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So sah sie einmal aus, die Polizeistation Vaterstetten.

Bemühungen erfolglos

Keine Polizeiinspektion in Vaterstetten

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Vaterstetten  - Alle Bemühungen und ein Lockangebot halfen nichts. Die Polizeiinspektion bleibt in Poing und zieht nicht nach Vaterstetten um. Bürgermeister Georg Reitsberger nimmt Entscheidung aber gelassen.

Vaterstetten – Jetzt ist es endgültig. Die Polizeiinspektion bleibt in Poing und zieht nicht nach Vaterstetten um. Bürgermeister Georg Reitsberger (FW) gibt sich gelassen und verweist auf die gute Sicherheitslage in der Großgemeinde. 

Rückblick: 1988 war in Vaterstetten direkt neben dem Rathaus eine „mobile Polizeistation“ errichtet worden, die erste ihrer Art in Bayern. Die Beamten zogen in Container ein. Es sollte ein Versuch sein, beschränkt auf vier Jahre. Zuständigkeitsbereich: Vaterstetten und Zorneding.

Die Station war während der Nacht jedoch nicht besetzt. Die polizeilichen Aufgaben wurden von der Inspektion Poing übernommen. Dann kam es zu Einsparungen beim Personal. Der Außendienst der Polizei wurde vor allem nachts reduziert. Die Kriminalitätszahlen im Breich der Inspektion stiegen, die Aufklärungsquote sank.

Schließlich ändert sich die Situation grundlegend. Die Gemeinde plante in Vaterstetten ein neues Zentrum mit neuem Rathaus, einem Bürgersaal, neuer Bücherei und Geschäften. Dafür wurde auch das Grundstück benötigt, auf dem die Polizeicontainer standen. Das Areal ist im Eigentum der Kommune. Das Rathaus kündigte den Pachtvertrag. Möglich war ein neuer Standort für die Ordnungshüter neben der Feuerwehr. Aber die Kosten für diese Alternative erschienen den zuständigen Stellen als zu hoch.

2012 fiel dann die Entscheidung. Die Polizeistation Vaterstetten wurde in die Inspektion Poing integrier t, im Rathaus der Großgemeinde sollte eine Wache entstehen. Übergangsweise wurden die inzwischen schon sehr maroden Containern weiter genutzt, tagsüber besetzt mit zwei Beamten. Gedacht war die Wache als Anlaufstelle für die Bevölkerung. Dass diese Beamten auf Streife fahren, war nicht vorgesehen, in Ausnahmefällen aber möglich, beispielsweise bei schweren Straftaten.

Im Januar vor einem Jahr erklärte Poings Polizeichef Helmut Hintereder zur Wache: „Von polizeilicher Seite ist es nicht erforderlich, den Standort weiter zu betreiben.“ Erklärung: Die Beamten saßen in der Wache mit Büroarbeiten fest. Wenn die Wache aufgelöst würde, könnte das Personal unter anderem für intensivere Streifenfahrten eingesetzt werden. Die Sicherheit der Bevölkerung sollte durch die Schließung nicht gefährdet werden. Ganz im Gegenteil. Diese Aussagen wurden aber teilweise sehr skeptisch aufgenommen.

Zunächst wollte das Innenministerium an der Wache festhalten. Die Vaterstettener CSU schlug im April vergangenen Jahres dann vor, auf die Wache zu verzichten und stattdessen zu versuchen, die Polizeiinspektion von Poing nach Vaterstetten zu verlegen. Dazu sollte die Kommune als zusätzliches Werbe-Argument ein Grundstück, möglicherweise sogar mit einem Gebäude kostenlos oder für eine symbolische Pacht zur Verfügung stellen. Doch diesem Plan der Christsozialen machte der Kommunale Prüfungsverband einen Strich durch die Rechnung. So etwas sei nicht zulässig, wurde in einem Gutachten festgestellt. 

Ein Grundstück kostenlos zur Verfügung zu stellen hält Bürgermeister Reitsberger grundsätzlich für schwierig, „wenn die Gemeinde sowieso schon kein Geld hat“, wie er jetzt gegenüber der EZ betont. Inzwischen habe sich auch die Schließung der Wache als richtig erwiesen. Die Zahl der Straftaten sei um ein Drittel gesunken. „Wir zählen zu den sichersten Gemeinden in Bayern“, so der Bürgermeister. Der Grund dafür sei wohl, dass die Polizei jetzt mit zwei Streifen in der Gemeinde unterwegs sei. Bedauerlicherweise sei aber die Zahl der Einbrüche gestiegen. Um gegenzusteuern müssten die Hauseigentümer ihre Gebäude besser sichern, so Reitsberger.

Die ehemaligen Polizeicontainer neben dem Rathaus nutzt die Gemeinde übrigens derzeit als Obdachlosenunterkunft. Zusätzlich wurden dazu noch weitere Container aufgestellt. Dass dies möglich ist, liegt auch an einem Abbruch. Die Pläne für das neue Zentrum Vaterstettten, für die der Pachtvertrag mit dem Freistaat gekündigt worden war, liegen derzeit auf Eis.

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