+
Dieser Ölfleck sorgt für hohe Wellen. 

Ein Anruf mit Folgen 

Vaterstetten: Kleiner Ölfleck - großer Ärger 

  • schließen

Für einen Einsatz der Feuerwehr bei Vaterstetten müsste ein Pkw-Fahrer zahlen. Der fühlt sich jetzt im falschen Film und ist schockiert über die Ausmaße dieses schmierig schwierigen Falls. 

Vaterstetten – Mit diesem Ausmaß hat ein Pkw-Fahrer aus München (der Name ist der Redaktion bekannt) nicht gerechnet: Drei Einsatzfahrzeuge, Blaulicht, 18 Feuerwehrmänner. Und das wegen eines „kleinen Ölflecks“ auf dem Parkplatz der Rastanlage Vaterstetten-West (wir berichteten).

Einen Einsatz in dieser Größe habe er nie angefordert, kritisiert der Pkw-Fahrer jetzt – und das aus gutem Grund aus seiner Sicht: Jüngst kam Post von der Gemeinde Vaterstetten. Es seien Einsatzkosten in Höhe von 442,23 Euro entstanden. Für den Fahrer, der über die Ausmaße seines Ölflecks erst durch den Brief erfuhr, sind die Kosten nicht nachvollziehbar, denn: „Was hätte ich anders machen sollen?“

442,33 Euro müsste der Fahrer für den Feuerwehreinsatz bezahlen. Noch ist „das Verfahren erst im Stadium der Anhörung“, schreibt die Gemeinde Vaterstetten. 

Niemand hatte anscheinend Ölbinder

Die Geschichte beginnt am 2. Januar: Ein Auto fährt auf die A 99, ein Eisenteil auf der Straße beschädigt den Pkw. Auf der Rastanlage Vater- stetten-West stellt der Fahrer fest: Motoröl läuft aus, rund zwei Liter. Was dann folgt, hat weitreichende Folgen. Der Halter ruft den Abschleppdienst, der schleppt das Fahrzeug ab. Was bleibt, ist der Ölfleck. Einen Ölbinder hatte der Pannendienstmitarbeiter nicht dabei, sagt der Pkw-Halter. Daraufhin habe dieser in der Ratsanlage nach Binder gefragt – schließlich wollte sich der Verursacher pflicht- und umweltbewusst verhalten und das Öl schnell beseitigen, wie er der EZ schildert. Ölbinder gebe es nicht, habe man an der Kasse gesagt.

„So etwas Peinliches ist mir mein Leben nicht passiert“

„Ich wusste mir nicht weiter zu helfen und habe die Polizei angerufen“, sagt der Fahrer. Dort habe es geheißen, die Feuerwehr sei zuständig. Also 112. Die zuständige Rettungsleitstelle in Erding alarmierte – nachdem der Fahrer vom Ölfleck an der Rastanlage erzählt hatte – die Feuerwehr Parsdorf-Hergolding. Der Einsatztitel der Leitstelle: „Ölwannenzerstörung durch Wrackteil auf der A 99.“ Es gibt dann klare Vorgaben, wie ein Einsatz ablaufen muss, betont der Kommandant Leonhard Spitzauer. Also rückten drei Fahrzeuge mit 18 Mann aus. Der Anrufer sei aus allen Wolken gefallen, als er die vielen Einsatzkräfte anfahren sah. „So etwas Peinliches ist mir mein Leben nicht passiert“, sagt er. „Das wollte ich gar nicht.“ Am Telefon mit der Rettungsleitstelle habe er betont, dass es nur „ein kleiner Ölfleck“ sei, in der Hoffnung, dass vielleicht zwei Feuerwehrmänner kommen und helfen. Ob Kosten für ihn entstünden, wenn die Feuerwehr anrücke, habe er ebenfalls gefragt. Die Antwort der Leitstelle sei gewesen: Nein, da „nicht fahrlässig“ gehandelt worden sei.

Gemeinde Vaterstetten: „Noch sind keine Kosten festgesetzt.“

Eine Sprecherin des Landratsamtes Erding, welches für die Rettungsleitstelle zuständig ist, sagt, dass die Leitstelle nicht über Kosten entscheide. Der Fahrer habe sich aber korrekt verhalten, die Feuerwehr zu rufen. Ob der Pkw-Fahrer den Einsatz bezahlen muss, werde sich zeigen, gesetzlich, teilt die Gemeinde Vaterstetten mit: ja. Bisher seien jedoch „keine Kosten festgesetzt worden“ und „das Verfahren erst im Stadium der Anhörung“, heißt es von der Gemeinde. Dem Fahrer wird geraten, Kontakt mit seiner Versicherung aufzunehmen und sich schriftlich bei der Gemeinde zu melden.

Leitstelle habe alles richtig gemacht

Nicht nur des Geldes wegen ist der Fahrer schockiert. „Stellen Sie sich vor, es wäre in dieser Zeit etwas Schlimmes passiert.“ Dann hätten die Einsatzkräfte wegen eines Ölflecks gefehlt. Die Schuld des Ganzen sieht er bei der Leitstelle. Die hätte einen Fehler gemacht, einen solchen Einsatz auszulösen. Das Landratsamt Erding verteidigt: Die Leitstelle habe mit der kleinsten Stufe alarmiert und nichts falsch gemacht. Die Größe des Einsatzes sei dann vorgegeben.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Anna aus Finsing
Mach’ mal Winkewinke! Die Mama hilft dabei noch ein bisschen mit, weil Anna in diesem Moment doch lieber ein Schläfchen hält. Das niedliche Mädchen ist nach Felix (10) …
Anna aus Finsing
Die Legende lebt
Eine Weile war es still geworden um die Band „Schariwari“. Aber nicht mehr lange: Zum 40. Geburtstag startet Schariwari  wieder voll durch.
Die Legende lebt
Salut zum Geburtstag eines Vaterstettener Urgesteins
Erst spielte die Trompete, dann folgten die Salutschüsse: So wurde in Vaterstetten der 90. Geburtstag von Peter Linner gefeiert, einem Urgestein der Gemeinde.
Salut zum Geburtstag eines Vaterstettener Urgesteins
Polizei beendet Party
Partylärm hat die Polizei in Hergolding in der Nacht auf Sonntag stundenlang auf Trab gehalten.
Polizei beendet Party

Kommentare