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Entspannt nach dem Sieg beim Landeswettbewerb: Michael Lantelme aus Vaterstetten.

Michael Lanthelme (17) aus Vaterstetten tritt beim Bundeswettbewerb Jugend forscht an

„Ich bin kein Streber“

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„Ich bin eigentlich nicht der Standard-Mathematiker, der sich zurückzieht und nicht rausgeht“, sagt Michael Lantelme. Dabei hat er Großes vor.

Von Robert Langer

Vaterstetten – Entspannt sitzt der 17-Jährige in einem oft benutzten Sessel in einem Aufenthaltsraum am Gymnasium Vaterstetten. Dabei hat er gerade den Landeswettbewerb „Jugend forscht“ mit einem Projekt aus der Mathematik gewonnen. Der Bundeswettbewerb findet vom 24. bis 27. Mai in Darmstadt statt. Dann steckt Lantelme mitten im Abitur, zwischen den schriftlichen und den mündlichen Prüfungen. Deshalb will sich der Vater-stettener jedoch nicht von der Teilnahme in Darmstadt abhalten lassen. „Es lohnt sich.“ Er wolle zwar bei seiner Gymnasiums-Abschlussprüfung gute Noten haben, brauche aber kein perfektes Abitur. „Ich bin kein Streber.“

Angetreten ist Michael Lantelme beim Wettbewerb mit einer Erweiterung des Waringschen Problems, einem Thema aus der Zahlentheorie. Der „Jugend forscht“-Jury musste ein Matheprofessor erklären, wie viel Können in der Formel steckt, die der Vaterstettener entwickelt hat. „Das gibt es bisher noch nicht. Angefangen habe ich damit schon in der zehnten Klasse.“ Damals habe er Potenzzahlen auf Listen geschrieben. Doch sein mathematisches Wissen reichte noch nicht aus. Jetzt ist es anders. „Im Unterricht fange ich irgendeine Gleichung auf. Dann spiele ich ein bisschen daran herum. Dann erkennt man ein Muster. Ich versuche, die Aufgabe zu lösen. Manchmal dauert es nur drei Minuten, manchmal aber auch länger. Manchmal lasse ich es einfach liegen und mache später weiter.“ In der Schule sind neben Mathematik die Naturwissenschaften Lantelmes Lieblingsfächer. Weniger anfangen kann er mit Deutsch. Grammatik sei zwar durchaus logisch. Aber über ein Gedicht sich „mehrere Seiten Text aus der Nase zu ziehen“, das sei nicht seine Sache, räumt er ein.

Dass er sich für „Jugend forscht“ beworben hat, erzählte er in der Schule zunächst nicht. Erst als er die erste Runde überstanden hatte, sprach er mit seiner Mathematiklehrerin Sabine Schweiger. Die sicherte auch sofort ihre Unterstützung zu. „Sie hat mir geholfen, nicht beim Problem selbst, aber drumherum.“

In seiner Freizeit ist Michael Lantelme sehr aktiv. Er treibt viel Sport. „Da kann man sich richtig auspowern.“ Er spielt Volleyball und macht Zehnkampf. „Bei den Hürden habe ich Probleme, ich bin nicht groß genug.“ Seit seinem sechsten Lebensjahr spielt er Klavier. Gitarre hat er sich selbst beigebracht. Und er liebt Spiele, bei denen man taktisch vorausdenken muss, wie Schach. „Es kann manchmal schon eine Weile dauern, bis ich einen Zug mache.“ Zudem engagiert sich Lantelme in der Jugendarbeit der Petrikirche, ist Mitglied im Jugendausschuss. Er hat unter anderem gelernt, vor einer größeren Gruppe zu sprechen. „Wenn ich beispielsweise Jugendlichen ein Spiel erkläre, dann ist das kein Problem.“ Genutzt hat ihm das auch bei „Jugend forscht“. Die Präsentation ist ein wichtiger Teil des Wettbewerbs. „Wenn das gut klappt, dann hat man gute Karten bei der Jury.“

Lantelme ist immer noch begeistert vom Landeswettbewerb in München. „Ich war schon etwas nervös. Das war ziemlich groß aufgezogen. Allein das Rahmenprogramm war schon sensationell. Es gab eine Reihe von Events, beispielsweise Kartfahrten. Wichtig seien auch die Gespräche der Wettbewerbsteilnehmer untereinander gewesen. „Da kann man viele Freundschaften schließen.“

Nach dem Abitur, wen wundert’s, will Michael Lantelme Mathematik studieren. „An der TU oder der LMU in München, das sind die renommiertesten Hochschulen.“ Beim Nebenfach ist er sich noch nicht sicher. „Wirtschaft wird es wohl nicht werden, ich möchte später nicht in einer Bank sitzen.“ Vorstellen kann er sich jedoch eine Anstellung als Versicherungsmathematiker oder eine Laufbahn an der Universität. „Doch das ist ein Risiko. Es gibt nur wenige Professorenstellen.“ Das nächste Ziel ist jedoch der Bundeswettbewerb. Lantelme will die Osterferien nutzen und noch ein bisschen an seiner Arbeit feilen.

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