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Ein Feuerwehrmann versucht eines der Schweine zu beruhigen

Die große Frage: Wer ist schuld?

Schweinedrama auf A99: Das sagen unsere User

Vaterstetten - Der tragische Schweinelaster-Unfall auf der A 99 bewegt die Gemüter unserer User. Knapp 200 Kommentare sind inzwischen zusammengekommen. Darin geht es vor allem um die Frage: Wer hat Schuld?

In der Nacht auf Freitag mussten auf der A 99 bei Vaterstetten knapp 700 Schweine sterben, nachdem ein Tiertransporter von der Straße abgekommen und umgekippt war. Die Behörden gaben an, die Notschlachtung aller Tiere - auch der unverletzten - sei nötig gewesen, weil die Schweine den Stress und die Kälte nicht vertragen.

Ist die Amtstierärztin schuld am Elend der Schweine?

ich glaubs nicht sieht das aber anders: "Meiner Ansicht war die Amtstierärztin völlig überfordert. Unverletzte Tiere einfach zum Töten freigeben finde ich ungeheuerlich. Diese Dame hat in diesem Beruf nichts zu suchen." Mensch2 kann da nur zustimmen und schreibt: "Diese alles oder nichts Entscheidung, das ist doch krank."

Tigerlilly sieht den Tod der knapp 700 Tiere etwas pragmatischer: "Die Schweine waren sowieso zum Schlachten bestimmt - wenn vielleicht auch nicht gleich. Das eigentlich Traurige ist, dass jetzt das Fleisch vernichtet werden muss. Was für eine Verschwendung!"

Sind die Distanzen, die unser Fleisch zurücklegt, das Problem?

Ebenfalls am Einsatz beteiligt gewesen war wohl auch Wolfi (FFK). Ihm macht ein anderer Aspekt des Unfalls zu schaffen: "Es war sicher kein alltäglicher Einsatz, den wir Freiwillige Feuerwehren und das THW da zu leisten hatten. Doch mich schockiert (...) die Tatsache, dass diese fast 700 Ferkel von Dänemark nach Italien verfrachtet werden."

Axel Strettl sieht das ähnlich: "700 Schweine in einem Laster? Strecke Norddeutschland-Italien? So werden wir täglich von der Politik verarscht. Im Endeffekt interessieren solche Mißstände niemanden."

Das Nichtmanipulierbare Ich hält mit diesem Argument dagegen: "Was hätten Sie denn geschrieben, wenn der Fahrer aus der unmittelbaren Nähe von München stammt und gerade erst losgefahren wäre. Auch so jemanden kann kann solch ein Unfall passieren."

"Geiz ist Geil"-Mentalität

nikolaus45 vertritt die Meinung, dass der Verbraucher Tiertransporte dieser Art den "Lobbyisten in Brüssel zu verdanken" hat. Er sieht deshalb - wie viele andere User auch - jeden einzelnen Fleischesser in der Pflicht: "Vielleicht sollten alle Verbraucher mal versuchen bewusster zu Essen". Außerdem empfiehlt er, wieder beim Metzger vor Ort einzukaufen.

Wadlbeissa regen die Kommentare über die von der EU subventionierten Tiertransporte auf, wenn er an all jene denkt, die mit einer "Geiz ist Geil"-Mentalität einkaufen: "Diese fast gespielte Empörung ist lächerlich wenn man sieht wie genau diejenigen die sich hier so künstlich aufregen dann zum Discounter rennen und das billigste Billigfleisch kaufen."

Intra sieht das Problem hingegen ganz woanders: "Das Märchen vom Verbraucher, der's vor allem billig haben will, glaube ich nicht. Die völlig überzogene installierte Verkaufsfläche und die allgegenwärtigen Werbebeilagen der Lebensmittelmärkte zeigen eher, worum es geht: Mehr Marktanteile im harten Verdrängungswettbewerb."

Welche Rolle spielt die Politik?

Für Gruenstich besteht der Skandel ist darin, "dass lebende Tiere mittels EU-Subventionen durch Europa gekarrt werden." Und auch reinerderletzte sieht die Politik in der Pflicht: "Was ich nicht verstehe, warum man lebende Tiere durch halb Europa karren muß? Da ist jetzt die Politik gefragt, Frau Aigner!"

Penzi12 kann sich dem nur anschließen: "Die EU schreibt uns allen möglichen Blödsinn vor, aber diesen Tiertransport-Wahnsinn stoppt sie nicht. Wo bleibt der Aufschrei der Politiker, besonders der Grünen?"

Schweinelaster auf A 99 bei Vaterstetten verunglückt

mm

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