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Prozessauftakt in München

Sex-Täter von Baldham: Ich trinke Jägermeister wie Wasser

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Vier Jahren nach einem sexuellen Übergriff auf ein 16-jähriges Mädchen in Balham, steht der mutmaßliche Täter vor Gericht. Es ist ein Familienvater

Vaterstetten – Fast vier Jahre nach einem schrecklichen sexuellen Übergriff auf ein 16-jähriges Mädchen findet der Vorfall in Baldham ein gerichtliches Nachspiel. Auf der Anklagebank sitzt ein 40-jähriger Familienvater. Der Pole war aufgrund eines europäischen Haftbefehls der Staatsanwaltschaft München II in seiner Heimat festgenommen und ausgeliefert worden.

Alkoholsucht ruiniert das Leben des Mannes

Seine Alkoholsucht hatte sein Leben ruiniert. 2018 ließ sich seine Frau von ihm scheiden. Zu diesem Zeitpunkt brachte er es auf 20 Bier plus Wodka. Immer wieder verlor er seine Jobs. Einmal arbeitete er sogar zwei Monate als Taxifahrer. „Und Sie haben sich sicher gefühlt?“, fragte die Vorsitzende Richterin Regina Holstein überrascht. „Das war eine Dummheit“, erwiderte der Angeklagte. Schließlich wurde er von der Polizei kontrolliert, wieder einmal war er seinen Job los und in diesem Fall auch seinen Führerschein. In diese Zeit fielen auch die sexuellen Übergriffe, drei an der Zahl, so steht es in der Anklage.

Der heftigste war der Angriff auf die Schülerin. Gegen 16.30 Uhr an einem Oktobertag hatte der Angeklagte auf einem Weg, der parallel zur S-Bahn und Zugstrecke verläuft, seinen rechten Arm um den Hals der 16-Jährigen gelegt und fest zugedrückt. Er zerrte sie in ein Gebüsch und begrapschte sie. Sie leistete so massive Gegenwehr, dass es ihr irgendwann gelang, zu flüchten. Ein gutes halbes Jahr später griff er in einem Waldstück eine damals 56-Jährige an. Doch die Frau schrie und wehrte sich vehement. Schließlich schubste er sie ins Gebüsch und ergriff die Flucht. Nur wenige Wochen später lauerte er einem Opfer in der Nähe eines Münchner Wertstoffhofes auf. Er attackierte eine 39-Jährige sexuell, schlug ihr mit der Faust ins Gesicht, sodass die Frau zu Boden fiel. Es gelang ihr jedoch, aufzustehen und um Hilfe zu schreien. Wieder ergriff der Angeklagte die Flucht.

Angeklager gibt sich schweigsam - zunächst

Zu Prozessauftakt tat sich der Pole schwer, Angaben zu machen. Vor allem, was seine Alkoholsucht betraf. Auf dem Bau hatte er 2016 gelernt, Bier zu trinken. Doch irgendwann langte ihm der Alkoholgehalt nicht mehr. Es kam Wodka hinzu, dann Kräuterlikör. „Ich habe Jägermeister getrunken wie Wasser“, behauptete der Mann. Doch der Alkohol tat ihm nicht gut. Er rutsche tief in die Depression. Seine ganze Hoffnung legte er in eine Therapie. Über seinen Verteidiger legte er schließlich ein Geständnis ab, nachdem er im Ermittlungsverfahren nichts zu den Vorwürfen gesagt hatte. Das Gericht sicherte ihm im Gegenzug eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten zu. Nur der Gutachter hatte seine Schwierigkeiten mit der Schweigsamkeit. Um einen Hang zu attestieren, müsse er schon etwas mehr vom Angeklagten erfahren, erklärte Matthias Hollweg. Und plötzlich erinnerte sich der 40-Jährige, wie er am Tag vor der Attacke gegen die Schülerin einen Freund zum gemeinsamen Trinken besuchen wollte. Er hatte eine Flasche Wodka dabei. In der S-Bahn zurück schlief er ein und wachte erst eine Station zu spät auf. Den Rückweg ging er zu Fuß und traf dabei offenbar auf sein Opfer. Der Prozess dauert an

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