land“. Die staatlichen Institutionen könnten langfristig das Thema Pflege bei der zunehmende Alterung der Bevölkerung nicht mehr leisten. Das gehe nur aus der Zivilgesellschaft heraus. „Das sind wir alle.“ Und das müsse man fördern. 

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Spitzauer: Gut und gesund alt werden

Leonhard Spitzauer (CSU) machte es kurz: „Ich möchte gerne Politik machen für die Gemeinde, dass alle Bürger gut, gerne und gesund in Vaterstetten alt werden können.“

David Göhler (Grüne) betonte: „Mir ist wichtig, die Kommunikation mit den Senioren und speziell mit dem Seniorenbeirat neu aufzusetzen.“ Wenn er Bürgermeister sei, würde er intensiv in den Dialog gehen, damit „wir nicht nur übereinander reden, sondern auch etwas schaffen“.

Meier fordert Respekt ein

Als letzter aus der Gruppe der Kandidaten zog Roland Meier (Freie Wähler) sein Resümee. Für ihn war die Quintessenz des Nachmittags: Es gehe um die Kommunikation, den Respekt und die gegenseitige Rücksichtnahme. „Gemeinde kommt bei mir von Gemeinschaft und nicht von Gemeinheit.“ Deutlich wurde auf dem Podium auch, dass Seniorenpolitik als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen werden müsse, also generationsübergreifend. Denn das Thema betreffe alle.

Angesprochen wurden in der Debatte eine ganze Reihe von Themen, von der Wohnraumsituation – günstige Abgebote auch für soziale Berufe – über die Verkehrsbelastung, zugeparkte Straßen, die Forderung nach einer eigenen Polizeinspektion, besserem ÖPNV bis zum Aufstellen von Sitzbänken im Gemeindegebiet und zur ärztlichen Versorgung. Die Kandidaten nahmen viele Anregungen für ihre Arbeit mit.

Wenige Differenzen

Differenzen gab es wenige. Ein Beispiel: Bei einer Frage aus dem Publikum zum Thema betreutes Wohnen sprach Spitzauer von einem bereits bekannten Projekt, das aber noch ganz am Anfang stehe und schlug grundsätzlich einen Gemeindeentwicklungsplan 2.0 vor. Wirnitzer betonte, man müsse sich die Gesamtlage ansehen, auch mit Blick auf die Kurzzeitpflege, und dann entscheiden. Willenberg sagte, es werde zu wenig gemacht und zu wenig kommuniziert, man sei zu langsam. Göhler: „Wir sind alle dafür, Möglichkeiten zu schaffen“. Das brauche aber Zeit. Und einem Investor müsse man auf die Finger gucken. Meier sprach von einem komplexen Thema, für das es viele Hürden gebe.

Service

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis Ebersberg, haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Zudem können Sie sich in unserem Artikel zu den Landratswahlen über die dort antretenden Kandidaten informieren. Alle weiteren Hintergrundberichte finden sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Ebersberg.

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