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Trotz d ichter Bebauung soll die Gemeinde Vaterstetten grün bleiben. Eine Satzung soll helfen.

Schutz für Gartenstadt Vaterstetten

Satzung gegen triste Höfe und hohe Mauern

Mit einer Satzung will die Gemeinde Vaterstetten mehr Einfluss auf das Ortsbild nehmen. Im Gemeinderat gab es dazu einen einstimmigen Beschluss.  

Vaterstetten– Hohe Mauern, triste Höfe, monotones Grau: Auch durch den Siedlungsdruck und die Nachverdichtung verändert sich das Ortsbild der Gemeinde Vatersteten. Der Gartenstadtcharakter drohe unwiederbringlich verloren zu gehen, wenn keine Anstrengungen unternommen würden, die Qualität der Freiflächen sicherzustellen. Das betonte Maria Wirnitzer (SPD) im Gemeinderat. Gerade Negativ-Beispiele aus jüngerer Vergangenheit zeigten, dass dringender Handlungsbedarf bestehe. Als Beispiele nannte sie hässliche Garagenhöfe ohne eine Spur von Grün oder massive Gabionen-Wände.

„Wir können natürlich weiter zusehen, wie sich das Ortsbild negativ verändert, oder versuchen, positiv einzuwirken. Ich finde, es ist höchste Zeit, dass wir das Thema angehen“, so Wirnitzer. Es stelle sich die Frage: „Wie lässt sich Nachverdichtung, die nicht zu verhindern ist, mit Grün verbinden.“ Eine Möglichkeit wäre aus Sicht der Sozialdemokraten die Umsetzung einer „Freiflächengestaltungssatzung“ mit der man die Auswirkungen dieser „unschönen Entwicklungen“ wenigstens abmildern könne. Entsprechende Regelungen hätten sich bereits bewährt, sagte Wirnitzer, unter anderem in München. Deshalb solle die Verwaltung zusammen mit dem Arbeitskreis Grünkonzept eine entsprechende Satzung ausarbeiten.

„Die Fraktion der Grünen unterstützt den Antrag des SPD“, betonte Gemeinderat Stefan Ruoff. Bei den neuen Bebauungsplänen gebe es sehr genaue Festlegungen. In anderen Bereichen fehlten diese. Ruoff hofft, dass die neue Satzung dann auch tatsächlich „Wirkung zeigt“.

„Ich finde schade, dass wir so etwas brauchen“, meinte Roland Meier, Fraktionssprecher der Freien Wähler. Er brachte den Begriff des „guten Geschmacks“ in die Debatte ein, betonte aber auch, dass seine Fraktion den Antrag unterstütze.

Zustimmung kam in der Gemeinderatssitzung zudem von den Christsozialen. „Das ist eine gute Geschichte“, so die Reaktion von CSU-Gemeinderätin Christl Mitterer. „Wir haben uns an einer Mauer auch sehr gestört. Und das, war nicht die erste Mauer.“ Wichtig sei laut Mitterer jedoch, das Bauamt einzubinden. Weil: Die Satzung allein bringe nichts, „wenn keiner hinterher drauf schaut“.

„Ich sehe zum großen Teil die Federführung im Bauamt“, sagte Gemeindebaurätin Brigitte Littke. Sie erklärte, am Bestand könne man nichts ändern, man könne aber bei Neubauten eingreifen. Auch Bußgelder seien möglich.

Der Beschluss für die Ausarbeitung einer Satzung durch die Verwaltung fiel dann im Gremium einstimmig.

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