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Überdachte Fahrradständer, wie hier am Bahnhof Baldham, sind beliebte Treffpunkte. Immer wieder kommt es zu Sachbeschädigungen und Vandalismus.

Polizei fordert Videoüberwachung in Vaterstetten

Jugendbande macht Bahnhöfe unsicher

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Die Polizei spricht sich für Videoüberachung an den Bahnhöfen in Vaterstetten und Baldham aus. Grund sind erhebliche Straftaten meist jugendlicher Täter.

Vaterstetten– Unter der „Führung“ eines 15-Jährigen begeht eine Gruppe von Jugendlichen in Vaterstetten Straftaten von „nicht unerhebliche Bedeutung“. Die Polizei spricht unter anderem von Bedrohung, Beleidigung und einem besonders schweren Fall des Landfriedensbruchs. Dabei handelte es sich um eine größere Schlägerei. Bei den Ermittlungen seien weitere Straftaten zu Tage gekommen, sagt Helmut Hintereder, Leiter der zuständigen Polizeiinspektion Poing. Vor Gericht gelandet ist noch keiner der Fälle. Das sei alles noch zu frisch. Es werde ermittelt. Vernehmungen hätten stattgefunden.

Laut Polizei treffen sich die Jugendlichen auch am Bahnhof Vaterstetten. Von dort aus bewege sich die Gruppe in unterschiedlicher Zusammensetzung in den Ortsbereich Vaterstetten, in die Bahnhofstraße oder zum Spielplatz in der Schwalbenstraße/Fasanenstraße. Das steht in einer Stellungnahme Hintereders zu einer aktuellen Diskussion im Gemeinderat Vaterstetten. Es geht um die Installation von Überwachungskameras an den Bahnhöfen. Hintereder würde das begrüßen. Er erhoff sich dadurch neben Informationen zu Straftaten vor allem eine abschreckende Wirkung.

Bei Bahnhöfen handele es sich um Orte, an denen vermehrt Straftaten begangen würden, schreibt der Inspektionsleiter. Oft seien Bahnhöfe Treffpunkte für Jugendgruppen oder „gangähnliche Gruppierungen“. Unter anderem würden Alkohol und/oder Betäubungsmittel konsumiert. Bekannt sei der Polizei, dass der überdachte Fahrradständer am Bahnhof Baldham als Anlaufpunkt von Betäubungsmittelkonsumenten und Dealern benutzt werde, die die nahegelegenen Schulen wie Realschule, Mittelschule und auch Gymnasium besuchten. Vereinzelt komme es auch zu Körperverletzungen, Raub- und Sexualstraftaten.

Am S-Bahnhof Vaterstetten gebe es im Vergleich zum Baldhamer Bahnhof weniger Straftaten. Der Schwerpunkt liege in Vaterstetten eindeutig beim Fahrraddiebstahl – Tendenz steigend.

Hintereder betont, die Erfahrung zeige, „dass an videoüberwachten Örtlichkeiten ein spürbarer Rückgang der Kriminalitätsbelastung zu verzeichnen ist“. Der Inspektionsleiter macht auch Vorschläge, wo die Kameras aufgestellt werden sollten.

Aber so weit ist es noch nicht. Die S-Bahnhaltepunkte in der Gemeinde Vatersteten einschließlich der jeweiligen Fahrradabstellplätze befinden sich auf Bahngrund. „Ohne die Bahn können wir nichts machen“, erklärt Andreas Ruoff, zuständiger Amtsleiter im Rathaus, jetzt im Gemeinderat. Die Bahn stattet in Absprache mit der Bundespolizei diverse Bahnhöfe mit Videokameras aus. Aber: Die Bahnpolizei habe immer gesagt, Baldham und Vaterstetten gehörten zu den sichersten Bahnhöfen im Umland von München, so Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) im Gemeinderat. Folge: Die Bahn beabsichtigt laut Rathaus in absehbarer Zeit nicht, eine Videoüberwachung an den beiden Haltepunkten zu installieren.

Eine Alternative könnte sein, dass die Gemeinde selbst aktiv wird. Oder die Bahn installiert die Kameras, übernimmt den Betrieb und gegebenenfalls die Auswertung. Die Kosten werden der Gemeinde in Rechnung gestellt. Die Bahn arbeite dazu gerade an einem Modell, so Ruoff. Intern müssten dort noch einige Fragen abgeklärt werden. Eine Entscheidung könnte im ersten Quartal 2018 fallen.

Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten, der Kriminalität entgegenzuwirken, nämlich es den „Besuchern“ nicht zu gemütlich zu machen. Der Jugendtreffpunkt am Bahnhof in Baldham werde „sich wohl verlagern“, wenn ein Teil der überdachten Fahrradständer dort eingezäunt werde, meinte Ruoff.

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