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Schüler werden Lehrer: An der Vhs helfen junge Experten den Senioren mit ihren digitalen Geräten.

Schüler als Lehrer

Vaterstetten: Mit 86 Jahren ein neues Laptop

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Technik verbindet Generationen: Schüler der Mittelschule Vaterstetten helfen Senioren im Umgang mit Computern.

Vaterstetten – Und dann war es soweit: Elfie Wilka kaufte sich ihr erstes Laptop. Noch nicht lange ist das her, ein paar Wochen. Man müsse schließlich mit der Zeit gehen, sagt die 86-Jährige und lächelt. Ihr alter Computer hatte schon einige Jahre auf dem Buckel; er musste aus Altersgründen gegen ein neues, flotteres, mobiles Gerät getauscht werden.

Nur: „Das neue Laptop hat Windows 10“, sagt Wilka. Neue Funktionen, neue Welt. Gewohnt war die Seniorin Windows 7. Um sich mit der neuen Software ihres Geräts anzufreunden, sei sie heute hier, in der Volkshochschule (Vhs) in Vaterstetten. Schüler der Mittelschule geben einen Computer-, Tablet- und Smartphonekurs. Einen Probier-Workshop extra für Senioren. Elfie Wilka findet das super, und auch die 10-Klässler haben sichtbar Freude: Sie sind einen Tag lang Lehrer.

Der Kurs fand bereits einmal vor drei Jahren an der Vhs statt, entstanden aus dem EU-Projekt „Lernen zwischen Generationen“, sagt Kursleiterin Birgitt Piprek. Es laufe nach dem Enkel-Oma/Opa-Prinzip ab – jeder kenne es, wenn die Enkelkinder den Großeltern technische Dinge erklärten. Dass eine gewisse Portion Gelassenheit dazu gehöre, sei dann auch klar, sagt Piprek. Und genau so präsentiert sich der Vhs-Kurs: gemütlich, locker. Nicht nur, weil der Kurs kostenlos war, sondern ist, sondern weil viele Technikprobleme sogar die jungen Experten zum Teil lange rätseln lassen.

Praktisch, bequem: digital

So wie Schüler Mika Detlefs, 17. Er tüftelt gemeinsam mit Siegfried, 78, aus Vater-stetten an dessen Geräten. Der Senior ist gekommen, weil er es zu Hause partout nicht hinbekommen hat, seinen, und jetzt kommt’s: Google-Kalender auf seinem Smartphone mit seinem Tablet zu synchronisieren. Den Kalender aber brauche er dringend, weil er Termine ausschließlich digital verwalte. Ob er gar nicht mehr händisch Termine in einen Kalender einträgt, wird er gefragt. Er schüttelt den Kopf: „Nein“. Digital sei das praktischer. Beachtlich, findet Mika. Sogar er habe noch einen Papierkalender. Selbstverständlich verbringe er viel Zeit mit seinem Smartphone. Der 17-Jährige hat es sich vor drei Jahren zusammengespart und selbst alle Handgriffe erlernt – digitale Jugend halt.

Auf Papier und Stift verzichtet auch Elfie Wilka, zumindest größtenteils. Briefe schreibt die 86-Jährige nicht mehr. Es gebe doch E-Mails, sagt sie und zeigt auf ihren großen Bildschirm am Laptop. Sorgfältig lauscht sie den Tipps der Schüler und was sie mit dem neuen Windows 10 so alles machen könne. Dann greift sie doch zum Stift, zieht ein liniertes Heft aus der Tasche und notiert, was sie alles von den jungen Experten erfährt. Zu Hause will sie weiter an ihrem Lebenslauf tippen, mit neuen Tricks aus dem Kurs.

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