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Weitere 100 Wohnungen könnten zusätzlich im neuen Baugebiet Nordwest auf dem Areal entstehen, auf dem bisher Gewerbe vorgesehen war.

Ortsentwicklung

Vaterstetten: Wohnungen statt Gewerbe

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Aus einem geplanten Gewerbegebiet im Nordwesten von Vaterstetten könnte ein Areal für Wohnungsbau werden. Zumindest wünscht sich das Bürgermeister Georg Reitsberger. 

Vaterstetten – In der größten Kommune des Landkreises Ebersberg wird viel gebaut. Im Nordwesten von Vaterstetten entsteht quasi ein neues Dorf für rund 1500 Einwohner. Auch ein Projekt mit günstige Wohnungen soll dort umgesetzt werden. Am kommenden Dienstag ist Spatenstich für eine Anlage mit 29 Einheiten, die von der Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Wasserburg errichtet wird. Die Mieten orientieren sich am Einkommen der künftigen Bewohner.

In unmittelbarer Nähe könnten noch weitere günstige Wohnungen entstehen, wenn es nach den Wünschen von Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) geht. Eigentlich ist auf dem Areal am Kreisel nördlich des neuen Wohngebiets ein Gewerbegebiet vorgesehen. Der Rathauschef könnte sich dort aber auch Wohnnutzung vorstellen. Platz wäre nach seiner Ansicht für etwa 100 Einheiten. Das würde rund 240 zusätzliche Einwohner bedeuten. Entstehen könnte laut Reitsberger kleinere Wohnungen. Günstige Mieten soll es vor allem Betreuerinnen in Kindertagesstätten oder Altenpflegern möglich machen, sich in Vaterstetten niederzulassen. Damit könnte unter anderem dringend benötigtes Personal für Kindergärten und Krippen angelockt werden. Wenn das nahe Seniorenheim erweitert wird, werde auch dort zusätzliches Personal benötigt, das dann Wohnungen brauche, so der Bürgermeister.

Das Grundstück könnte laut Reitsberger in das Wohnungsbauprojekt des Landkreises eingebracht werden. Damit hätte die Gemeinde Vaterstetten ein Mitspracherecht bei der Belegung der Wohnungen und das Areal bliebe im Eigentum der Kommune. Mit dem Projekt könnte das Problem des fehlenden preisgünstigen Wohnraums zumindest teilweise gelöst werden, so Reitsberger.

Eine Alternative für die ursprünglich geplanten Gewerbeflächen, für die es bereits ein Reihe von Interessenten gebe, böte sich laut Bürgermeister ein Areal im Norden von Vaterstetten an, nämlich dort, wo jetzt in einem Teilbereich das Umspannwerk steht. Dort könnte sich Reitsberger so genannte Handwerkerhöfe vorstellen, die neben den wirtschaftlich genutzten Gebäude auch Betriebsleiterwohnungen und Wohnungen für Mitarbeiter umfassen.

Um das Wohnungs-Projekt umsetzen zu können ist allerdings unter anderem eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig. Reitsberger geht davon aus, dass für dieses Verfahren rund eine Jahr benötigt wird.

Sehr viele schneller wird es mit dem sozialen Wohnungsbau an der Dorfstraße gehen, der vom Freistaat, von der Gemeinde Vaterstetten und vom Landkreis gefördert wird.

Entstehen sollen Zweizimmer-Wohnungen mit rund 52 Quadratmetern für ein bis zwei Personen, Dreizimmer-Wohnungen mit rund 64 oder 76 Quadratmetern für drei bis vier Personen sowie Vierzimmer-Wohnungen mit rund 89 Quadratmetern für mindestens vier Personen. Wenn nachweislich keine vierköpfige Familie vorhanden ist, kann ein Drei-Personen-Haushalt laut Genossenschaft mit einem Alleinerziehenden mit zwei Kindern unterschiedlichen Geschlechts eine Wohnberechtigung für eine Vierzimmer-Wohnung erhalten.

Die Mieten liegen zwischen sechs und acht Euro pro Quadratmeter netto zuzüglich der Nebenkosten, je nach Einkommen.

Der günstige Mietpreis gilt bis zum Jahr 2042. Dann läuft die Förderung aus. Der Mietpreis erhöht sich. Voraussetzung für den Abschluss eines Mietvertrages ist die Mitgliedschaft bei der Genossenschaft.

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