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Klaus Breindl, Vorsitzender der Vaterstettener Autoteiler, freut sich über das Angebot, das drei Bauträger den Menschen machen, die im Neubaugebiet Vaterstetten-Nordwest einziehen werden. 

Neubaugebiet Vaterstetten-Nordwest

Zur Immobilie gibt’s ein Auto dazu

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Es ist ein Novum: Drei Bauträger in Vaterstetten-Nordwest kaufen Fahrzeuge für die Vaterstettener Autoteiler, um den Neubürgern der Siedlung Carsharing zu ganz besonders günstigen finanziellen Konditionen anbieten zu können.

Vaterstetten – Die Idee stammt vom Carsharing-Verein. „Wir denken ständig über alles Mögliche nach“, erklärt Vorsitzender Klaus Breindl. „Wir wollen die Autoteiler-Idee weiter verbreiten und die Einstiegshürde so gering wie möglich halten.“

So funktioniert Carsharing in Vaterstetten: Der Verein stellt Fahrzeuge zur Verfügung, die von den Mitgliedern genutzt werden können. Während ein normaler Autobesitzer auch zahlt, wenn er mit seinem Auto gar nicht fährt – drei Viertel aller Kosten sind Fixkosten und fallen unabhängig von der Fahrleistung an – gilt für das Carsharing in der Großgemeinde: Gezahlt wird nur für das, was auch tatsächlich gefahren wurde. Abgerechnet wird nach Kilometern und nach Zeit. Es gibt keine Jahres- und keine Monatsgebühr.

Um Mitglied zu werden, ist aber eine Aufnahmegebühr von 50 Euro zu entrichten. Zudem wird eine Einlage von 600 Euro fällig, die wieder zurück erstattet wird, wenn der Nutzer den Verein verlässt.

Im speziellen Modell für die Neubürger in Nordwest entfallen sowohl die Aufnahmegebühr als auch die Einlage. Für die künftigen Bewohner bringen die Bauträger zwei bis drei Autos ein. Beteiligt sind laut Gemeinde die Eurytos Hausbau GmbH & Co. KG, die Induwo Wohnbau GmbH und die Vaterstetten Nordwest GmbH Wohnungsbau KG. Vorgesehen sind Fahrzeuge der Polo-Klasse. „Da passt auch ein Kinderwagen rein“, erklärt Breindl.

Es gibt jedoch eine Einschränkung: Wer dieses besondere Angebot nutzt, kann nur über die von den Bauträgern finanzierten Autos verfügen, nicht jedoch über die gesamte Fahrzeugflotte des Vereines. Wer Letzteres möchte, könne auch ganz normal Mitglied bei den Autoteilern werden, so Breindl.

„Als Partner für das Nordwestprojekt brauchten wir zunächst natürlich die Gemeinde“, erklärt Breindl. „Aber da haben wir offene Türen eingerannt.“ Der örtliche Klimaschutzmanager Tobias Aschwer freut sich. „Es ist schön, dass wir in Zusammenarbeit mit dem Bauamt, den Bauträgern und den Vaterstettener Autoteilern ein solches, bisher einmaliges und innovatives Projekt umsetzen konnten.“ Zusätzlich könne dadurch auch ein wichtiger Teil des gemeindeeigenen Klimaschutzkonzeptes bearbeitet werden. „Ich hoffe, dass dieses Projekt als eine Art Blaupause für weitere Projekte in Vaterstetten, aber auch im Landkreis Ebersberg oder auch anderen Nachbarlandkreisen angewendet werden kann“, so Aschwer.

Frederic Mann vom Bauträger Eurytos betont: „Für uns und für die anderen Bauträger ist das ein tolles Projekt.“ Damit seien die künftigen Bewohner nicht unbedingt auf den ÖPNV oder ein Taxi angewiesen, wenn sie beispielsweise zum Einkaufen wollten. Das sei auch für Kapitalanleger interessant. Zudem seien die Vaterstettener Autoteiler eine Organisation, die funktioniere und die über viele Erfahrung verfüge. Auch habe Eurytos bereit Konzepte entwickelt, die Wohnen und Mobilität verbinden, so Mann.

Zunächst soll nun ein Auto im neuen Wohngebiet stationiert werden, wenn der Bedarf besteht, kommt ein weiteres Fahrzeug hinzu. Genutzt wird dazu ein Parkplatz, der von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wird und entsprechend markiert ist. Das Angebot soll starten, wenn die ersten Bewohner einziehen, also wohl nach den Sommerferien, so Breindl. Der Verein plant für den Service einen Flyer und Informationsveranstaltungen gemeinsam mit der Gemeinde im Rathaus. Die künftigen Nutzer müssen sich registrieren lassen. „Sie müssen im Neubaugebiet wohnen. Wir wollen wissen, wer die Autos fährt und wir wollen natürlich vorher den Führerschein sehen“, erklärt Breindl. Gebucht werden können die Autos im Internet. Mit einer Chipkarte wird die Zentralverriegelung des Fahrzeuges geöffnet. In einem Tresor im Innerern ist der Autoschlüssel.

Zur Registrierung soll es eigene Termine geben. „Für uns ist das auch ein Risiko“, erklärt Breindl. Der Verein bewirtschafte die Autos, trage die Kosten für Versicherung oder Inspektionen. „Zudem müssen wir das Angebot mindestens über fünf Jahre aufrecht erhalten.“ Abgerechnet wird nach nach gefahrenen Kilometern und genutzter Zeit. Wenn niemand fährt, hat der Verein keine Einnahmen und bleibt auf seinen Kosten sitzen.

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