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Spezielle Techniken verwendete der Fotograf Oliver P. zur Präsentation seiner Bilder.

Er wollte ein Erinnerungsfoto

In Machu Picchu: Vaterstettener (51) stirbt bei Sturz in die Tiefe

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Vaterstetten - Er wollte ein schönes Foto als Erinnerung. Das kostete den Vaterstettener Oliver P. das Leben. Der 51-Jährige stürzte in Peru von einem Aussichtspunkt an den Ruinen der Inkastadt Machu Picchu in einen Abgrund. Am Dienstag war Beerdigung in Vaterstetten.

Der tödliche Unfall ereignete sich schon Ende Juni. Machu Picchu ist eine gut erhaltene Ruinenstadt. Die Inkas erbauten den Ort im 15. Jahrhundert in 2360 Metern Höhe auf einem Bergrücken in den Anden, 75 Kilometer nordwestlich der Stadt Cusco. Die Stadt ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen in Südamerika. Unter den Besuchern war auch Oliver P..

Zeugen sagen laut Medienberichten, er habe einen anderen Touristen gebeten, ihn zu fotografieren. „Ich werde in die Luft springen, mach’ ein Foto für mich zur Erinnerung“, soll er laut einem Zeugen gesagt haben, der auch an der Rettungsmission teilgenommen habe. Nach einer anderen veröffentlichten Aussage verlor Oliver P. gerade in dem Moment die Balance, als er die Kamera an den anderen Touristen übergeben wollte.

Helfer bargen die Leiche des Verunglückten aus der Schlucht. Nach weiteren Medienangaben habe P. vor seinem Sturz eine Absperrung überstiegen, die die Besucher sicher von Abgründen der gebirgigen Touristenattraktion zurückhalten sollte.

Tragisch, dass nun wohl ein Bild Ursache für den Tod des Vaterstetteners gewesen ist. Fotografie war nämlich seine große Leidenschaft. Das zeigte er unter anderem bei einer Ausstellung 2013 in Ebersberg. Oliver P. bezeichnete sich selbst als klassischen „Trecker“. Auf seinen Reisen wanderte er mit 30 bis 40 Kilo Gepäck durch die Lande. Südamerika, Nepal, Indonesien, das waren Ziele seiner Reisen. Immer war die Kameraausrüstung dabei. P. fotografierte und porträtierte die Menschen, die Landschaften – oft in Schwarzweiß. „Er geht dicht ran ans Motiv, aber bewahrt den Respekt vor dem Anderen“, schrieb die EZ damals. Zu jedem Bild habe er eine Geschichte erzählen können. Wie die von dem nepalesischen Neujahrsfest, bei dem sich Oberdorf und Unterdorf bei einem Seilziehen der ganz besonderen Art duellieren.

P. war jedoch nicht nur vom prallen Leben fasziniert. Ganz andere Bilder gaben der Ausstellung in Ebersberg nämlich ihren Titel: „azul“. Gezeigt wurden dabei auch Fotos von blauen Gletschern und Eisbergen zum Beispiel in Alaska oder Patagonien. Dieses Bildmaterial wurde anschließend stark bearbeitet und farblich überhöht. Alle seine Bilder druckte P. auf Fine-Art-Papier aus und zog es auf Aludibond-Platten. Das bedeutet, die Bilder werden ohne Glas und ohne einengenden Rahmen gezeigt.

Auch seine ehemaligen Mitschüler sind vom P.s Tod geschockt. Er hatte in Vaterstetten Abitur gemacht. Die Nachricht verbreiteten seine Klassenkameraden über ihr E-Mail-Netzwerk, über das sie auch zu den Klassentreffen einladen. „Traurige Nachricht“, hieß es da. „Leider hat uns wieder jemand aus unserem Jahrgang sehr früh verlassen.“ Erinnert wurden an Ereignisse aus der Schulzeit, beispielsweise an P.s Golf, dessen Heckscheibe mit Schlümpfen geschmückt war. Auch sein fröhliches Wesen war Thema in den Mails. „Die Zeit ist endlich“, so ein weiterer Kommentar. Am vergangenen Mittwoch wäre P. 52 Jahre alt geworden.

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