Sturmtief fordert Tribut: Jetzt ist eine S-Bahn-Linie unterbrochen

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Eine tiefe Grube an der Stelle, wo später einmal ein Hallenbad stehen wird. Im Hintergrund der Rohbau der neuen Schule in Vaterstetten. Sie wird 40 Millionen Euro kosten.

An einem Spitzentag werden auf dieser Baustelle 300 Kubikmeter Beton verbraucht

Prima Zwischenzeugnis für Schulbau

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Es qualmt und dampft ganz gewaltig. Menschen sind hinter den Schwaden nur schemenhaft zu erkennen. Ursache ist jedoch nicht ein Brand, sondern Arbeiten an der neuen Schule am Vaterstettener Sport- und Freizeitgelände.

Vaterstetten – Derzeit wird das Dach des Rohbaus abgedichtet. Inzwischen sind die Strukturen der neuen Bildungseinrichtung bereits deutlich zu erkennen. Interessierte Betrachter sehen jedoch abgetrennt durch den Bauzaun nur die Fassade der drei würfelförmigen, ineinander verschränkten Gebäudeteile. Auch der umlaufende Fluchtbalkon, der aus Brandschutzgründen notwendig ist, ist von außen zu erkennen. Das 40-Millionen-Projekt nimmt Gestalt an. Spatenstich war im März. Gebaut wird auf einem weitläufigen Areal, dort wo einst die Baseballer der Baldham Boars ihre Punktspiele austrugen.

Im Inneren kann man sich mit etwas Fantasie schon vorstellen, wie künftig Kinder hier lernen werden. Da sind die Pfeiler, zwischen denen später die Wände im Trockenbau gesetzt werden. Manche Strukturen wiederholen sich in den verschiedenen Stockwerken der Gebäudewürfel, wie etwa die Sanitäreinrichtungen in der Mitte oder die Festlegungen für die Garderoben. Erahnen kann man auch bereits, wie einmal die große Aula mit den Sitzstufen aussehen könnte. Beeindruckend ist der lange Gang, der die Gebäudeteile miteinander verbindet.

Klar ist schon jetzt: Es wird viel Licht in der neuen Schule geben. Dafür sorgen eine Kuppel und Lichtschächte über die drei Etagen. Entstehen sollen Klassenzimmer und Fachräume für eine vierzügige Grundschule plus die Mittelschule. Die Räume sind der Ersatz für die teilweise marode Schule an der Johann-Strauß-Straße, die abgerissen werden soll. Auf dem dann frei werdenden Grundstück sollen Wohnungen entstehen.

Derweil herrscht auf der Baustelle für die neue Schule zum Jahresbeginn bereits wieder Hochbetrieb. Der Rohbau ist bis auf wenige Restarbeiten abgeschlossen. An einem Spitzentag wurden hier bis zu 300 Kubikmeter Beton verarbeitet, erklärt Polier Martin Zaggl von der ausführenden Baufirma Pfeiffer aus Rosenheim. Das sind mehr als 30 Betonmischer-Ladungen. Insgesamt geht es laut dem Unternehmen um fast 13 000 Kubikmeter Ortbeton und rund 1450 Tonnen Betonstahl. Dazu kommen 1650 Quadratmeter Stahlbeton-Fertigteil-Balkone. Die Außentreppen sind einer der wenigen Punkte, die beim Rohbau noch fehlen.

„Das Wetter kommt uns entgegen“, erklärt Zaggl. „Wir sind voll im Zeitplan, sogar schneller“, meint Bernhard Riedl vom Gebäudemanagement im Rathaus Vaterstetten, der für den Schulbau zuständig ist. Die elektrischen Leitungen könnten bald verlegt werden. Im Beton sind die Öffnungen für die Leerrohre zu sehen, weiter oben sind in den Wänden die Durchlässe erkennbar. Beginnen könnte man im Keller, erklärt Riedl. Dort wäre es, falls notwendig, auch möglich zu heizen. Im Untergeschoss liegt die Technikzentrale des Gebäudes. Dort werden auf Podesten unter anderem die Maschinen für die Gebäudelüftung untergebracht.

Während im Rohbau der Schule selbst die Schalungen abgebaut und die Bretter gereinigt werden – alles ist aufgeräumt, der Boden sauber – wird einige Meter entfernt weiter betoniert und jede Menge Metall verbaut. In der großen Baugrube, der tiefste Punkt liegt rund zwölf Meter unter dem Geländeniveau, entsteht auf dem Kiesfundament das Hallenbad. Markant sind die hohen Spundwände. Die Grundstrukturen des Beckens mit der späteren unterschiedlichen Wassertiefe und dem umlaufenden Technikgang sind schon zu erkennen. Dennoch wird es noch einige Monate dauern, bis auch hier alles steht. Auf das Hallenbad wird nämlich quasi ein Stockwerk höher auch noch die neue Dreifach-Sporthalle aufgesetzt. Das sei dann aber eigentlich zeitlich nicht mehr so aufwendig, meint Zaggl zuversichtlich. In Betrieb gehen soll die neue Schule spätestens zum Schuljahresbeginn 2019.

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