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Kräuterexperte Peter Gasteiger hatte Anschauungsmaterial zu seinem Vortrag mitgebracht. 

Heilpflanzen aus dem Klostergarten

„A weng Geduld braucht’s scho“

Kräuter lassen sich nicht nur als Gewürze in der Küche, sondern auch für heilende Zwecke verwenden. Wer keinen Platz im Garten hat, kann zumindest ein paar Töpfe auf die Fensterbank stellen. Welche Kräuter wahre Allheilmittel sind, verriet Peter Gasteiger bei einem Vortrag beim Gartenbauverein in Vaterstetten.

Vaterstetten – Gasteiger ist Gärtner in der Klostergärtnerei Gars am Inn und gestaltete seine Präsentation äußerst amüsant und unterhaltsam. In der Küche sorgen Kräuter für abwechslungsreiche Gerichte, wirken basisch und sind ein guter Ersatz für Salz, von dem der Mensch heutzutage eh zu viel zu sich nimmt.

Von getrockneten Kräutern hält Gasteiger eher wenig: „Die verlieren schnell ihre Wirkung, erst recht, wenn sie direkt im Küchendampf aufbewahrt werden.“ Am besten verwende man Kräuter frisch, lasse sie aber nicht mitkochen, sondern gebe sie erst kurz vor dem Servieren zum Gericht. Außerdem könne man frische Kräuter auch einfrieren.

Das Wissen über die Heilkraft der Kräuter wird in Klöstern, aber auch bei Bauern seit langem bewahrt. Die wichtigste Erkenntnis: Man braucht keine exotischen Pflanzen, um sich etwas Gutes zu tun. Das beste Allheilmittel ist Gasteiger zufolge die Petersilie: „Sie ist der größte Calciumlieferant überhaupt und damit die beste pflanzliche Vorsorge vor Osteoporose und generell gegen Krankheiten.“ Allerdings seien vor allem die krausen Sorten, die man heutzutage im Supermarkt kaufen kann, häufig überzüchtet. Das gelte auch für Majoran, der in Geschäften oft nur als einjährige Sorte angeboten wird und bei uns im Beet schnell verbrenne.

Ganz anders die Brennnessel: „Die schickt uns der Herrgott nach, damit wir’s nur endlich mal hernehmen“, rief Gasteiger leidenschaftlich. Schließlich würden der Brennnessel allerlei heilende Wirkungen zugeschrieben: Sie stärkt die Nieren, ist blutreinigend, hilft gegen Eisenmangel und äußerlich angewandt gegen Haarausfall. Schnittlauch sei wie alle Zwiebelgewächse, also auch Bärlauch und Knoblauch, blutdrucksenkend, Salbei helfe gegen Entzündungen und Zahnschmerzen. Der Holunder gilt als heilige Pflanze und hilft gegen Heiserkeit, Halsweh und Schwermut und ist von der Wurzel bis zur Blüte nutzbar.

Überhaupt sind bei vielen Kräutern die Blüten essbar, etwa bei Schnittlauch, Majoran, Salbei oder Bärlauch.

Von den meisten Pflanzen hatte Gasteiger ein paar Exemplare mitgebracht und ließ sie während seines Vortrags im Nebenraum der „Landlust“ herumgehen, so dass die über 40 Zuhörer selber riechen und schmecken konnten.

Einen wichtigen Tipp hatte Gasteiger noch: „Auf die Dosis kommt es an. Bloß weil etwas gesund ist, muss es noch nicht für jeden das Richtige sein.“ Hier empfehle es sich, auf den eigenen Körper zu hören. Außerdem wirken Kräuter, anders als Medikamente, nicht über Nacht: „A weng Geduld braucht’s scho.“

Von Susanne Edelmann

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