Auf dem jetzigen gemeindeeigenen Schulareal Gluckstraße/Johann-Strauß-Straße soll sozialer Wohnungsbau entstehen. Mit dem Geld soll die neue Schule am Jugendzentrum finanziert werden. Foto: Jürgen Rossmann

Schulneubau: "Große Koalition" drückt in Vaterstetten aufs Gaspedal

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Vaterstetten - Die Gemeinderatsfraktionen von CSU, SPD und Grünen wollen definitiv keinen vierten Schulstandort in der Kommune. Das geht aus einem gemeinsamen Antrag hervor.

Beim Abbruch der Vaterstettener Grund- sowie der Mittelschule an der Gluckstraße beziehungsweise Johann-Strauß-Straße und bei der Bebauung des Areals im Eigentum der Gemeinde wollen CSU, SPD und Grüne Gas geben. Deshalb stellten sie zur Bekräftigung eines schon bestehenden Beschlusses einen gemeinsamen Antrag im Gemeinderat, der gegen die Stimmen der Freien Wähler inklusive Bürgermeister Georg Reitsberger auch angenommen wurde. „Wir nehmen das zur Kenntnis“, so die Reaktion des Rathauschefs.

Hintergrund: Bereits im Jahr 2012 hatte der Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit beschlossen, den Neubau der Grund- und Mittelschule hauptsächlich durch die Verwertung des dann ehemaligen Schulgeländes Gluckstraße/Johann-Strauß-Straße zu finanzieren. Ein Jahr später wurde der Beschluss modifiziert, ebenfalls mit deutlicher Mehrheit. Demnach sollte mit dem Plan zur Bebauung des bisherigen Schulareals spätestens im ersten Quartal 2015 begonnen werden. Vorgesehen ist auf dem Areal unter anderem genossenschaftlicher beziehungsweise sozialer Wohnungsbau. Im Oktober wurde eine Vorstudie im Bauausschuss präsentiert. Die Bauleitplanung sollte nach Beschlusslage im Herbst 2016 starten. Mit dem aktuellen Beschluss wird nun die Verwaltung verpflichtet, die Planungen für das Areal voranzutreiben.

Bürgermeister Reitsberger hatte jedoch Überlegungen angestellt, den Schulstandort möglicherweise zu erhalten. Es gibt den Vorschlag, während einer Renovierung der Wendelsteinschule die dortigen Schüler an der Gluckstraße zu unterrichten. Auch könnte man bei steigenden Schülerzahlen die Räume nutzen. Dagegen sind jedoch CSU, SPD und Grüne. „Wir wollen definitiv keinen vierten Schulstandort in Vaterstetten/Baldham. Wir wollen es bei drei belassen“, sagte CSU-Fraktionssprecher Michael Niebler. Das Areal an der Gluckstraße sei die erste Finanzierungsquelle für die neue Schule am ehemaligen Jugendzentrum gewesen. „Die Schule ist teurer geworden, an dem haben wir alle mitgewirkt.“

Grünen-Sprecher Axel Weingartner erinnerte ebenfalls an die früheren Finzierungsbeschlüsse. „Dass danach die Dinge uminterpretiert wurden, um Vaterstetten Nordwest zu rechtfertigen, das ist nicht meine Sache.“

Das neue große Baugebiet, für das die Gemeinde als Grundbesitzer Areale verkauft, wird mit dem Finanzbedarf für die neue Schule gerechtfertigt. Er habe sich auf die Verwaltung verlassen, so Weingärtner. Es habe nämlich geheißen, die Schule an der Gluckstraße sei nicht sanierbar. An die Freien Wähler gewandt meinte Weingärtner: „Ich verstehe nicht, warum Ihr diese Schule stehen lassen wollt.“

Auf möglicherweise steigende Schülerzahlen soll laut CSU/SPD/FDP-Antrag mit einer Ertüchtigung an der Grundschule an der Brunnenstraße und an der Wendelsteinstraße, Pavillons auf dem Gelände einer der drei Schulstandorte oder einer Aufstockung des neuen Schulgebäudes reagiert werden.

Reitsberger argumentierte, die Bedingungen hätten sich seit den früheren Beschlüssen verändert, unter anderem durch den Zuzug von Familien. Er hätte vor einer Entscheidung gerne noch die Einwohnerprognose abgewartet. Der Bürgermeister konnte sich mit seinen Argumenten aber nicht durchsetzen.

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