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Der Wasserpark in Baldham lädt zum Verweilen ein. Immer wieder solle es hier zu lautstarken Störungen von Jugendlichen gekommen sein, die den Ort als Treffpunkt nutzen. Jetzt hat die Gemeinde reagiert. 

Satzung gegen Ruhestörer in Vaterstetten

Laute Grüße aus dem „Kessel“

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Alkohol trinken, lärmen, aufdringlich betteln, Übernachten oder Feuer machen. Das ist künftig auf Vaterstettens Straßen, Plätzen und anderen öffentlichen Verkehrsflächen verboten. Dazu hat der Gemeinderat auf Antrag der CSU jetzt eine Satzung erlassen.

Vaterstetten – Noch schärfer sind die Verbote für öffentliche Freiflächen, Grünanlagen und Kinderspielplätze. Dort ist zusätzlich untersagt, Glasflaschen mitzubringen. Ausgenommen sind Babyfläschchen. Verboten ist auch, Tonwiedergabegeräte ruhestörend zu benutzen. Die Nachtruhe muss eingehalten werden. Auch dürfen Zelte und Wohnwagen nicht aufgestellt werden. Und es ist untersagt, nicht angeleinte Tiere auf Kinderspielplätze mitzubringen

„Die Satzung ist meines Erachtens notwendig, um eine Handhabe zu haben“, sagt Christl Mitterer (CSU). Auslöser für den Vorstoß waren vor allem Beschwerden von Anliegern des Wasserparks in Baldham. Verursacher von Belästigungen und Störungen sollen vor allem Jugendliche sein. Dort sei „eine Kesselsituation, dort kann der Lärm nicht raus“, sagt Mitterer.

„Ich verstehe das, obwohl ich mir schwer tue, da zustimmen“, sagt Renate Will (FDP), die von einer „Wasserparksatzung“ sprach. Dass die Gemeinde so vorgehen müsse, „finde ich tragisch“. Will will zudem wissen, was denn die Gemeinde tue, um die Jugendlichen zu informieren. „Wir werden zunächst am Wasserpark Schilder aufstelle“, erklärt Andreas Ruoff, Leiter des Ordnungsamtes im Rathaus. Herbert Uhl (Freie Wähler) schlägt vor, in den Schulen könnten im Sozialkunde-Unterricht die Regeln der Gemeinde vorgestellt werden.

Auf Nachfrage von Cordula Koch (SPD), ob die Satzung denn auch juristisch geprüft sei, räumt Ruoff ein: „Es sind ein paar Unwägbarkeiten drin“.

Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) nimmt den örtlichen Nachwuchs in Schutz. Ihm sei von der Polizei betätigt worden, so der Rathauschef, dass die Gemeinde Vaterstetten bei diesem Thema kein Brennpunkt sei. Es gebe allerdings auch Ausreißer. Die Satzung sei eine „Vorsichtsmaßnahme“.

Für Friederike Michael (Grüne) ist die Satzung allerdings zu restriktiv. Und ihr Fraktionskollege Axel Weingärtner bedauert, dass nicht, wie bereits früher von den Grünen vorgeschlagen, von der Verwaltung Plätze genannt wurden, an denen Jugendliche ohne Probleme feiern können. Nach einem Antrag der SPD soll nun die örtliche Jugendpflegerin in der Septembersitzung des Gemeinderates entsprechende Vorschläge vorlegen.

„Unsere Jugend braucht Freiräume, meint ebenso Bürgermeister Reitsberger. Diese Plätze müssten aber auch betreut werden, sagt Edith Fuchs (CSU). Die Jugendpflegerin könne das nicht alleine leisten. „Wir brauchen Menschen, die die Jugendlichen begleiten.“

Stefan Huber (CSU) gibt zu bedenken: „Als ich hier aufgewachsen bin, haben wir immer Möglichkeiten gefunden, zu feiern.“ Er rät Kritikern der Satzung mit Anwohnern am Wasserpark zu reden. „Es gibt Familien, die wollen wieder wegziehen, weil sie sich so gestört und unwohl fühlen“. Die Verursacher müssten allerdings nicht Jugendliche aus der Gemeinde sein.

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