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Verschwenkt: Die Möschenfelder Straße könnte künftig einen Bogen um das neue Zentrum machen. Der Kreisverkehr (links im Bild) an der Zugspitzstraße wird wohl auf jeden Fall notwendig werden.

Gemeinderat beschäftigt sich nach längerer Zeit mit dem Rathausumfeld – ohne Beschluss

Neues Ortszentrum Vaterstetten: Mal wieder Ideen

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Noch einmal vor der Kommunalwahl im kommenden Jahr kam das Thema Ortsmitte Vaterstetten auf die Tagesordnung, nachdem es in den vergangenen Jahren ruhig um dieses Thema geworden war.

Vaterstetten –  Im Gemeinderat wurde jetzt eine ganze Reihe von Varianten im Zuge einer neuen Studie vorgestellt, inklusive Überlegungen zur Verkehrssituation. Zentrale Frage: Soll die Möschenfelder Straße für das Projekt in Höhe von Kirche und Rathaus verschwenkt werden, wie schon einmal vorgesehen, oder gerade bleiben, wie sie jetzt ist.

Beschlüsse gab es aber nicht. Auch ist unklar, wann das Projekt umgesetzt werden kann und wie die Finanzierung aussehen könnte. Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) nutzte die Gelegenheit zu einem Appell.

Herzstück der Gemeinde

„Die Gemeinde beschäftigt sich schon lange mit seinem Herzstück“, so Planerin Gabriele Dattenberger vom Architekturbüro bgsm im Gemeinderat. So hatte es 1990 einen Ideenwettbewerb gegeben, 2001 einen Investorenwettbewerb für einen Bürgersaal, 2003/2004 einen Ideen- und Realisierungswettbewerb „Rathausumfeld mit Bürgersaal“ und schließlich einen „Wettbewerblichen Dialog“ für das Rathausumfeld, der jedoch scheiterte. Seitens der Verwaltung hatte man argumentiert, man könne Teile dieser Planung bei einem neuen Ansatz wiederverwenden.

Viele Varianten

Hier setze auch die Planerin an, in einer etwas aufgelockerten Variante. Das Rathaus würde abgerissen. Dort könnte ein Vollsortimenter entstehen. Im Obergeschoss Dienstleistung, Büros und möglicherweise Wohnungen. Die Möschenfelder Straße würde in die bisherige Ackerfläche hinein im Bogen nach Ostern verschwenkt. In diesem „Bauch“ könnten von Norden nach Süden betrachtet kleinere Läden Platz finden, ebenso das neue Rathaus gegebenenfalls mit Gemeindebibliothek und Gastronomie. Dazu ein Bürgerhaus mit einem Saal über zwei Geschosse. Zu diesem Entwurf gibt es etliche Varianten.

Rathaus und Bürgerhaus

Die zweite Vorschlags-Gruppe sieht vor, die Möschenfelder Straße nicht zu verschwenken. Dann wären auf der einen Seite der Straße, also der Kirchenseite, ein neuer Vollsortimenter vorgesehen, möglicherweise mit Büros und Bibliothek sowie Wohnen, möglicherweise Reihenhäuser. Östlich der Straße das neue Rathaus und das Bürgerhaus. Auch dazu gibt es mehrere Varianten.

Fremdkörper

Gemeinderat Benedikt Weber (CSU) argumentierte, bei gerader Straße seien Bürgersaal und Rathaus quasi Fremdkörper. Bei einer Verschwenkung sei eine dichtere Bebauung möglich, was aus Sicht von Weber die Chancen der Finanzierung erhöhe, weil man mehr Gebäude vermarkten könne.

Für eine Verschwenkung ist auch Vizebürgermeister Martin Wagner (CSU). Es mache wenig Sinn, die Straße über den Platz laufen zu lassen und links sowie rechts zu bauen, so sein Argument.

Die Straße habe eine „trennende Wirkung“, meinte Maria Wirnitzer (SPD). Das gerade Konzept solle man nur durchführen, wenn die Geschwindigkeit gesenkt werden könne. Ihr Fraktionskollege Josef Mittermeier bemängelte, dass der Umgriff der Planung zu gering sei. Man wisse nicht, wie es mit der Wendelsteinschule weiter gehe – Abriss und Neubau oder Sanierung. Auf Nachfrage erklärte Planerin Dattenberger, die Studie gehe davon aus, dass saniert werde.

Manfred Schmidt (AfD/FBU) zielte in eine andere Richtung, nämlich auf die große landwirtschaftliche Fläche gegenüber des Rathauses. Man müsse mit den Eigentümern reden. Die Gemeinde könne eine Verwertung der Fläche durchsetzen. Als letzte Möglichkeit sieht Schmidt eine entschädigungspflichtige Enteignung zum Wohle der Allgemeinheit.

Möglichkeiten für die nächste Generation

Bürgermeister Reitsberger konterte. „Wir sind eine einzigartige Gemeinde und haben im Ort viele Grün.“ Man müsse auch der nächsten Generation die Möglichkeit geben, etwas Schönes zu machen. „Wir können nicht alles verbauen.“

Reitsberger sprach sich übrigens dafür aus, die Möschenfelder Straße nicht umzubauen. „Wir können alles Schritt für Schritt machen. Den Verkehr bringen wir sowie so nicht weg.“

Klar war im Vaterstettener Gemeinderat aber auch, dass an der Einmündung Zugspitzstraße ein Kreisverkehr gebaut werden müsse, und das unabhängig davon, ob das neue Zentrum umgesetzt wird oder nicht, wie Verkehrsplaner Benedikt Bracher vom Büro Schlothauer und Wauer erklärte. Die Kreuzung stoße schon jetzt an ihre Grenzen.

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