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Die gelben Zeichen der Post vor dem Geschäft „Avenio“ werden in wenig en Tagen verschwinden. 

Service wird eingestellt 

Vaterstetten ohne Post

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Vaterstetten -  Wer in Vaterstetten zu Weihnachten Pakete oder Briefe verschicken will, hat ein Problem. Die Postfiliale in der Johann-Sebastian-Bach-Straße 5 schließt.

Die in den Räumen der Firma „Avenio“ an der Johann-Sebastian-Bach-Straße 5 untergebrachte Post-Partnerfiliale schließt zum 30. November. „Wir trennen uns einvernehmlich aus betrieblichen Gründen“, heißt es von der Post auf Anfrage. Der bisherige Betreiber der Filiale, der Geschäftsinhaber von „Avenio“, Helge Sahl, sieht das ganz anders. Er war unzufrieden mit der Post als Partner. Damit gibt es in Vaterstetten keine Post mehr

Die Kündigung habe eine längere Vorgeschichte, so Sahl. „Als wir im März unseren neuen, größeren Laden an der Johann-Sebastian-Bach-Straße eröffneten, waren wir froh und stolz, auch einen Postservice anbieten zu können.“ Das Angebot, „das mit 51 Stunden Öffnungszeit pro Woche seines gleichen sucht“, sei größtenteils mit großer Zufriedenheit der Kunden angenommen worden. Bis zuletzt seien die Kundenzahlen von Monat zu Monat gestiegen.

Schnell sei jedoch klar geworden, dass das Postgeschäft ein Zuschussgeschäft werden würde. „Die Entlohnung der einzelnen Services ist seitens der Post äußerst niedrig.“ Dem stehe gegenüber, dass mit Vor-und Nachbereitung der Postdienste pro Woche etwa 55 Stunden mit Personal besetzt werden müssten. Die Öffnungszeiten der Post seien eins zu eins an die Öffnungszeiten des Ladens gekoppelt. „Eigentlich möchten wir die Ladenöffnungszeiten verlängern. Dies ist uns nicht möglich, da sich sonst auch die Personalausgaben der ohnehin schon defizitären Post erhöhen würden.“ Zudem habe die Post dem Hauptgeschäft nur in ganz geringem Umfang zu zusätzlichem Umsatz verholfen. „Doch das allein hätte uns noch nicht zur Kündigung des Vertrages veranlasst“, so Sahl. „Im Gegenteil: Wir hatten bei der Post noch beantragt, einen zweiten Schalter zu bekommen, um einen verlässlichen Service auch bei Stoßzeiten aufrecht erhalten zu können.“ Außerdem habe er den vertraglich zugesicherten Geldautomaten verlangt, um Auszahlungen für Kunden und Personal deutlich zu erleichtern und Fehler auszuschließen. Gerade an Tagen, an denen die Baldhamer Postfiliale geschlossen hatte, sei es an den Schalter im „Avenio“ immer wieder zu unerträglich lagen Schlangen gekommen. Eigentlich im Hauptgeschäft benötigtes Personal haben an der Post aushelfen müssen. Sahl: „Obwohl wir mit allen Mitteln versucht haben, unserem Servicegedanken gerecht zu werden, war Unzufriedenheit sowohl bei Post- als auch bei Avenio-Kunden, aber auch bei unserem Personal programmiert.“ Durch den zusätzlichen Schalter und den Geldautomaten wollte der Geschäftsinhaber die Situation entzerren. Aber: „Die Deutsche Post kam uns hier trotz längerer Bedenkzeit und dem Angebot, bestimmte Kosten auch selbst zu übernehmen, nicht entgegen“, erklärt Sahl. Deshalb habe er den Vertrag mit der Post fristgerecht zum 30. April 2017 gekündigt. Die Rechtsabteilung der Post habe daraufhin von ihrer Seite angeboten, den Vertrag außerordentlich zum 30. November aufzuheben. Dieser Vorschlag hat Sahl akzeptiert. „Wir sind wirklich traurig, unseren zufriedenen und treuen Kunden den für die ganze Gemeinde so wichtigen Postservice nicht mehr bieten zu können. Wir hätten uns eine andere Lösung gewünscht. Die Post hat sich dieser verweigert.“

Die Post kündigt an: „In diesem Bereich soll eine neue Filiale eingerichtet werden.“ Für das Weihnachtsgeschäft werde es voraussichtlich nicht reichen. Für die Kunden seien die nächsten Alternativen die Partnerfilialen in Grasbrunn und Baldham.

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