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Arbeiten im Blumengroßhandel: Blumen Zentrale-Chefin Sonja Ziegltrum-Teubner beschäftigt in ihrem Betrieb vier geflüchtete Menschen.

70 Mitarbeiter aus 13 Nationen

Blumen Zentrale in Parsdorf: Asyl-Helferkreise helfen bei der Azubi-Suche

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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Die Parsdorfer Blumen Zentrale ist Vorbild bei der Arbeitsintegration von Geflüchteten. Die IHK hat den Betrieb zum bayerischen Regionalbotschafter ernannt.

Parsdorf – Es ist kein Geheimnis, dass Landkreis-Unternehmen Schwierigkeiten haben, Auszubildende zu finden. „Im Großraum München gibt es einen Drang zur Akademisierung“, sagt Sonja Ziegltrum-Teubner, Chefin der Parsdorfer Blumen Zentrale und Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses. Es wird immer schwieriger, Arbeitsstellen in Ausbildungsberufen zu besetzen, sagt die Unternehmerin. Sie arbeitet mit geflüchteten Menschen zusammen. 

„Es hat niemand was davon, wenn Flüchtlinge rumsitzen und nichts zu tun haben.“ Die Handelskammer hat sie nun zur bayerischen Regionalbotschafterin ernannt. Der Blumengroßhandel vertritt Bayern im rund 2500 Firmen starken „Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge“.

„Ich war 2015 schon ein Role Model“

Das macht Ziegltrum-Teubner zur Ansprechpartnerin für Unternehmen im Freistaat. „Ich war 2015 schon ein Role Model“, sagt die Frau. Als vor fünf Jahren hunderttausende Menschen nach Deutschland kamen, hatte sie nicht lange gefackelt und einen Geflüchteten in ihrem Betrieb angestellt.

Der Kontakt kam über einen Asyl-Helferkreis zustande. Eine Bekannte von Ziegl-trum-Teubner engagiert sich dort. „Der Vorteil ist, dass der Helferkreis eine Vorauswahl treffen kann“, sagt sie. Welcher Mensch könnte zum Betrieb passen? Was sind seine Vorstellungen? Helferkreise kennen den Mensch hinter dem Flüchtlingsstatus.

Ein weiterer Trumpf für Unternehmer: Auszubildende haben einen Ansprechpartner aus dem Helferkreis. Bei Problemen mit dem Berufsschulstoff und Behördengänge. Denn einfach nur in Betrieb und Berufsschule gehen, sagt die Geschäftsführerin, das gehe oft nicht.

Azubis müssten zusätzlich unterstützt werden

Die Vorkenntnisse der geflüchteten Menschen seien sehr unterschiedlich. Manche seien nun vier Jahre in ihren Heimatländern zur Schule gegangen. Sie haben teils mangelnde Sprachkenntnisse, sagt die Blumen Zentrale-Chefin. „Den Schulstoff müssen sie trotzdem verstehen.“

Die Azubis müssten zusätzlich unterstützt werden. „Unklare Themen können im Betrieb besprochen werden, aber den ganzen Schulstoff durchgehen geht nicht“, sagt die Arbeitgeberin. Neben Helferkreisen müssten auch außerbetriebliche Stellen helfen. Nur Unterstützung gibt es oft nicht: Für unbegleitete minderjährige Geflüchtete sei es einfacher Hilfe zu bekommen, meint Ziegltrum-Teubner. Für ältere Azubis nicht. Hier wünscht sie sich mehr Unterstützung.

Blumen Zentrale: 70 Mitarbeiter aus 13 Nationen

70 Mitarbeiter aus 13 Nationen arbeiten in Parsdorf. Die vier Geflüchtete, die dort beschäftigt sind, kommen unter anderen aus Pakistan und Afghanistan. Zwei Geflüchtete haben mittlerweile ihre Ausbildung abgeschlossen.

Christen und Muslime ergänzen sich im Betrieb

Im Betrieb gebe es unter den Beschäftigten wegen der verschiedenen Nationalitäten immer wieder Reibereien, sagt die Chefin. Die Ungleichheit habe auch Vorteile. Während des Ramadans würden Mitarbeiter mit muslimischen Glauben schon um 14 Uhr nach Hause gehen, weil sie nichts essen und trinken. Einige polnische Beschäftigte seien sehr christlich, an Weihnachten möchten sie nach Hause. Die unterschiedlichen Mitarbeiter könnten passend eingesetzt werden, sagt Ziegltrum-Teubner. Gut, für Mitarbeiter und Betrieb.

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