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elmut Wörner (li.) wurde für seine Verdienste um Volkshochschule und Musikschule geehrt.

Vaterstettener Neujahrsempfang

Reitsberger kritisiert Wegwerfgesellschaft

Etwas weniger voll als in den Vorjahren war es diesmal beim Neujahrsempfang der Gemeinde. Wer wegen des starken Schneefalls zuhause geblieben war, verpasste einen launigen Abend. Nur gut eine Stunde dauerte der offizielle Teil mit der Rede des Bürgermeisters, den Ehrungen und der musikalischen Umrahmung.

Vaterstetten– Lang war hingegen die Liste der Ehrengäste, die Gemeindeoberhaupt Georg Reitsberger eingangs begrüßte. Darunter auch seine Frau Karin, über die er charmant sagte: „Hinter jedem g’standenen bayerischen Politiker steht immer eine Karin“ – eine Anspielung auf die Gattinnen der Ministerpräsidenten Stoiber, Seehofer und Söder. In seiner Ansprache lobte Reitsberger das Engagement der Ehrenamtlichen und insbesondere des Winterdienstes, er fand aber auch kritische Töne, etwa zur Konsum- und Wegwerfgesellschaft: „Ein alljährlicher Weihnachtswunsch unseres Umweltamtes „Haltet die Wertstoffinseln sauber“ ist leider wieder an logistische Grenzen gestoßen. Riesige Mengen an Verpackungsmaterial landeten trotz des zusätzlich anberaumten Öffnungstermines des Wertstoffhofes wieder als wilde Ablagerungen an den Inseln.“

Die Bürde der gemeindlichen Pflichtaufgaben steige stetig, so Reitsberger weiter. Als Beispiele nannte er die Schaffung von Wohnraum, den steigenden Verkehr und den wachsenden Bedarf an Lösungen für Wohnen im Alter, schließlich habe Vater-stetten den höchsten Altersdurchschnitt im Landkreis.

Besonders geehrt wurden im Anschluss Helmut Wörner für seine Verdienste um die Volkshochschule und Musikschule, an deren Restrukturierung er maßgeblich beteiligt war, sowie Karl-Robert Stöhr, ein wichtiger Berater und Vermittler der Gemeinde insbesondere im Hinblick auf Gewerbegebiete. Beide wurden mit dem 2018 neu geschaffenen „Stück Heimat“ geehrt, einem Würfel aus Nagelfluh mit einem stilisiertem Seeblatt aus Bronze.

Geehrt wurde auch der Arbeitskreis Energiewende, der 2018 sein zehnjähriges Jubiläum unter anderem mit einer viel beachteten Ausstellung gefeiert hatte. Werner Kümmel, Robert Winkler und Hans-Joachim Purde hatten den Weg durch den Tiefschnee bis zum Festsaal des Seniorenheims geschafft, um die Ehrung auch für ihre verhinderten Vorstandskollegen in Empfang zu nehmen. Auch einige Floriansjünger der Feuerwehr Parsdorf-Hergolding waren verhindert: Nur Franz Hobmeier konnte seine Ehrung für 25 Jahre Mitgliedschaft persönlich abholen.

Sein Kollege Leonhard Spitzauer nahm die Ehrung stellvertretend für seine Kollegen Georg Mayer (25 Jahre), Harald Erk, Roland Erk und Johann Möstl (jeweils 40 Jahre) entgegen.

Musikalisch umrahmt wurde der Empfang zunächst vom Blasorchester der Musikschule, das unter der Leitung von Bernd Kölmel schwungvolle Film- und Popmusik zum Besten gab. Ein Blechbläser- und Saxophon-Ensemble überspielte elegant die Umbaupause. Beim anschließenden geselligen Beisammensein sorgte dann die Band des Humboldt-Gymnasiums für Stimmung.

Susanne Edelmann

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