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Eine ganze Reihe von Auszeichnungen nahm Bürgermeister Georg Reitsberger (r.) beim Neujahrsempfang vor. (v.l.) Heinz Gerrits, Heinz Bastian, Anja Feigl mit Petra Scheuring und Sarah Haiber (alle drei von der Musikschule), Jo Neunert, Philipp Soller, Bernhard Bichler und Rainer Götz.

Neue Ehrengabe: Vaterstetten zeichnet aus

„Ein Stück Heimat“ für Heinz Gerrits

Vaterstetten - Mit einer neuen Auszeichnung „Ein Stück Heimat“ ehrt die Gemeinde Vaterstetten Bürger, die sich in besonderer Weise um die Kommune verdient gemacht haben. Erster Preisträger ist der Badhamer Heinz Gerrits.  

Ein Seeblatt mit stilisiertem Weg, in Bronze gegossen und montiert auf einem Würfel aus Nagelfluh: Das ist die neue Ehrengabe „Ein Stück Heimat“ der Gemeinde Vaterstetten. Geschaffen hat sie der Baldhamer Künstler Steffen Schuster. „Mit dieser Ehrengabe werden ab diesem Jahr Personen ausgezeichnet, die in besonderer Weise durch ihr Wirken und ihren Einsatz der Gemeinde Vaterstetten Ansehen und Wertschätzung verschafft haben“, so Bürgermeister Georg Reitsberger. Erster Träger der Auszeichnung ist der Baldhamer Heinz Gerrits. Die Auszeichnung wurde beim Neujahrsempfang am Wochenende überreicht.

So sieht sie aus: Die neue Ehrengabe der Gemeinde Vaterstetten. Fot o: Gemeinde

Es ist eine weitere große Auszeichnung für Gerrits. Im vergangenen Jahr erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Die Liste seiner Verdienste für die Allgemeinheit ist lang. „Ich hatte eigentlich immer ein Ehrenamt. Die Erfolge motivieren“, hatte er einmal im Interview mit derEbersberger Zeitungerklärt.

So engagierte sich der Baldhamer von 1985 bis 2000 im Kirchenvorstand der evangelischen Petrikirche. Es gelang ihm, völkerverbindende und religiöse Brücken zwischen Baldham und Blutroth in Rumänien zu schlagen und dauerhafte Verbindungen zu schaffen. Zudem setzte er sich bei den Tagen der ökumenischen Begegnung, dem Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Europäischen Jugendtreffen ein.

Im Dezember 1998 wurde der Förderverein „Evangelische Petrikirche Baldham“ gegründet. Gerrits gehörte nicht nur zu den Gründungsmitgliedern, sondern fungierte bis Mai 2007 auch als Vorsitzender.

Beruflich war er Vertriebs- und Betriebsleiter sowohl in der Milchwirtschaft als auch in der Lebensmittelindustrie und der chemischen Industrie. Seit seinem Ruhestand engagiert er sich als kompetenter ehrenamtlicher Mitarbeiter beim „Senior Experten Service Bonn“. Er stellte bei Einsätzen in der Mongolei, China, Rumänien, Weißrussland, der Republik Moldau, in Indonesien und Aserbaidschan sein umfangreiches Wissen zur Verfügung. Gerrits kümmerte sich um die Verbesserung von Molkereiprodukten, der Betriebsorganisation, des Qualitätsmanagements und der Schulung des Personals.

Seit 2005 ist Gerrits ehrenamtlicher Leiter der Sektion München des „Freundeskreises Luftwaffe“. „Meine große Liebe gehört der Fliegerei“, erklärte er einmal. Ziel der Organisation ist es, besonders bei der Jugend das Verständnis für die Luftwaffe zu fördern sowie über die Bedeutung der zivilen und militärischen Luftfahrt für Wissenschaft, Technik, Verkehr und Sport zu informieren.

Seit März 2009 engagiert sich der Baldhamer zudem als Leiter der Mentoren. In diesem Projekt werden Jugendliche bei ihrer Berufswahl begleitet und unterstützt. „An dieser Aufgabe hat mich interessiert, dass man seine Erfahrungen einbringen kann, um jungen Menschen zu helfen“, so Gerrits.

Der Schöpfer der neuen Auszeichnung, Steffen Schuster, ist kein Unbekannter in der Gemeinde Vaterstetten. Vor ein paar Jahren präsentierte er in einer Einzelausstellung im Rathausfoyer die Werke seines künstlerischen Schaffens. Ein „Schmolch“, eine kleine Fabelfigur in Bronze gegossen, ziert seitdem den Sitzungssaal.

Steffen Schuster hat in München Grafik-Design studiert. Durch seinen Vater, einen erfolgreichen Bildhauer und Illustrator, fand er seinen Weg zur eigenständigen Kunst. (weiterer Bericht folgt)

Hintergrund:

Das Seeblatt ist dem Wappen des Klosters Tegernsee entnommen. Im ältesten erhaltenen schriftlichen Zeugnis über Vaterstetten sichert Papst Urban III im Jahre 1186 dem Kloster den Besitz an der Dorfkirche zu. Der stilisierte Weg beschreibt bedeutende Verbindungen, die durch die Gemeinde Vaterstetten führten: Eine Römerstraße durch Neufarn, eine wichtige Salzstraße durch Weißenfeld und die „Obere- und Untere Wiener Route“. Auf ihnen waren nicht nur Fuhrleute, Kutscher und die fahrende Post unterwegs, sondern auch mordende und plündernde Heerscharen und Landsknechte. Der Nagelfluh fand neben Tuffstein Verwendung in Fundamenten der ehrwürdigen Dorfkirchen der Gemeinde . Auf einer Nagelfluhschicht wird das Grundwasser gehalten, das zu den größten Reservoirs Europas zählt.

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