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Vaterstetten erhält „großräumige Aufsuchungserlaubnis“ für Geothermie

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Von: Robert Langer

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Hightech-Vorhaben mit komplexem Vorlauf: Einer solchen Geothermiebohrung wie hier in Poing ist die Gemeinde Vaterstetten einen Schritt näher.
Hightech-Vorhaben mit komplexem Vorlauf: Einer solchen Geothermiebohrung wie hier in Poing ist die Gemeinde Vaterstetten einen Schritt näher. © dz

Das Thema Geothermie wird in Vaterstetten wieder angeheizt. Voruntersuchungen können starten.

Vaterstetten – Die Kommune beziehungsweise das Gemeindewerk hat für einen beantragten Claim die sogenannte „großräumige Aufsuchungserlaubnis“ für Geothermie erhalten. Das bestätigte Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) auf Anfrage der EZ. Es geht zunächst um Voruntersuchungen in Hinblick auf Wirtschaftlichkeit, Sammeln und Auswerten von geologischen Informationen auch aus schon stattgefundenen Bohrungen in der Umgebung und die Suche nach mögliche Bohrstandorten. Wie der Rathauschef betont, beinhalte dies jedoch noch keine Erlaubnis für spätere Bohrungen. Dazu sei einen „gewerbliche Aufsuchungserlaubnis“ erforderlich. Als nächster Schritt würde nun der Aufgabenkatalog aus der Aufsuchungserlaubnis bearbeitet. Und es geht um Fördergelder.

Kostenschätzung von Fachleuten

Spitzauer nannte jetzt einen Investitionsbetrag von rund 20 Millionen Euro für zwei Bohrungen. „Wahrscheinlich geht es sogar eher in die Richtung 25 Millionen Euro.“ Zuzüglich der Kosten für Infrastruktur und Grundstücke. Dieser Betrag beruhe auf keiner Kostenberechnung, sondern sei lediglich eine Schätzung von Fachleuten. Er beinhalte aber alle Kosten bis zur Einspeisung in das Netz.

Finanzlage ist schwierig

Klar machte Spitzauer jedoch auch, dass die Gemeinde Vaterstetten derzeit „nicht in der finanziellen Lage ist, die Energiewende vor Ort zu gestalten“. Und dann auch Kritik in Richtung Landkreis, der seinen Finanzbedarf für verschiedenste Aufgaben zu einem großen Teil über Zahlungen aus den Gemeinden deckt. „Um so mehr Geld wir bei der Kreisumlage nach Ebersberg überweisen, um so weniger können wir umsetzen.“

Suche nach Partnern

Vaterstetten werde dies „bestimmt nicht alleine stemmen können“. Und: „Wir sind derzeit auch auf der Suche nach möglichen Partnern.“ Es gebe laufend Kontakte mit den Nachbargemeinden Grasbrunn und Zorneding. Auch auf Landkreisebene gebe es immer wieder Gespräche. Eine komplette Übernahme des Projektes durch ein privates Unternehmen lehnt Spitzauer ab. „Da die Gemeinde Vaterstetten mit ihrem Kommunalunternehmen (KU) hier schon in Vorleistung gegangen ist, wäre es dumm, nun das Zepter aus der Hand zu geben.“ Zielführend sei, dass Gemeinden Abnehmerstrukturen schaffen, damit die Wärme auch an die Bürger gebracht werden könne. Dies sei in Vaterstetten mit der Gründung des KUs passiert.

Mitte des Jahres Grundsatzbeschluss des Gemeinderates geplant

Der nächste Meilenstein sei nun ein Grundsatzbeschluss im Gemeinderat. „Diesen planen wir für Mitte des Jahres, sobald verlässliche Informationen zur Finanzierung vorliegen. Über weitere Meilensteine werden wir dann sprechen.“

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