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Schlechtes Zeugnis für den Bah nhof Baldham. Er ist versifft und mit Schmiererein verunstaltet.

Neue Serie: Mein Bahnhof 

S-Bahnhöfe der Linie 4 und 6: Vaterstetten okay, Baldham versifft

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Tausende Reisende nutzen täglich die S-Bahnen im Landkreis. Doch in welchem Zustand sind die Bahnhöfe? Wir haben die Bahnhöfe Vaterstetten und Baldham unter die Lupe genommen. 

Vaterstetten – Der Bahnhof in Vaterstetten scheint auf den ersten Blick ganz passabel – auch das Umfeld macht keinen schlechten Eindruck. Auf der Nordseite verschönert ein Brunnen und ein künstlich angelegter Wasserlauf die Zugangsstraße zum S-Bahnhof. Ein neues Parkhaus an der Bahnhofstraße bietet Platz für 122 Fahrzeuge, viele Pendler nutzen dieses. Nachteil: Es kostet: Die Pendlerkarte im Monat elf Euro. Dafür sind die Fahrzeuge vor Wind und Wetter geschützt – sofern man einen Platz ergattert.

Positiv am Umfeld des Bahnhofs auch: Es gibt Einkaufsmöglichkeiten. Ein Supermarkt, eine Bäckerei, eine Apotheke und vieles mehr sind nicht weit weg von den Gleisen und verteilen sich am Vorplatz.

Viele Fahrgäste sind einigermaßen zufrieden mit dem Bahnsteig in Vaterstetten und dem Umfeld: Am Bahnsteig gebe es ausreichend Sitzplätze und ein dichtes Dach schütze vor Regen, wird gelobt. Kritik bleibt dennoch nicht aus.

Der Aufzug wird zur Toilette

Der Aufzug, der etwas versteckt ganz am Ende des Bahnsteigs in Richtung Grafing ist, funktioniere nicht immer zuverlässig. Außerdem benutzten einige Herrschaften wohl die Örtlichkeit des Öfteren als Toilette; die Reinigung der Bahn lasse zu wünschen übrig. Auch das Gleisbett könnte öfter von der Bahn sauber gemacht werden, sagt Markus Riedinger aus Vaterstetten. Tatsächlich liegt viel Müll entlang der Gleise. Weitere Kritik kommt von Isabell Schweizer. Sie sagt, dass der Schienenersatzverkehr an der Möschenfelder Straße schlecht ausgeschildert sei.

Dass der Aufzug unzuverlässig sei, sei vor allem als Mama nervig, wenn man mit einem Kinderwagen unterwegs sei. Die Barrierefreiheit ist so, auch für gehbehinderte Menschen oder Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, nicht immer gewährleistet. Rampen für Rollstuhlfahrer gibt es nicht. Im Großen und Ganzen ist nach unseren Recherchen der Bahnhof Vaterstetten durchschnittlich okay.

Bahnhof Baldham enttäuscht

Ganz anders in Baldham, nur wenige S-Bahnminuten weiter. Bereits optisch lädt der Bahnsteig nicht ein. Geländer, der Ticketautomat und der Aufzug sind mit Schmierereien und politischen Botschaften übersäht, die vermüllte und versiffte Erscheinung sorgt für ein unangenehmes Gefühl bei den wartenden Passagieren. In der Mitte des Steiges steht ein verranzter Süßigkeitenautomat, dessen milchige Glasscheibe mit einem Stahlgitter geschützt ist.

Sauber würde der Bahnhof wohl selten gemacht, sind sich die Reisenden einig. Die Treppen und der Boden sind stark verschmutzt, „das ist einfach greislich“, sagt Christiane Riedinger. Die Überdachung macht hier einen eher unguten Eindruck. Ein Fahrgast bestätigt, dass diese bei Regen an manchen Stellen undicht Regen sei. Der Bahnhof Baldham müsste demnach dringend saniert und gesäubert werden.

Wie zufrieden sind Sie?

Wir haben Fahrgäste nach ihrer Meinung zu den Bahnhöfen in Vaterstetten und Baldham gefragt.

Familie Schweizer aus Vaterstetten 

„Wir nutzen die S-Bahn fast täglich, ein Auto haben wir nicht. Der Bahnhof in Vaterstetten ist grundsätzlich in Ordnung, der Bahnhofsvorplatz ist schön gestaltet, am Gleis gibt es genug Sitzplätze. Für die Kinder ist der Süßigkeitenautomat nett, den es hier gibt. Schlecht ist, dass der Aufzug nicht immer funktioniert und dieser regelmäßig als Toilette benutzt wird.“

Familie Schweizer.

Markus und Christiane Riedinger aus Vaterstetten 

„Wir sind viel mit den Fahrrädern unterwegs, und nutzen den Aufzug am Bahnhof Vaterstetten. Bei uns hat er bisher immer funktioniert. Schlecht finden wir, dass die Bahnhöfe, vor allem der in Baldham, stark versifft und abgenutzt sind. Die Bahn müsste dringend mehr reinigen. Außerdem ist die Überdachung in Baldham undicht.“

Markus und Christiane Riedinger.

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