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Fingerhakeln im Biergarten des „Bräumaxl“ - wer wohl gewinnt?

Im „Habererbräu“ geht’s rund

Premiere der Brettlbühne Vaterstetten

Im „Bräumaxl“ alias „Alte Post“ geht’s derzeit hoch her: Die Brettlbühne Vaterstetten spielt dort ihr neues Stück „Der Habererbräu“ in schönster Wirtshausatmosphäre.

Parsdorf – Worum geht’s? Die junge Witwe Traudl kümmert sich seit dem Tod ihres Mannes allein um Brauerei und Wirtshaus „Bräumaxl“, doch Alisi, der Sohn des Metzgerwirts, hat es auf ihre Brauerei abgesehen, die er mit allen Mitteln an sich reißen will. Dazu heuert er den Herzensbrecher Ferdl an, der Traudl schöne Augen machen soll, damit sie Ferdl in die Stadt folgt und den „Bräumaxl“ an Alisi verkauft.

Doch natürlich kommt alles anders: Ferdl verliebt sich in Traudl und will die Intrige nicht mehr mitspielen, was Alisi wiederum nicht so ohne Weiteres hinnehmen kann. Bevor Ferdl seiner Angebeteten die Wahrheit gestehen kann, treiben ihn die Dorfbewohner mitsamt Pfarrer und Bürgermeister ins Haberfeld. Aber sie haben die Rechnung ohne Traudls Tante Fanny, Braumeister Zacherl und Brauknecht Veith gemacht.

Die Kulisse des Dreiakters von Holger Zimmermann ist wieder einmal eine echte Schau: Neben Wirtshaus und Biergarten ist auf der Bühne sogar eine ganze Kegelbahn entstanden, inklusive herzigem Kegelbua. Der wird gespielt vom sechsjährigen Tobias Gilbert, der für seine abendlichen Auftritte extra eine Ausnahmegenehmigung bekommen hat. Aber schließlich sind Mama Sandra als Souffleuse und Papa David als Zacherl stets ganz in seiner Nähe.

Es sind in erster Linie die Frauenrollen, die dieses Stück tragen: Allen voran Doris Fragner als energische Wirtin Traudl, Carola Reith als ihre resolute Tante Fanny und Heidi Mittermeier als Bedienung Rosi, das „Trutscherl“ mit dem fatalen Hang zu (falschen) Fremdwörtern. Aber auch der routinierte Robert Petschinka als Ferdl bekommt viel Applaus, ebenso wie Günther Ober-Winter, dem seine Rolle als fieser Alisi sichtlich Spaß macht.

Regisseurin Anni Drescher hatte kurz vor der Premiere noch viele Aufregungen zu meistern: In dem Stück wird nämlich ein Quetschnspieler gebraucht, der kürzlich leider schwer erkrankt ist. Woher so schnell Ersatz nehmen? Schließlich fand Drescher in Toni Scherer und Matthias Verch gleich zwei Ersatzmänner, die sich die Auftritte in den kommenden Wochen teilen. Die Schauspieler mussten in den letzten Proben noch ganz ohne Musiker auskommen, doch das merkte man in den Aufführungen nicht.

Apropos Aufführungen: Bis zum 24. November wird noch jeden Freitag und Samstag Abend ab 20 Uhr gespielt. Karten zu zwölf Euro gibt es im Vorverkauf bei Familie Drescher, Telefon (08106) 68 94, oder in der Papeterie Löntz im Rossinizentrum Baldham, Telefon (0 81 06) 67 69.

Susanne Edelmann

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